347 Euro für 1,68 GB: Preisgestaltung bei A1
ein Bericht von Karin Rausch
Jeder von uns hat schon erlebt, dass er/sie wegen läppischer 3 Minuten einen „Sonderparkschein“ um 21,50 Euro ausgefasst hat. Vergehen der Bürger – und mögen sie noch so klein und unscheinbar sein – werden auf der ganzen Welt streng geahndet; das ist nicht unbedingt unmoralisch, denn das schreibt das Gesetz so vor!
Wenn große Konzerne ihre Geschäftsbedingungen so gestalten, dass der Konsument bei kleinen Überschreitungen massiv zur Sonderkasse gebeten wird, dann nennt man das Ökonomie oder Geschäftstüchtigkeit. Anlass für meine Überlegungen ist eine Erfahrung, die ich, so wie vielen anderen von Euch, jetzt selbst machen musste. Ich bin schuldig mein Download-Volumen-Paket von 19 GB bei A1 um 1,68 GB überschritten zu haben. Nun hat A1 mir also 1,68 GB mehr verkauft. Dass diese 1,68 GB – rund ein Neuntel des Paketes – netto 347,– Euro – rund das 150fache des Normalpreises von 1 Euro für 1 GB !!!! – wert sein sollen, begreife ich nicht und halte das schlichtweg für Wucher!
Jedenfalls habe ich mich nun eingehend über eine Lösung meiner 3 bestehenden Verträge informiert und für jeden Vertrag extra (die Bindungsfristen sind auch unterschiedlich) gleich das hierzu notwendige Antragformular mittels e-mail zusenden lassen. Gleichzeitig habe ich unter meinen Freunden und in Kreisen meines Wirkungsbereiches Umfragen durchgeführt und bin dahinter gekommen, dass kein einziger darunter war, der nicht in irgendeiner Weise ähnlich, wenn auch in vermindertem Maße, Probleme mit seinem Anbieter gehabt hätte. Viele der Teilnehmer mussten für Rufaufbauten zu Mehrwertnummern hohe Beträge zahlen, die sie nicht mehr zurück bekamen, obwohl sie diese Dienste niemals angefordert hatten. Man muss Mehrwertnummern nämlich extra blockieren lassen, um bei Inbetriebnahme eines neuen Handys nicht in den „Genuss“ dieser zu kommen. Auf neuen Handys sind Voreinstellungen und Vorinstallierungen von solchen Nummern so geschickt angelegt, dass Rufaufbauten ohne eigenes Zutun bzw. durch Betätigung von diversen Tasten als Kurznummern, „selbständig“ passieren können. Und man lade sich tunlichst keine Klingeltöne oder Spiele aus dem Internet auf sein Handy, weil man damit gleichzeitig ein Abo über nachfolgende neue Produkte eingeht.
Alles Kosten, von denen man nichts weiß, die man oft sehr spät bemerkt und welche man nie wieder zurück bekommt. Meine Rechnung: 100.000 Nutzer bekommen einen Klingelton um 2,50 Euro, ergibt Einnahmen in Höhe von …. 250.000 Euro, und zwar Monat für Monat! Allzu viele Geschädigte schweigen, weil er/sie sich selbst für die Übertretung schuldig fühlt. Warum bestraft A1 die Paket-Überschreitungen in so hohem Ausmaß, streift Paket-Unterschreitungen aber sang- und klanglos ein? Ich möchte ja gar nicht wissen, wie oft ich A1 schon weit mehr als 1,68 GB „geschenkt“ habe. Jedenfalls steht mein Entschluss fest, gegen diese unmoralische Vorgangsweise tatkräftig zu protestieren und möchte all Jene zum Mittun auffordern, die das am eigenen Leib erfahren haben oder die verhindern wollen, es jemals zu erfahren. Ich habe eine facebook-Gruppe gegründet, um durch Massenabmeldungen unseren Protest zum Ausdruck zu bringen und das Thema an die Öffentlichkeit und in die Medien zu bringen.
So machen Sie mit: Formular unter http://www.a1.net/kuendigung ausfüllen. Sie werden dann zurückgerufen und Sie sagen, dass Sie für Ihre Nummer ein Abmeldeformular möchten. So einfach ist das! Sie können dann auch sagen, dass Sie damit gegen die undurchsichtigen Abrechnungsmethoden, die unklaren Abrechnungsschritte, etc. protestieren. Wenn Viele dies machen, werden wir einen großen Erfolg erzielen!
Ob Ihr das Formular, dann wirklich unterschreibt, bleibt Euch überlassen. Jedenfalls ist es wichtig, durch die Flut an Anfragen auf die Problematik aufmerksam zu machen.
Vielen Dank für Euer Mittun!
Karin Rausch