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Klassenkampf Klimawandel

Foto: UNI global union

„Keine Gefahren sind für die Menschheit größer als diejenigen der Erwärmung unseres Planeten. Es gilt, keine Zeit zu verlieren.“

Wer sprach’s?

Kein Geringerer als UNI-Generalsekretär Philip Jennings. UNI ist die „Weltgewerkschaft“ von 20 Millionen Beschäftigten im Dienstleistungssektor, deren österreichischen Mitglieder die Gewerkschaften GdG-kmsfb, GPA-djp, vida und GPF sind. Für Jennings läuft die globale Erwärmung auf einen ‚Klassenkampf‘ hinaus:

While billionaires prepare safe havens for themselves and their money, workers will bear the cost of climate change (Während Milliardäre für sich und ihr Geld sichere Zufluchtsorte vorbereiten, müssen die ArbeitnehmerInnen die Kosten des Klimawandels tragen),

zitiert ihn der Guardian-Journalist Alex White in seinem Blog-Beitrag, in welchem er der Frage nachgeht, welche Priorität Gewerkschaften als Organisationen, die sich der Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen ihrer Mitglieder verschrieben haben, dem Klimawandel beimessen sollten.

Laut Alex White für Sharan Burrow, Präsidentin des Internationalen Gewerkschaftsbundes IGB (International Trade Union Confederation ITUC – übrigens: in Wien gegründet …), eine klar zu beantwortende Frage:

Wir müssen die Gewerkschaftsmitglieder mobilisieren und eine gerechte Wende einleiten. Unser Motto ist: „no jobs on a dead planet“. Die Rolle der Gewerkschaften weltweit ist die Stärkung der abhängig Beschäftigten um eine ehrgeizige weltweite Vereinbarung zu erreichen. Es gibt keinen Planeten B.

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Das Arbeitsklima in Niederösterreich

Erstaunlich: die Arbeitszufriedenheit der niederösterreichischen ArbeitnehmerInnen ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, obwohl – oder gerade weil? – sie die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in ihrem Bundesland und Österreich insgesamt als „schlecht“ einschätzen. Das zumindest ergibt der aktuelle Arbeitsklimaindex, den das IFES im Auftrag der Arbeiterkammer NÖ aus der Befragung von 792 Erwerbstätigen erstellt hat.

Diesem zufolge sind v.a. psychische und physische Belastung und jene durch ständig wechselnde Arbeitsabläufe und technische und organisatorische Veränderungen gesunken. Grosse Unzufriedenheit gibt es hingegen mit dem Einkommen. Ausserdem geht die Angst um: die theoretischen Arbeitsmarktchancen ausserhalb des Betriebes werden von den niederösterreichischen ArbeitnehmerInnen sehr kritisch gesehen, am schlechtesten schätzen die öffentlich Bediensteten ihre Chancen ein.

Grosse Unterschiede gibt es zwischen den Regionen: Read more [+]

Kindermund tut Wahrheit kund

Wie Kinder das „Arbeitsklima“ für Erwerbsarbeitslose beschreiben …

Hier gibts mehr zu Steigende Arbeitslosigkeit, Politikversagen und die real existierende Arbeitsmarktpolitik

KünstlerInnen bestreiken Ausbeutung

Modell des Guggenheim-Museums in Abu Dhabi

Es ist ja nicht so, dass sie nichts zu verlieren hätten, dennoch entschlossen sich bislang mehr als 130 Kunstschaffende, das Guggenheim-Museum in Abu Dhabi zu boykottieren:  Sie wollen ihm keine eigenen Werke für Ausstellungen leihen oder verkaufen. Damit wollen sie gegen die ausbeuterischen, menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen  auf der Baustelle des Museums protestieren, weiss die taz zu berichten.

In manchen Fällen kann sogar von Zwangsarbeit gesprochen werden,

schrieb die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch bereits 2009 in einem Beitrag über Ausbeutung und Missbrauch der tausenden südasiatische GastarbeiterInnen, die die „Insel des Glücks“ mit ihren vier Museen, einem Zentrum für darstellende Künste, einer Filiale der New York University, Golfplätzen, Hotels sowie exklusiven Wohnanlagen errichten sollen.

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„Wegwerfarbeiter“ in Japans AKWs?

„Arme Teufel“ nennen sie die einen, „Helden“ die anderen: zumindest 50 sollen nun Japan – und die ganze Welt – vor der tödlichen Radioaktivität schützen. Doch sie sind offenbar seit Jahrzehnten Teil des ganz  „normalen“ Arbeitsalltags in (Japanischen) Atomkraftwerken und werden dort „Wegwerfarbeiter“ genannt …

In der gestrigen aktuellen Stunde des WDR berichtet Korrespondent Robert Hetkämper, dass der AKW-Betreiber Tepco seit Jahrzehnten für gefährliche Arbeiten gerne Obdachlose, Gastarbeiter, Arbeitslose und sogar Minderjährige heranzieht.  „Wegwerfarbeiter“ würden sie in Japan genannt, weil sie, wenn sie „halbwegs verstrahlt“ seien, einfach wieder gefeuert würden, wie der Journalist von einem Japanischem Arzt erfuhr. Eine schamlose, menschenverachtende Ausbeutung von Menschen, die keine andere Arbeit bekommen …

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Verweichlicht oder prekär?

Die einen erwartet „Karoshi“ – Tod durch Überarbeiten, die anderen können sich als „Freeters“ im Internet-Café gerade noch eine Schlafbox leisten – das ganz normale Arbeitsleben in Japan …

„Freeter“, eine Wortschöpfung aus dem englischen „freetime“ und der Endung des deutschen Wortes „Arbeiter“, bezeichnete laut ARTE in den 90er Jahren Aussteiger, die nicht – wie in Japan üblich – ihr ganzes Leben einer Firma widmen wollten, sondern sich lieber mit Minijobs durchschlugen, um mehr Zeit zur freien Verfügung zu haben. Heute benennt es (hauptsächlich) junges Jobpräkariat, das in der japanischen Leistungsgesellschaft auch zu extrem hohen Selbstmordraten unter jungen Leuten führt. Einfach „zu verweichlichte Jugend“, wie es ein Japaner in der Dokumentation „Tokyo Freeters“ meint? Seht selbst!

Teil 1 (von 4)

die weiteren Teile sind hier verfügbar

ArbVG: Nationalratsgewerkschaftlicher Kniefall

Nun liegt es vor, das Ergebnis der namentlichen Abstimmung im Parlament über die Verschlechterungen der betriebsrätliche Mitbestimmung bei leistungsbezogenen Prämien und Entgelten (§§ 96 u. 97 ArbVG), die – das sei in Erinnerung gebracht – getrennt vom restlichen Gesetzestext abgestimmt wurden. Und: kein einziger/keine einzige ArbeitnehmerInnenvertreterIn im Nationalrat – ob rot oder schwarz – stimmte dagegen! Read more [+]

Adé betriebliche Mitbestimmung – wo war Katzian?

Die Würfel sind gefallen – die betriebsrätliche Mitbestimmung bei „leistungsbezogenen Prämien und Entgelten“ ebenso ….

Die Spannung erreichte gestern ihren Höhepunkt: die Änderung des Arbeitsverfassungsgesetzes, welche in diesem wesentlichen Punkt eine massive Verschlechterung bringen würde, stand im Parlament zur Abstimmung. GPA-djp-Vorsitzender und Abgeordneter zum Nationalrat Katzian, der noch beim GPA-djp-Bundesforum seinen massiven Einsatz versprach, glänzte durch Abwesenheit. Welche wichtigeren Termine ihn verhinderten, wissen wir nicht, nur so viel: bei den Kollektivvertragsverhandlungen war er nicht, im Parlament war er nicht – vielleicht war ein wichtiges AUSTRIA-Fussballmatch ….

Die restlichen SP-GewerkschafterInnen in Parlament taten sich bei der Debatte durch Schweigen oder Zustimmung hervor.

Doch nun der Reihe nach: nach Hinweis durch die AUGE/UG wurde die GPA-djp mit einer Unterschriftenaktion und Presseaussendung, die Grünen im Parlament aktiv: erst im Sozialausschuss, letztlich im Plenum, wo sie eine getrennte Abstimmung der beiden verschlechternden Paragrafen erwirkten. Diese ging dann mit 100 zu 68 Stimmen für die Verschlechterungen aus … Das demnächst vorliegende  Ergebnis der namentlichen Abstimmung wird noch das Abstimmungsverhalten der GPA-djp-FunktionärInnen erhellen. Was mit den 2.600 Unterschriften bei der GPA-djp passiert(e), ist uns nicht bekannt … Read more [+]

Urgent Action: Beschneidung der betrieblichen Mitbestimmung verhindern!

Am 17. November wird im Nationalrat eine Novelle des Arbeitsverfassungsgesetzes behandelt werden, die den jahrelangen und erfolgreichen Kampf von Betriebsratskörperschaften und der GPA-djp rund um leistungs-und erfolgsbezogene Entgeltsysteme mit Zielvereinbarungen zunichte macht: § 96 Abs.1 Z.4 ArbVG soll so geändert werden, dass nur mehr Akkordlöhne und akkordähnliche Entgeltformen erfasst werden. Die in diesem Passus des ArbVG jetzt erwähnten „sonstigen“ leistungsbezogenen Prämien und Entgelte, die „auf Arbeits(Persönlichkeits)bewertungsverfahren, statistischen Verfahren, Datenerfassungsverfahren, Kleinstzeitverfahren oder ähnlichen Entgeltfindungsmethoden beruhen…“, sollen ersatzlos gestrichen werden!

Wenn im Betrieb – was im Angestelltenbereich häufig vorkommt – regelmäßige Prämien, Boni aufgrund von guter Leistung oder Kleinstzeitverfahren (z.B. REFA) angewendet werden, dann soll der Betriebsrat in Zukunft nicht mehr mitreden können

fasst der Blog der Abteilung Arbeit & Technik der GPA-djp unter SOS-Mitbestimmung zusammen.

Damit das nicht passiert, bist DU gefragt! Schicke dringend mails an die Spitze der ArbeitnehmerInnenvertretung, wie es auch die Betriebsratsvorsitzende von Novartis bereits in einem Brief an den ÖGB-Präsidenten getan hat!

  • ÖGB-Präsident Erich Foglar: erich.foglar@oegb.at
  • Leiter der ÖGB-Grundsatzabteilung Bernhard Achitz: bernhard.achitz@oegb.at
  • AK-Präsident Herbert Tumpel: herbert.tumpel@akwien.at
  • AK-Direktor Werner Muhm: werner.muhm@akwien.at Read more [+]

Kennen Sie “Semco”?

Über demokratische Unternehmen verschiedener Ausprägung und die Auswirkungen auf das generelle Handeln von dort Beschäftigten im Alltag, haben wir im Beitrag „Chefs wählen …“ ja schon berichtet. Weil uns aber jedes neue Beispiel neue Hoffnung gibt, verweisen wir gerne auch auf einen Eintrag im Belvederegassen-blog, in welchem über die Firma Semco u.a. zu lesen ist:

Nun stelle sich mann/frau allerdings vor: da gibt es ein Unternehmen, einen Konzern mit knapp 3.000 MitarbeiterInnen. Also ein Großunternehmen, kein Klein- oder Mittelbetrieb. Diese MitarbeiterInnen wählen ihre Vorgesetzten und bestimmen ihre eigenen Arbeitszeiten und Einkommen.
Es gibt keine Geschäftspläne, keine Personalabteilung, fast keine Hierarchie. Gewinne werden per Abstimmung aufgeteilt, Gehälter und sämtliche Geschäftsbücher für alle einsehbar, …

Um mehr über Semco zu erfahren, klicken sie einfach hier!