Die Agenda

Arbeit, Zeit und Geld gerecht verteilen – neue Wege in der Lohn- und Arbeitszeitpolitik!

Arbeit, Zeit und Geld stehen in einem engen Zusammenhang. Eine entsprechend bezahlte Vollzeitarbeit sichert stärker gegen Armut ab und schafft ganz andere Lebensverhältnisse und Chancen als ein schlechter bezahltes Teilzeitarbeitsverhältnis. Mit Arbeitslosigkeit geht eine erhöhte Armutsgefährdung bzw. Armut einher. Arbeit, Zeit und Geld sind höchst ungleich verteilt:
Die einen haben ein Zuviel an Arbeit, leisten regelmäßig Überstunden – ob freiwillig oder unfreiwillig, auf Kosten von Gesundheit, Lebensqualität, Beziehung und Freizeit, die anderen haben ein Zuwenig an Arbeit und werden, ebenfalls oft unfreiwillig, in Teilzeitbeschäftigung, prekäre Beschäftigungsverhältnisse oder Arbeitslosigkeit getrieben.

Arbeit, Zeit und Geld haben auch eine Geschlechterdimension:
Höchst ungleich verteilt ist auch die bezahlte und unbezahlte Arbeit, insbesondere zwischen Männern und Frauen. Männer arbeiten überwiegend Vollzeit, Frauen überwiegend Teilzeit. Mit einem Vollzeitarbeitsplatz verbunden sind meist bessere berufliche Aufstiegs- und Weiterbildungschancen und ein höheres Maß an sozialer Sicherheit.

Wir wollen eine gerechtere Verteilung von Arbeit, Zeit und Geld – zwischen den Geschlechtern, zwischen jenen ArbeitnehmerInnen, die ein Zuviel und jenen, die ein Zuwenig haben, zwischen jenen, die eine bezahlte Arbeit haben und jenen, die erwerbsarbeitslos sind. Wir stehen für eine Arbeitszeitpolitik, die sich an den Lebens- und Bedürfnislagen der ArbeitnehmerInnen orientiert, die eine Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben in allen Facetten zulässt, die ausreichend Erholungs-, Regenerations- und Umorientierungsphasen auch über einen längeren Zeitraum hinweg sicherstellt.

Wir sprechen uns dagegen klar gegen eine Arbeitszeitpolitik aus, die unter dem Schlagwort der „Flexibilisierung“ in Wirklichkeit eine Ausdehnung und Ausweitung von Arbeitszeiten auf Kosten von Gesundheit, Freizeit, Erholung und privaten Beziehungen bis hin zum Burn-out bedeutet. Wir stehen damit klar im Widerspruch zum von den Sozialpartnern verhandelten Arbeitszeitflexiblisierungspaket.

In der Lohnfrage fordern wir nicht nur offensive Lohnpolitik, die eine gerechtere Verteilung zwischen Arbeit und Kapital sicherstellt, sondern wollen neue, innovative Wege abseits bisher eingeschlagener gewerkschaftlicher Traditionen gehen: Wir treten für einen gesetzlich garantierten Mindestlohn ein – wie er quer durch Europa auch von den Gewerkschaften gefordert wird und mancherorts bereits umgesetzt ist.

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