Arbeitsmarkt

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Die schwarz-blaue Bundesregierung will ein „Arbeitslosengeld NEU“ einführen. Dieses soll „degressiv“ gestaltet sein – mit Länge der Bezugsdauer sinken und die Notstandshilfe „integrieren“. Das bedeutet nichts anderes, als dass die Notstandshilfe abgeschafft wird. Jährlich rund 320.000 arbeitslose Menschen, die Notstandshilfe beziehen (Schätzung für 2016), wären davon unmittelbar betroffen. Mit Angehörigen zwischen 600.000 und 700.000 Menschen. Regierungsmitglieder bzw. Vertreter der Regierungsparteien geben das auch ganz unumwunden zu. Nach dem Arbeitslosengeld bleibt dann nur noch die Mindestsicherung.

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Die schwarz-blauen Regierungspläne drohen nicht nur die soziale und rechtliche Lage von Arbeitslosen und ArbeitnehmerInnen zu verschlechtern. FPÖ und ÖVP planen ganz offensichtlich einen Totalumbau der Arbeitsmarktpolitik in Österreich.

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1. Neuausrichtung der Arbeitsmarktpolitik

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In der aktiven Arbeitsmarktpolitik steht ein grundlegender Politikwechsel bevor. Dieser kann in aller Kürze auf „Mehr Geld für Unternehmen, weniger Geld für benachteiligte Gruppen“ zusammengefasst werden.

Diese Neuausrichtung hat  – mit dem Aussetzen der Aktion 20.000 + – einer Beschäftigungsinitiative für ältere und Langzeitarbeitslose im gemeinnützigen und kommunalen Bereich – bereits erste, ganz konkrete Formen angenommen. Qualifizierungsmaßnahmen sollen künftig „verstärkt in Kooperation mit Unternehmen durchgeführt“ werden, Schulungen auf einen unmittelbar konkreten Arbeitsplatz hin erfolgen.

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Schon zum Tag der Arbeitslosen 2012 haben wir diesen Kurzfilm machen lassen. Und er ist heute genauso aktuell wie damals. Wenn nicht so gar aktueller. Weil er den engen Zusammenhang zwischen Einsparungen bei sozialen Diensten und den Anstieg von Frauenarbeitslosigkeit aufzeigt. Und das ist eben noch aktueller geworden, weil 2012 der „Fiskalpakt“ beschlossen wurde, in dem sich alle Euro-Staaten per Gesetz zu einem strikten Sparkurs verpflichtet haben. Seit damals steigt insbesondere auch die Arbeitslosigkeit bei den Frauen. Weil die Sparmaßnahmen der öffentlichen Hand bei Bildung, Pflege, Betreuung, sowie im  Sozial- und Gesundheitsbereich Frauen gleich doppelt treffen: einerseits, weil in diesen Branchen der Frauenanteil unter den Beschäftigten  hoch ist, und bei Einsparungen daher insbesondere Frauenjobs verloren gehen. Andererseits weil  Frauen aufgrund der immer noch vorherrschenden geschlechtertypischen Arbeitsteilung – Frauen machen immer noch den größten Teil der unbezahlten Haus-, Betreuungs- und Pflegearbeit –  auf gut ausgebaute, soziale Dienste in den Bereichen Pflege und Kinderbetreuung angewiesen sind, um überhaupt einer Erwerbstätigkeit – vielfach ohnehin nur Teilzeit – nachgehen zu können. Wird bei Ausgaben für soziale Dienste gesprart, drohen Frauen noch stärker aus der Erwerbsarbeit in die häusliche Pflege- und Betreuungsarbeit gedrängt zu werden.  Was auf Kosten ihrer finanziellen Eigenständigkeit, sozialen Sicherheit und Selbstbestimmung geht. Genau darum sind gut ausgebaute öffentliche und soziale Dienste gerade für Frauen so wichtig und treffen Ausgabenkürzungen in diesen Bereichen Frauen besonders stark!

 

 

Logo_AL_KampagneWarum steigt die Arbeitslosigkeit so stark?

Mit Ausbruch der Wirtschaftskrise 2008 stieg die Arbeitslosigkeit stark an. Damals steuerte die Regierung mit öffentlichen Ausgaben und Kurzarbeit dagegen und die Arbeitslosigkeit konnte eingedämmt werden. 2012 verpflichteten sich alle EU-Staaten vertraglich zu Ausgabenkürzungen („Fiskalpakt“), um die u.a. wegen der Bankenrettung gestiegen Staatsschulden abzubauen. Wenn aber alle Staaten, Länder und Gemeinden gleichzeitig sparen, gibt es weniger öffentliche Aufträge für Unternehmen, dafür aber mehr Arbeitslose und geringere Steuereinnahmen. So haben wir mehr und mehr Arbeitslosigkeit, für deren Bekämpfung immer weniger Geld da ist. Ein Teufelskreis! Sparen führt nur noch tiefer in die Krise. Der Weg aus der Krise führt über sinnvolle und zielgerichtete Investitionen!

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Warum ist die Frauenarbeitslosigkeit so stark gestiegen?

Frauen_ArbeitslosigkeitMit Ausbruch der Finanzkrise 2008 stieg zuallererst die Arbeitslosigkeit bei Männern in der Industrie stark an. Mit Kurzarbeit und Konjunkturpaketen gelang es, die Arbeitslosenzahlen in Grenzen zu halten. Spätestens seit 2012 kam es auch zu einem deutlichen Anstieg der Frauenarbeitslosigkeit. Damals verpflichteten sich die EU-Staaten zu drastischen Sparmaßnahmen („Fiskalpakt“). Damit sollten die vor allem wegen der Bankenrettung gestiegenen Staatsschulden reduziert werden. Ausgaben für Pflege, Gesundheit und Bildung wurden gekürzt – Bereiche, wo besonders viele Frauen arbeiten. Aber auch der Handel mit seinen vielen weiblichen Beschäftigten ist betroffen: wenn der Staat weniger investiert, steigt  die Arbeitslosigkeit,  den Menschen bleibt immer weniger Geld für Konsum und Existenzsicherung. Der EU-weite Sparkurs bei öffentlichen Ausgaben trifft also Frauen besonders hart!

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Von den Wünschen der Menschen her wäre eine 30-Stunden-Woche für alle das Ideal,

meint Josef Ehmer, Sozial- und Wirtschaftshistoriker an der Uni Wien in einem aktuellen Interview mit der Wiener Zeitung, in welchem er über Veränderungen in der Arbeitswelt, bezahlte und unbezahlte Arbeit, Bildung, soziale Sicherheit und ideale Arbeitszeit spricht.

Es wird eine stärkere Vermischung von Arbeitsformen geben. Zwischen 30 und 50 werden wir nicht nur Erwerbsarbeit nachgehen, sondern auch Bildungsarbeit, Familien- und Pflegearbeit.

Die Arbeitszeit-Zukunft sieht er eher in nach unterschiedlichen Lebensphasen flexiblen Arbeitszeiten, z.B. Auszeiten für Bildung:

Dass Menschen im Laufe ihres Lebens bei unterschiedlichen Arbeitgebern und in verschiedenen Berufen tätig sind, hat es immer gegeben (…) Jetzt ist es wieder im Zunehmen, da durch die schnelle technologische Entwicklung neue Arbeitsfelder geschaffen werden. Das ist eine Herausforderung an das Bildungssystem. Die Vorstellung, dass man seine Ausbildung mit 24 Jahren an der Universität abschließt und das fürs Leben reicht, ist absurd.

Er rechnet damit, dass wir künftig zwar länger arbeiten müssen, es dafür aber zwischendrin grössere Freizeitphasen geben wird.

Das Arbeitsalter wird sich in Zukunft verlängern – vor 100 Jahren war es selbstverständlich, jenseits der 65 zu arbeiten -, dafür werden größere Freizeitphasen in den 30er und 40er Jahren verankert werden. Dass Sabbatical-Angebote zunehmen, ist ein Indiz dafür.

 

Der Arbeitsmarkt in Österreich hat sich in den vergangenen Jahrzehnten markant verändert. Die Anzahl der unselbständig Beschäftigten steigt seit Jahren beständig an, hauptsächlich verantwortlich dafür sind die immer mehr auf den offiziellen Arbeitsmarkt drängenden Frauen aber auch durch die ausländischen ArbeitnehmerInnen.

Teilzeitarbeit hat sich in den letzten fünfzehn Jahren verdoppelt, was zum überwiegenden Teil auf die Zunahme bei den Frauen zurückzuführen ist. Die offiziell gemeldete Zahl der Arbeitslosen hat sich im Vergleich zu vor zwölf Jahren um knapp 10 % erhöht, die der SchulungsteilnehmerInnen gar verdreifacht. Diese und andere Entwicklungen des österreichischen Arbeitsmarktes möchte dieser Beitrag eingehender diskutieren.

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