Unselbständig Beschäftigte in Österreich (I): Entwicklungen der letzten Jahre

Der Arbeitsmarkt in Österreich hat sich in den vergangenen Jahrzehnten markant verändert. Die Anzahl der unselbständig Beschäftigten steigt seit Jahren beständig an, hauptsächlich verantwortlich dafür sind die immer mehr auf den offiziellen Arbeitsmarkt drängenden Frauen aber auch durch die ausländischen ArbeitnehmerInnen.

Teilzeitarbeit hat sich in den letzten fünfzehn Jahren verdoppelt, was zum überwiegenden Teil auf die Zunahme bei den Frauen zurückzuführen ist. Die offiziell gemeldete Zahl der Arbeitslosen hat sich im Vergleich zu vor zwölf Jahren um knapp 10 % erhöht, die der SchulungsteilnehmerInnen gar verdreifacht. Diese und andere Entwicklungen des österreichischen Arbeitsmarktes möchte dieser Beitrag eingehender diskutieren.


Entwicklung der unselbständigen Beschäftigung in Österreich

Die Anzahl der unselbständig Beschäftigten lag Ende 2009 bei 3,37 Mio Menschen. Im Vergleich zu 1998 erhöhte sie sich um 9,6 %, verglichen mit 1980 gar um 21 %. Damals waren 2,79 Mio Personen unselbständig beschäftigt. Die durchschnittliche jährliche Zunahme der unselbständig Beschäftigten zwischen 1998 und 2009 betrug 0,8 %.



Quelle: AMS, BMASK Bali-Datenbank

Die Zunahme der unselbstständig Beschäftigten verlief im Beobachtungszeitraum (1980-2009) nicht geradlinig. Mitte der 80er Jahre kam es zu einem temporären Rückgang ebenso wie Mitte der 90er Jahre. 2008 wurde die höchste Zahl an unselbständig Beschäftigten gezählt, sie erreichte 3,420.494 Personen. 2009 kam es im Zuge der Auswirkungen der weltweiten Finanzmarktkrise zu einem Rückgang um 47.000 Personen auf insgesamt 3,37 Mio Personen. Die Schwankungen bei den Unselbständig Beschäftigten sind in engen Zusammenhang mit der konjunkturellen Entwicklung der österreichischen Wirtschaft zu sehen.

Männerbeschäftigung, Frauenbeschäftigung

Nach wie vor sind mehr Männer als Frauen unselbständig beschäftigt. 2009 gab es rund 200.000 mehr männliche Arbeitnehmer als weibliche. Bemerkenswert ist aber, dass Frauen in den letzten Jahren vermehrt auf dem offiziellen Arbeitsmarkt tätig werden. 1998 waren es 1,33 Mio Frauen, 2009 stieg diese Zahl um mehr als 255.000 oder um 19,2 % auf knapp 1,59 Mio Frauen. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich die Anzahl unselbständig beschäftigter Männer um 41.000 auf 1,79 Mio (+ 2,4 %). Die durchschnittliche jährliche Zunahme der Arbeitnehmerinnen im Zeitraum von 1998 bis 2009 belief sich auf 1,6 %, das der Arbeitnehmer nur auf 0,2 %.

Quelle: AMS, BMASK Bali Datenbank

Die Anzahl der Geringfügig Beschäftigten, das sind diejenigen Personen, die unter der Geringfügigkeitsgrenze verdienen (2010 sind das weniger als 366,33 Euro pro Monat), belief sich 2009 auf 288.194. Bezogen auf die unselbständig Beschäftigten machte das einen Anteil von 8,5% aus, im Jahre 2000 hatte der Anteil noch um mehr als 2 Prozentpunkte weniger ausgemacht. Freie Dienstverträge machen auf dem österreichischen Arbeitsmarkt nur eine marginale Größe aus, 2009 waren 24.129 Personen als freie Dienstnehmer beschäftigt (0,7% bezogen auf die Gesamtzahl der Unselbständig Beschäftigte).

„AusländerInnenbeschäftigung“ in Österreich

Am markantesten ist die Entwicklung der ausländischen ArbeitnehmerInnen auf dem österreichischen Arbeitsmarkt verlaufen. Zwischen 1998 und 2009 erhöhte sich ihre Zahl um knapp 132.000 auf 430.491 oder um 44 %. Durchschnittlich stieg ihre Anzahl um 3,4 % pro Jahr. Somit erhöhte sich auch der Anteil ausländischer ArbeitnehmerInnen an den Unselbständig Beschäftigten deutlich: 1997 hatte er noch 9,7 %, 2009 war er auf 12,9 % gestiegen. Rund 255.000 der ausländischen ArbeitnehmerInnen kamen aus Nicht-EU-Mitgliedsstaaten (2009). 59,2 % waren männlich und 40,8 % weiblich (2009).

Quelle: BMASK, Bali-Datenbank

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