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Klimawandel aus alternativer Gewerkschaftssicht

„Klima in der Krise“

nennt sich ein 32 Seiten starker alternativgewerkschaftlicher Beitrag der AUGE/UG zur Klimadebatte – zeitgerecht zur Klimakonferenz in Kopenhagen erschienen. Die AUGE/UG will damit ganz bewusst auch ein Kontrapunkt gegen den gewerkschaftlichen Mainstream in Österreich setzen, wo Klimaschutz beinahe ein Null-Thema ist (s. auch „Die Gewerkschaften, der Klimawandel und die ‘Green Jobs’“).

Dass der Klimawandel eine der zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen ist, hat hingegen der Internationale Gewerkschaftsbund lÀngst erkannt, der in einer ErklÀrung zur Klimakonferenz von Bali im Dezember 2007 schreibt:

„Der Klimawandel ist lĂ€ngst nicht mehr als hypothetisch abzutun, sondern ist zu einer fĂŒr alle erkennbaren und beunruhigenden Gewissheit geworden.“

Die LebensumstĂ€nde von Millionen von ArbeitnehmerInnen wĂŒrden durch den Klimawandel ganz konkret beeintrĂ€chtigt, warnte der IGB.

Die Wirtschaftskrise die Klimakrise weitgehend aus den Schlagzeilen verdrĂ€ngt. Dabei haben beide die gleichen Ursachen: sie sind Folgen eines Wirtschaftssystems, das ĂŒber Jahrzehnte hinweg eine Wachstumsideologie gepredigt hat, die keine Grenzen kennt – weder ökonomische noch ökologische. Die Folgen erleben wir gerade hautnah. Die richtigen SchlĂŒsse werden allerdings nach wie vor nicht gezogen. Bislang auch nicht bei den österreichischen Gewerkschaften.

Inhaltsverzeichnis

Download bzw. bestellen gegen Versandkosten unter auge@ug-oegb.at

Veranstaltung: Datenschutz im Betrieb

Grund genug fĂŒr eine solche Veranstaltung gibt es ja:

DATENSCHUTZ IM BETRIEB
Gelebte Praxis oder heiße Luft?

Mittwoch, 25.11.2009, 16-19 Uhr
GPA-djp Vista 3, Alfred Dallinger Platz 1, 1034 Wien

Als Appetitanreger ein kurzer Auszug aus einer von der AK Wien und Fachgewerkschaften in Auftrag gegebenen FORBA-Studie zum Datenschutz im Betrieb:

Zwei Drittel der befragten BetriebsrätInnen sind mit sieben oder mehr Systemen im Betrieb konfrontiert, die Beschäftigtendaten verwenden. (…) etwa in 50% der befragten Betriebe werden Videokontrollsysteme eingesetzt. Obwohl hier eine Betriebsvereinbarung notwendig wäre, wurde eine solche aber nicht einmal in der Hälfte der Fälle abgeschlossen. (…)

Details zur Veranstaltung sowie einen Bericht ĂŒber eine vorangegangene Veranstaltung findet ihr am Blog der GPA-djp-Abteilung ‚Arbeit & Technik‘.

Österreichweite Aktionen fĂŒr faire Arbeitsbedingungen bei Lidl

SĂŒdwind-Presseaussendung: Österreichweite Aktionen fĂŒr faire Arbeitsbedingungen bei Lidl
AnlĂ€sslich des Welttags fĂŒr menschenwĂŒrdige Arbeit am 7. Oktober machte I SHOP FAIR, das KonsumentInnen-Netzwerk von SĂŒdwind gemeinsam mit der Clean Clothes Kampagne auf die Arbeitsbedingungen von ArbeiterInnen in den Zulieferbetrieben des Diskonters Lidl aufmerksam.

Fotos von der Aktion
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"Goldene Nase" fĂŒr Schlecker

Immer perfider werden die GeschÀftsmethoden der Firma Schlecker. Neuer Trick derzeit in Deutschland: Eröffnung neuer XL-MÀrkte bei gleichzeitiger Schliessung der bisherigen Filialen.

Bei Schlecker werden der Gewerkschaft Verdi zufolge die Mitarbeiter der alten Filialen entlassen und dann zum Teil zu deutlich schlechteren Konditionen in den neuen MĂ€rkten wieder angestellt,

schreibt Der Westen.

In den neuen XL-MĂ€rkten liegen die Löhne bei etwa 6,50 Euro statt der bisherigen 12,93 Euro pro Stunde. Die neuen/alten BeschĂ€ftigten werden ĂŒber die Leiharbeitsfirma Meniar befristet und meist geringfĂŒgig angestellt und neuen Schlecker-MĂ€rkte verliehen – mit niedrigeren Löhnen, einer Arbeitszeit von 42 statt 37,5 Stunden und weniger Urlaubsanspruch.

In einem Kommentar zum sternTV-Bericht „Neues GeschĂ€ftmodell: Kleine Löhne bei Schlecker-XL“ beschreibt eine Betroffene, wie’s geht:

Bei uns in der Filiale war ein Aushang das Schlecker 400-Euro-KrĂ€fte und TeilzeitkrĂ€fte sucht. (Es war die Rede von “ Schlecker stellt ein..“ – von einer Leihfirma stand da nichts !!!) Da ich seit 2 Jahren arbeitslos bin habe ich mich darauf beworben (…) Ich bekam allerdings nur ein Angebot auf 400 Euro-Basis. Gut dachte ich, besser als nix. (…) Read more [+]

Die ĂŒberwachte Belegschaft

Aus aktuellem Anlass sei hier auf ein paar schöne Links verwiesen, die den betrieblichen Datenschutz im Zentrum ihrer Berichterstattung haben:

Daten im Betrieb berichtet nicht nur ĂŒber die ĂŒberwachte Belegschaft, sondern gibt auch Rechtsinfos (beispielsweise zur VideoĂŒberwachung) und kann sogar von Erfolgen berichten.

Der Blog der Abteilung Arbeit & Technik der GPA-djp beschĂ€ftigt sich generell mit dem technologischen Wandel in der Arbeitswelt und aktuell mit dem Umgang mit Krankenstandsdaten und sogenannten „KrankenstandsrĂŒckkehrgesprĂ€chen“ und bietetet ebenfalls rechtliche Informationen dazu.

In den jeweiligen blog-rolls bzw. Link-Listen gibts dann noch weitere Tipps.

SolidaritÀt mit Schlecker-BeschÀftigten

Über die katastrophalen Arbeitsbedingungen bei Schlecker haben wir hier ja schon berichtet.

Die Gewerkschaft GPA-djp hat nun eine Online-Unterschriftenaktion gestartet, die bessere Arbeitsbedingungen und die Einhaltung von Gesetzen (!) und KollektivvertrÀgen fordert.

Wie dankbar die Schlecker-MitarbeiterInnen ĂŒber diese UnterstĂŒtzung sind, zeigt nachstehendes Zitat aus der Schlecker-Erfahrungsbörse:

habe geraden von den Postkartenaktionen der GPA gelesen. Das finde ich absolut gut. Hier werden endlich die Kunden aufmerksam gemacht, wir dĂŒrfen das ja nicht. Nur hier kann man wirkungsvoll ansetzen. Verdi mach in Deutschland auch ordentlich Druck, wenn die GPA hier auch nicht nachlĂ€sst kann man vielleicht doch noch was erreichen. Mir wird es wahrscheinlich nichts mehr bringen aber allen anderen.

Resignation im Job steigt

Viele ArbeitnehmerInnen haben ihre Erwartungen an die berufliche TĂ€tigkeit nach unten geschraubt und glauben nicht mehr an eine positive VerĂ€nderung ihrer Arbeitsbedingungen. Rund 10 Prozent der BeschĂ€ftigten mĂŒssen zur Gruppe der völlig Resignierten gezĂ€hlt werden,

stellt der Arbeitsklima-Index September 2009 der AK-Oberösterreich fest.

Aktuell sind besonders von Resignation betroffen sind  BeschÀftigte im Fremdenverkehr, der Baubranche sowie im öffentlichen Dienst und in den Sozialversicherungen.

Der Motivationsverlust nimmt mit der Dauer der BeschĂ€ftigung zu und ist in Kleinbetrieben höher als in Grossbetrieben: In Betrieben mit bis zu vier BeschĂ€ftigten betrĂ€gt der Anteil der völlig Resignierten rund 14 Prozent, in Großbetrieben (ab 500 BeschĂ€ftigten) neun Prozent.

Das Leisten von Überstunden scheint tendenziell eher motivationshemmend zu sein. ArbeitnehmerInnen, die Überstunden leisten mĂŒssen, beurteilen ihre berufliche Situation resignierter als ArbeitnehmerInnen ohne Überstunden. Überstunden fördern offenbar Resignation …

Diskriminierung am Arbeitsplatz

Gewerkschaftliche Politik und Praxis gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz

thematisiert FORBA-Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt in seinem nÀchsten FachgesprÀch zur Arbeitsforschung am

Mittwoch, 24. Juni 2009, 17:00 – 18:30 Uhr
Seminarraum FORBA

Inputs:

Antidiskriminierung: ein Thema fĂŒr die österreichischen Gewerkschaften? (Bettina Haidinger,  FORBA)
Überblick ĂŒber die bestehende Politik und Praxis der Gewerkschaften gegen Diskriminierung in der Arbeitswelt auf Grundlage aktueller FORBA-Forschungsergebnisse

Gewerkschaftliche Initiativen fĂŒr und von MigrantInnen. Praxis und Ausblick (Mehmet SoytĂŒrk,  GPA-DJP-RegionalsekretĂ€r)
ReprĂ€entation von MigrantInnen in der Gewerkschaft allgemein und konkrete gewerkschaftlichen Initiativen, u.a. GPA-DJP Projekt „MigrantInnen im Handel“, um die spezifische Situation von MigrantInnen am Arbeitsplatz zu adressieren und Diskriminierung aufgrund der ethnischen Herkunft zu bekĂ€mpfen.

Anmeldung: office@forba.at (begrenzte TeilnehmerInnenzahl!)

Das System Schlecker

Eine Befragung der BeschĂ€ftigten durch die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) ergab – wie auch schon aus Deutschland bekannt – katastrophale Arbeitsbedingungen bei der Drogeriekette Schlecker.

Die traurigen „Highlights“ daraus:

Einkommen und Arbeitszeit:

  • BeschĂ€ftigte berichten, dass sie jederzeit fĂŒr Mehrarbeit zur VerfĂŒgung stehen mĂŒssen. Jede/r dritte Befragte hat angegeben, dass sie regelmĂ€ĂŸig mehr Stunden arbeiten muss als vereinbart ist und dennoch der Arbeitsvertrag vom Dienstgeber niedrig gehalten wird.
  • Fast die HĂ€lfte aller Befragten hat angegeben, dass die Lage der Arbeitszeit einseitig angeordnet wird. Z. T. auch in mehreren Diensten am selben Tag, die zeitlich nicht zusammenhĂ€ngen. Read more [+]

AK-Studie zur Situation der Handels-Angestellten

Die zentralen Ergebnisse einer aktuellen AK-Studie  „BeschĂ€ftigung im Handel“:

Mit insgesamt 524.000 BeschĂ€ftigten zĂ€hlt der Handel zu den grĂ¶ĂŸten Arbeitgebern in Österreich. Die Branche ist fĂŒr viele der Einstieg in den Arbeitsmarkt, allerdings zu immer hĂ€rteren Bedingungen. So wird Teilzeit und geringfĂŒgige BeschĂ€ftigung fĂŒr immer mehr BeschĂ€ftigte, insbesondere fĂŒr Frauen zum Dauerzustand. FĂŒr immer mehr reicht das Einkommen kaum zum Auskommen. Die Arbeitszeiten liegen oft an den Wochenenden. So wird es fĂŒr viele BeschĂ€ftigte besonders schwer, Beruf und Privatleben miteinander zu vereinbaren. Stattdessen steigt die Angst um den Arbeitsplatz in einer Branche, in der die BeschĂ€ftigten als schnell ersetzbar gelten. Beruflicher Aufstieg und Karriere bleibt fĂŒr viele ein Traum. Read more [+]