GPA-djp Wien für 30-Stunden-Woche

30_stunden_wocheErfreuliches gibt es vom Regionalforum – dem Gewerkschaftstag – der GPA-djp Wien zu berichten. Ein Antrag der AUGE/UG in dem eine umfassende Arbeitszeitverkürzung in Richtung 30-Stunden-Woche gefordert wurde fand eine Mehrheit. Damit ist die 30-Stunden-Woche Programm der GPA-djp Wien.

Forderung nach Arbeitszeitverkürzung auch im Leitantrag der GPA-djp Wien

Forderungen nach einer Arbeitszeitverkürzung bzw. nach „Guten Arbeitszeiten“ finden sich auch im Leitantrag der GPA-djp. Die Gewerkschaft der Privatangestellten fordert u.a.

  • einen Überstunden Euro oder höhere Beiträge zur Arbeitslosenversicherung pro geleisteter Überstunden
  • eine sechste Urlaubswoche für mehr ArbeitnehmerInnen mittels voller Vordienstzeitenanrechung
  • ein Recht auf Bildungskarenz und Sabbatical sowie einen Rechtsanspruch auf Altersteilzeit
  • sowie den Ausbau der Freizeitoption als bewährtes kollektivvertragliches Instrument zur arbeitneghmerInnenorientierten Arbeitszeitflexibilisierung

Eher zurückhaltend blieb der Leitantrag in Sachen genereller Arbeitszeitverkürzung: hier forderte die GPA-djp eine gesetzliche Arbeitszeitverkürzung auf 38,5 Wochenstunden mit der Perspektive einer kollektivvertraglichen Arbeitszeitverkürzung von 35 Wochenstunden. Dieser Passus ist nun mit der Annahme des AUGE/UG-Antrags überholt.

Diskussion um 6-Stunden-Arbeitstag

Wurde der Antrag auf eine 30-Stunden-Woche auch mit großer Mehrheit angenommen, fand der 6-Stunden-Arbeitstag als anzustrebende tägliche „Normalarbeitszeit“ keine Mehrheit. Als Argument gegen den 6-Stunden-Arbeitstag wird u.a. immer wieder vorgebracht, dass ArbeitnehmerInnen Arbeitszeiten lieber blocken würden, um so einen zusätzlichen freien Tag zu gewinnen. So verlockend dieses Argument auch klingt, aus einer Geschlechterperspektive ist gerade auch der 6-Stunden-Arbeitstag eine wichtige Forderung zur gerechteren Verteilung bezahlter und unbezahlter täglicher Arbeit: denn Kinder sind jeden Tag zu betreuen, von der Schule oder vom Kindergarten abzuholen, täglich gilt es zu kochen, Hausaufgaben zu machen, entsprechende Hausarbeiten zu erledigen. Mit einer Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit alleine ist es da nicht getan. Die AUGE/UG bleibt daher bei ihrer Forderung nach dem 6-Stunden-Arbeitstag.

Erfreulich ist das Bekenntnis zu einer 30-Stunden-Woche als künftiges „Normalarbeitszeitmodell“ allemal und stellt sich in eine Reihe mit prominenten ArbeitszeitexpertInnen wie Jörg Flecker, Heinz J. Bontrup und anderen.

AUGE/UG-Ideen setzen sich durch: Auch GPA-djp für Mindestarbeitszeiten

Weiters erfreulich: die AUGE/UG hat zuallererst die Forderung nach „Mindestarbeitszeiten“ erhoben. Teilzeitarbeit sollte nach unten „gesockelt“ werden, also nicht unter ein bestimmtes Stundenmaß fallen dürfen, um Einkommen aus Teilzeit – und damit in Folge soziale Absicherung im Falle von Arbeitslosigkeit oder im Alter – nach unten abzusichern. Die GPA-djp hat diese Idee nun aufgegriffen und fordert in ihrem Leitantrag die „Festlegung von Mindestarbeitszeiten bei Teilzeitbeschäftigung in Kollektivverträgen.“ Diese Forderung ist zwar nicht so weitreichend wie jene der AUGE/UG – wir wollen diese Mindestarbeitszeiten auf gesetzlicher Ebene verankert wissen – aber jedenfalls ein Schritt in die richtige Richtung.

Damit hat die GPA-djp Wien 40 Jahre nach Einführung der 40-Stunden-Woche – mit ihrem Leitantrag und der Annahme des AUGE/UG Antrags auf eine umfassende und gesetzliche Arbeitszeitverkürzung in Richtung „30-Stunden-Woche“ klar Position bezogen. Und das ist gut so.

AUGE/UG Antrag „Für eine umfassende Verkürzung der täglichen und wöchentlichen Arbeitszeit!“

 

 

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