AK Oberösterreich: „ARBEIT FAIR TEILEN“

42,3 Wochenstunden arbeiten in Österreich durchschnittlich Vollzeit beschäftigte Männer. Vollzeit beschäftigte Frauen arbeiten im Jahr 2010 durchschnittlich 40,4 Wochenstunden. Die Wunscharbeitszeit ist eine ganz andere: bei Männern beträgt diese 39,5 Wochenstunden, bei Frauen 38,1 Wochenstunden. So die Broschüre der AK-Oberösterreich „Arbeit Fair teilen“.

Und die AK präsentiert noch weitere interessante Ergebnisse:

  • 35 % der Männer und rund 20 % der Frauen müssen länger als 40 Wochenstunden arbeiten. Tatsächlich wünschen sich allerdings nur 13 % der Männer und 4 % der Frauen derartig lange Wochenarbeitszeiten.
  • Kürzer als 40 Wochenstunden wollen dagegen 84 % der männlichen Vollzeitbeschäftigten arbeiten: die würden gerne bei maximal 39,5 Wochenstunden Schluss machen. 53 % der Vollzeit arbeitenden Frauen sehen das ähnlich.
  • Umgekehrt ist es bei Teilzeit beschäftigten Männern und Frauen: Teilzeit arbeitende Fauen würden z.B. lieber 24 Wochenstunden statt der üblichen durchschnittlich 23,5 Wochenstunden arbeiten, Teilzeit beschäftigte Männer lieber 24,4 statt der durchschnittlich geleisteten 21,5 Wochenstunden.

Österreich: Zweitlängste Arbeitszeiten im Euroraum

Im Vergleich zu den anderen EU-Ländern arbeiten Vollzeit beschäftigte ÖsterreicherInnen überdurchschnittlich lang:

  • in den 27 EU-Ländern betrug die durchschnittliche Wochenarbeitszeit über die ersten drei Quartale des Jahre 2010 gerechnet 39,8 Stunden
  • in den 17 Staaten des Euro-Raums lag die Arbeitszeit bei 39,4 Wochenstunden
  • in Österreich abeiteten Vollzeitbeschäftigte dagegen im Schnitt 40,6 Wochenstunden.

Das ist EU-weit die fünftlängste Vollzeit-Woche, im Euro-Raum hinter Luxemburg die zweitlängste!

Überstunden „fressen“ tausende Jobs

700.000 bis 750.000 ArbeitnehmerInnen – d.s. ein Fünftel bis ein Viertel aller unselbständig Beschäftigten – leisteten in den ersten drei Quartalen 2010 Überstunden. Zwei Drittel der Überstundenleistenden sind dabei Männer. 60 % der Überstunden Leistenden waren dabei Angestellte, 23 % ArbeiterInnen und 16 % öffentlich Bedienstete.

156.000 ArbeitnehmerInnen leisten zwar Überstunden, bekommen diese allerdings nicht bezahlt: insgesamt wurden 77 Millionen Stunden ohne Überstundenentgelt (und ohne Zeitausgleich) geleistet! Insgesamt wurden im Jahr 2009 313,8 Millionen Überstunden geleistet, alleine vom ersten bis zum dritten Quartal 2010 bereits 230,4 Millionen. Im Durchschnitt arbeiten Überstunden leistende Beschäftigte rund acht bis neun Stunden länger, als pro Woche vorgesehen.

Umgelegt auf eine 40-Stunden-Woche entsprechen die geleisteten Überstunden der Arbeit von rund 150.000 Vollzeitbeschäftigten! Bei einer klugen Aufteilung eines Teils der Mehrarbeit und einem effektiven Abbau der Überstunden wäre ein beschäftigungswirksamer Effekt von einem Viertel bis zu einem Drittel dieses Volumens – das wären 40.000 bis 60.000 Arbeitsplätze – durchaus realistisch!

Mehr zum Thema „Arbeit Fair Teilen“, sowie die dazugehörige Broschüre auf der Homepage der AK-Oberösterreich.

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