Auszeiten

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Die Enquete der AUGE/UG, der Wiener Grünen, und der EU-Grünen am 2. Mai zum Thema Arbeitszeitflexibilisierung – „Alles flexi, oder was?“ war ein voller Erfolg. Zahlreiche Interessierte folgten den ExpertInnen-Inputs von Christine Mayrhuber (WIFO), Gerhard Blasche (Zentrum für Public Health, Med-Uni Wien) und Michael Soder und Stefanie Gerold von der WU Wien über Ansatzpunkte einer geschlechter- und arbeitnehmerInnenorientierten Arbeitszeitpolitik, gesundheitlichen Aspekten flexibilisierter und vor allem langer Arbeitszeiten und erfolgreiche, betrieblicher Arbeitszeitmodelle unter dem Vorzeichen von Arbeitszeitverkürzung. Spannend waren auch die Schilderungen unmittelbar Betroffener bereits bestehender oder drohender Arbeitszeitflexi-Modelle.

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In den nächsten Wochen tagen wieder österreichweit die ArbeitnehmerInnenparlamente – die AK-Vollversammlungen der Länder-Arbeiterkammern – und legen ihre Positionen zu aktuellen politischen Themen fest. Die AK-Fraktionen bringen Anträge bzw. Resolutionen ein, die – wenn sie eine Mehrheit finden – „Programm“ bzw. Forderungen der Arbeiterkammer werden und gegenüber Regierung, Parlament bzw. Wirtschaft vertreten werden. Brandaktuelles Thema aus ArbeitnehmerInnensicht ist natürlich die von der Bundesregierung geforderte und den Sozialpartner zu Verhandlungen überlassene Flexibilisierung der Arbeitszeiten. ArbeitnehmerInnen- und Arbeitgeberpositionen liegen in dieser Frage ja weit auseinander. Die AUGE/UG bringt  eine Resolution zum Thema ein, mit der sich die Arbeiterkammer klar gegen die Begehrlichkeiten der Arbeitgeberverbände WKO und IV – 12-Stunden tägliche Höchstarbeitszeit, 10-Stunden tägliche Normalarbeitszeit, zwei Jahre Durchrechnung, 60 Stunden wöchentliche Höchstarbeitszeit und Aufweichung der Wochenendruhe – positionieren soll. In dieser Resolution werden die ArbeitnehmerInnenparlamente aufgefordert folgende Punkte zu beschließen (aus dem Resolutionstext):

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Unser letzter Clip im Vorfeld unserer Enquete „Alles flexi, oder was?“ am 2. Mai ab 14.00 Uhr im Wiener Rathaus und aktuell zum Tag der Arbeitslosen. Ein Zusammenschnitt der Statements von Thomas Kerekes, Viktoria Spielmann, Walter Braunsteiner und Vera Koller. Über Chancen und Risken flexibler Arbeitszeiten. Einmal mehr gilt: Auf das „Wie“ und „Für Wen“ kommt es an. Es geht darum Arbeitszeiten neu zu denken und menschlich zu gestalten. Im Sinne der unmittelbar Betroffenen.

Clip #4 zum Thema Arbeitszeitflexibisierung. Können flexiblere Arbeitszeiten nicht auch ein Beitrag dazu sein, Erwerbsarbeit und private Verpflichtungen – von Kinderbetreuung bis Pflege – besser zu vereinbaren? Ja, wenn „Flexibilisierung“ in dem Sinne verstanden wird, dass ArbeitnehmerInnen in bestimmten Lebensphasen Arbeitszeitmodelle wählen können, die Notwendigkeiten oder Bedürfnissen in spezifischen Lebenslagen entgegenkommen. Allerdings, so Vera Koller, Juristin darum geht es in der aktuellen Debatte nicht. Es geht nicht um arbeitnehmerInnenorientierte Flexibilisierung, sondern um Arbeitszeiten, die der Interessenslage der Wirtschaft entgegenkommen. „In der Diskussion jetzt geht’s darum, Arbeitszeiten auszubauen.“ Und nicht um bessere Vereinbarkeiten …

Der dritte Clip zu unserer Arbeitszeitenquete „Alles flexi, oder was?“ am 2. Mai im Wiener Rathaus. Dieses mal am Wort: Walter Braunsteiner, Betriebsrat und Softwareentwickler. Flexible Arbeitszeiten sind im IT-Bereich mehr Regel als Ausnahme. Gleitzeit, Telearbeit, Arbeit auf Abruf – vieles ist möglich, weil Gesetz und Kollektivverträge viele Gestaltungsspielräume in Sachen Arbeitszeiten zu lassen. Flexible Arbeitszeiten sind eben längst „gang und gäbe“. Und: mit immer schnellerer Kommunikation und immer moderneren Kommunikationsmitteln verschwimmen Arbeit und Privatleben zusehends. Und wo bleibt das Privatleben? Wo die Erholung?

In unserem zweiten Clip im Vorfeld unserer Enquete „Alles flexi, oder was?“ kommt Viktoria Spielmann zu Wort. Sie studiert und arbeitet. Um Arbeit, Seminare und Prüfungen vereinbaren zu können braucht es entsprechend flexible Arbeitszeiten, die das auch ermöglichen. Die zentrale Frage lautet für Viktoria daher: „Flexibel für wen?“

15000_aktionslogo_schereSeit 40 Jahren gab es in Österreich keine gesetzliche Arbeitszeitverkürzung. Zum Vergleich: In den 25 Jahren davor gab es gleich vier. Ist heute Arbeitszeitverkürzung nicht mehr notwendig? Von Klaudia Paiha

Zunehmender Arbeitsdruck, unbezahlte Überstunden, flexibler Arbeitseinsatz, Abbau von Arbeit­nehmer­Innenrechten, Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse – das ist die Alltagsrealität der Menschen in Österreich. Vor dem Hinter­grund steigender Erwerbslosenzahlen erfolgt eine massive Verschlechterung der Arbeitsbe­dingungen.

Steigende Produktivität führt dazu, dass in derselben Zeit immer mehr Produkte und Dienstleistungen erzeugt werden können – in Österreich stieg sie beispielsweise von 1994 bis 2012 um 24 Prozent, für Deutschland wurde berechnet, dass die selbe Menge an Gütern heute in der Hälfte der Zeit von 1960 produziert werden kann.

„Solange wir eine Person haben, die Arbeit sucht und keine findet, sind die Arbeitszeiten zu lang“,

soll 1887 Samuel Gompers, der damalige Präsident des Gewerkschaftsverbandes AFL in den USA, gesagt haben. Warum?

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Zwerg_rotAm 24. Juni 2014 reichten die Unabhängigen GewerkschafterInnen die BürgerInneninitiative für eine Arbeitszeitverkürzung im Parlament ein. In dieser wird u.a. eine Verkürzung der täglichen Normalarbeitszeit auf 7-Stunden sowie eine deutliche Verteuerung von Überstunden gefordert. Vollkommen unüblich zum üblichen Prozedere wurde die Petition im Rekordtempo beamtshandelt und entsorgt. Das sozialdemokratisch geführte Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz hat zu der BürgerInneninitiative Stellung bezogen – sie zeigt, wo die Sozialdemokratie im Moment steht.  Ein Kommentar von Stefan Steindl

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