Arbeitszeitverkürzung

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Wünsche und Wirklichkeit klaffen bei Arbeitszeiten stark auseinander. Während uns Industrie und Wirtschaft  immer wieder – ernsthaft! – Glauben machen wollen, dass die Beschäftigten nur darauf warten, endlich 12-Stunden täglich und 60-Stunden wöchentlich arbeiten zu dürfen, sprechen Studien und Befragungen eine ganz andere Sprache.

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  • Laut einer umfassenden Arbeitszeitstudie der Arbeiterkammer aus dem Jahr 2015 wollen Vollzeitbeschäftigte durchschnittlich um 1 Stunde und 48 Minute je Woche kürzer, Teilzeitbeschäftigte dagegen um 2 Stunden und 42 Minuten länger arbeiten. Besonders ausgeprägt ist der Wunsch nach Arbeitszeitverkürzung in der höchsten Einkommensgruppe – sie ist auch jene Gruppe mit den längsten durchschnittlichen Wochenarbeitszeiten (43,9 Stunden). Einen ebenso ausgeprägten Wunsch nach kürzeren Arbeitszeiten gibt es bei älteren ArbeitnehmerInnen.

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Die zuletzt Dank Kollektivvertragsverhandlungen im Sozialbereich und  Frauen*volksbegehren wieder losgetretene Arbeitszeitdebatte – im Volksbegehren wird ja eine Arbeitszeitverkürzung auf wöchentlich 30 Stunden gefordert – und die Reaktion von WKÖ, ÖVP, FPÖ und NEOS darauf macht’s wieder mal nötig: Nämlich einen Blick auf die tatsächlichen Arbeitszeitwünsche der ArbeitnehmerInnen zu werfen und sich die Polemiken der GegnerInnen der Arbeitszeitverkürzung anzuschauen.

Während uns ÖVP, NEOS, IV und WKÖ ständig und immer, immer wieder einreden wollen, dass die ArbeitnehmerInnen in Österreich ganz wild darauf wären, endlich 12-Stunden-Arbeitstage in Büros, Fabriken und sonstigen Unternehmen ableisten zu dürfen, Arbeitszeitverkürzung dagegen wahlweise entweder total „retro“ und „gescheitert“ ist (WKÖ) oder „ökonomisch fetzendeppert“ (‚Sozial’sprecher der NEOS, Loacker), belegen Studien ganz anderes. Bei der verorteten Sehnsucht der ArbeitnehmerInnen rund um die Uhr für die ArbeitgeberInnen verfügbar sein dürfen, scheint es sich tatsächlich eher um ein ausgesprochenes Minderheitenprogramm zu handeln.

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Unser letzter Clip im Vorfeld unserer Enquete „Alles flexi, oder was?“ am 2. Mai ab 14.00 Uhr im Wiener Rathaus und aktuell zum Tag der Arbeitslosen. Ein Zusammenschnitt der Statements von Thomas Kerekes, Viktoria Spielmann, Walter Braunsteiner und Vera Koller. Über Chancen und Risken flexibler Arbeitszeiten. Einmal mehr gilt: Auf das „Wie“ und „Für Wen“ kommt es an. Es geht darum Arbeitszeiten neu zu denken und menschlich zu gestalten. Im Sinne der unmittelbar Betroffenen.

Warum ist die Frauenarbeitslosigkeit so stark gestiegen?

Frauen_ArbeitslosigkeitMit Ausbruch der Finanzkrise 2008 stieg zuallererst die Arbeitslosigkeit bei Männern in der Industrie stark an. Mit Kurzarbeit und Konjunkturpaketen gelang es, die Arbeitslosenzahlen in Grenzen zu halten. Spätestens seit 2012 kam es auch zu einem deutlichen Anstieg der Frauenarbeitslosigkeit. Damals verpflichteten sich die EU-Staaten zu drastischen Sparmaßnahmen („Fiskalpakt“). Damit sollten die vor allem wegen der Bankenrettung gestiegenen Staatsschulden reduziert werden. Ausgaben für Pflege, Gesundheit und Bildung wurden gekürzt – Bereiche, wo besonders viele Frauen arbeiten. Aber auch der Handel mit seinen vielen weiblichen Beschäftigten ist betroffen: wenn der Staat weniger investiert, steigt  die Arbeitslosigkeit,  den Menschen bleibt immer weniger Geld für Konsum und Existenzsicherung. Der EU-weite Sparkurs bei öffentlichen Ausgaben trifft also Frauen besonders hart!

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15000_aktionslogo_schere_ohne_Text_auf_weiß_150In der AK-Studie „Arbeitszeiten in Österreich: zwischen Wünschen und Realität“ geht der Autor Michael Schwendinger der Frage nach, wie zufrieden denn österreichische ArbeitnehmerInnen mit ihren Arbeitszeiten sind. Das Ergebnis: Vollzeitbeschäftigte wollen kürzer, Teilzeitbeschäftigte länger arbeiten.
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Insgesamt arbeiten österreichische ArbeitnehmerInnen wöchentlich durchschnittlich 35 Stunden und 48 Minuten. Österreich liegt damit unter den zehn EU-Staaten mit den kürzesten Gesamtarbeitszeiten. Also: eh alles paletti? Keineswegs! Die Gründe für diese verhältnismäßig kurzen Wochenarbeitszeiten sind nämlich weniger in allgemeinen Maßnahmen zu einer solidarischen Verkürzung der Arbeitszeit zu suchen als vielmehr Ergebnis, ausgesprochen ungleich verteilter Arbeit und Arbeitszeit zwischen Voll- und Teilzeitbeschäftigten, zwischen Männern und Frauen.
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LOGO_ArbeitsklimaindexDer aktuelle Arbeitsklimaindex 03/15 der AK Oberösterreich bestätigt einmal mehr: Wunsch und Wirklichkeit bei Arbeitszeiten klaffen auseinander. Insgesamt besteht ein Bedürfnis nach kürzeren Arbeitszeiten.

Seit Jahren liegt die durchschnittlich geleistete Arbeitszeit vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer_innen bei rund 42 Wochenstunden. 47 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten müssen gelegentlich Überstunden leisten, 17 Prozent sogar häufig. Während Überstunden vor allem von Vollzeitbeschäftigten erbracht werden, liegt der Anteil der Teilzeitbeschäftigten, die häufig Mehrstunden machen müssen bei 9 Prozent.

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Klaudia Paiha, Bundessprecherin der AUGE/UG begrüßt die Teilnehmer_innen der Enquete im Parlament.

Am 18. Mai fand im Parlament die  Enquete „Weniger ist Mehr! Arbeitszeitverkürzung – ein Modell für die Zukunft?“ statt. Bei dieser gemeinsamen Veranstaltung der AUGE/UG und des Grünen Parlamentsklubs wurde das Thema Arbeitszeitverkürzung aus unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachtet.

Heinz-Josef Bontrup (Westfälische Hochschule, MEMORANDUM-Gruppe) und Christine Mayrhuber (WIFO) beleuchteten das Thema Arbeitszeit und Arbeitszeitverkürzung aus einer volkswirtschaftlichen sowie einer Verteilungs- und Arbeitsmarktperspektive. Jörg Flecker (Universität Wien) stellte die Veränderungen in der Arbeitswelt und die damit einhergehende „Entgrenzung“ von Arbeit in den Mittelpunkt seiner Präsentation. Rudolf Karazman (IGB) richtete den Fokus auf die Auswirkungen von Arbeitszeitregelungen auf die Gesundheit. Claudia Sorger (L & R Sozialforschung) wiederum behandelte das Thema aus einer Geschlechterperspektive und der Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit. Beate Littig (IHS) brachte schließlich noch ökologische Aspekte in die Arbeitszeitdebatte ein. Inzwischen stehen auch die Präsentationen/Foliensätze der Referent_innen und Kommentator_innen hier am Blog zur Verfügung. Das Redaktionsteam der Grünen Bildungswerkstatt Wien hat zusätzlich einen Bericht zur Enquete verfasst.

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Jetzt gibt es die zentralsten Argumente und Forderungen aus  der Arbeitszeitenquete „Weniger ist mehr! Arbeitszeitverkürzung – ein Modell für die Zukunft?“ auch zum Nachsehen und Nachhören. Für alle, die nicht teilnehmen konnten. Wir haben ExpertInnen und ReferentInnen aus Wissenschaft, Gewerkschaft und Politik vor die Kamera zum Interview gebeten. Heinz-J. Bontrup, Claudia Sorger, Bernhard Achitz, Klaudia Paiha und Birgit Schatz sind uns Rede und Antwort gestanden und haben noch einmal die für sie wichtigsten Gründe, warum es eine umfassende Arbeitszeitverkürzung braucht, vorgebracht. Sie haben notwendige gesellschaftliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen die es braucht, damit Arbeitszeitverkürzung ein Erfolgsmodell wird, umrissen. Und sie haben gerne vorgebrachte, gängige Argumente gegen eine Arbeitszeitverkürzung relativiert und entkräftet. Unser Dank gilt dabei insbesondere Wolfgang Weber von wien.tv, der den Film gedreht und geschnitten hat. Wir empfehlen: Anschauen! Es zahlt sich aus. Unser Dank

Enquete_AZV_ParlamentAm Montag den 18. Mai ist es so weit. An diesem Tag findet im Parlament die gemeinsame Enquete der AUGE/UG und des Grünen Parlamenstklubs zum Thema Arbeitszeit statt. Titel: „Weniger ist mehr! Arbeitszeitverkürzung – ein Modell für die Zukunft?“ Die Enquete dauert von 9.30 bis 14.30 Uhr  im Abgeordnetenzimmer des Parlaments, Dr.-Karl-Renner-Ring 3, 1017 Wien statt. Anmeldungen  sind  nur noch heute (15. Mai)  möglich und unbedingt erforderlich, da nur noch wenige Restplätze vorhanden sind.

Beiträge und inhaltliche Inputs  kommen dabei u.a. von Bernhard Achitz (ÖGB), Heinz-Josef Bontrup (Westfälische Hochschule), Jörg Flecker (Universität Wien), Eva Glawischnig (Klubobfrau der Grünen), Kuno Haas (Grüne Erde), Rudolf Karazman (IBG), Beate Littig (IHS, Universität Wien), Christine Mayrhuber (WIFO), Josef Muchitsch (SPÖ), Klaudia Paiha (AUGE), Birgit Schatz (die Grünen), Claudia Sorger (L&R Sozialforschung) und Gabriele Tamandl (ÖVP)

Das Programm sowie die Einladung kann hier, auf der Website der AUGE/UG nachgelesen bzw. downgeloadet werden. Und nicht vergessen: amtlichen Lichtbildausweis mitnehmen!

Ein Team junger Filmemacher_innen hat eine kurzes Video zum Thema Arbeitszeitverkürzung und 30-Stunden-Woche aus Sicht eines Betroffenen
gedreht. Warum braucht es Arbeitszeitverkürzung? Was macht den Unterschied zwischen einer 30- und einer 40-Stunden-Woche? Wie wirken sich kürzere Arbeitszeiten aus? Zum Anschauen, zum Nachdenken, zum Schmunzeln, um Widerspruch herauszufordern und zum Teilen.

Kamera, Regie und Schnitt: Patrick Kwaśniewski, https://about.me/kwasniewski Produktion: Clara Aimée Toth, Cast: Florian Stohr, Yael Hahn, Florian Hurler,
Clara Aimée Toth Voiceover: Yael Hahn Musik: -pk-, Mit freundlicher Unterstützung von  Café Orient und IG Kultur Österreich, Mit besonderem Dank an Victoria Horvat

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