Frauen

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Schon zum Tag der Arbeitslosen 2012 haben wir diesen Kurzfilm machen lassen. Und er ist heute genauso aktuell wie damals. Wenn nicht so gar aktueller. Weil er den engen Zusammenhang zwischen Einsparungen bei sozialen Diensten und den Anstieg von Frauenarbeitslosigkeit aufzeigt. Und das ist eben noch aktueller geworden, weil 2012 der „Fiskalpakt“ beschlossen wurde, in dem sich alle Euro-Staaten per Gesetz zu einem strikten Sparkurs verpflichtet haben. Seit damals steigt insbesondere auch die Arbeitslosigkeit bei den Frauen. Weil die Sparmaßnahmen der öffentlichen Hand bei Bildung, Pflege, Betreuung, sowie im  Sozial- und Gesundheitsbereich Frauen gleich doppelt treffen: einerseits, weil in diesen Branchen der Frauenanteil unter den Beschäftigten  hoch ist, und bei Einsparungen daher insbesondere Frauenjobs verloren gehen. Andererseits weil  Frauen aufgrund der immer noch vorherrschenden geschlechtertypischen Arbeitsteilung – Frauen machen immer noch den größten Teil der unbezahlten Haus-, Betreuungs- und Pflegearbeit –  auf gut ausgebaute, soziale Dienste in den Bereichen Pflege und Kinderbetreuung angewiesen sind, um überhaupt einer Erwerbstätigkeit – vielfach ohnehin nur Teilzeit – nachgehen zu können. Wird bei Ausgaben für soziale Dienste gesprart, drohen Frauen noch stärker aus der Erwerbsarbeit in die häusliche Pflege- und Betreuungsarbeit gedrängt zu werden.  Was auf Kosten ihrer finanziellen Eigenständigkeit, sozialen Sicherheit und Selbstbestimmung geht. Genau darum sind gut ausgebaute öffentliche und soziale Dienste gerade für Frauen so wichtig und treffen Ausgabenkürzungen in diesen Bereichen Frauen besonders stark!

 

 

Warum ist die Frauenarbeitslosigkeit so stark gestiegen?

Frauen_ArbeitslosigkeitMit Ausbruch der Finanzkrise 2008 stieg zuallererst die Arbeitslosigkeit bei Männern in der Industrie stark an. Mit Kurzarbeit und Konjunkturpaketen gelang es, die Arbeitslosenzahlen in Grenzen zu halten. Spätestens seit 2012 kam es auch zu einem deutlichen Anstieg der Frauenarbeitslosigkeit. Damals verpflichteten sich die EU-Staaten zu drastischen Sparmaßnahmen („Fiskalpakt“). Damit sollten die vor allem wegen der Bankenrettung gestiegenen Staatsschulden reduziert werden. Ausgaben für Pflege, Gesundheit und Bildung wurden gekürzt – Bereiche, wo besonders viele Frauen arbeiten. Aber auch der Handel mit seinen vielen weiblichen Beschäftigten ist betroffen: wenn der Staat weniger investiert, steigt  die Arbeitslosigkeit,  den Menschen bleibt immer weniger Geld für Konsum und Existenzsicherung. Der EU-weite Sparkurs bei öffentlichen Ausgaben trifft also Frauen besonders hart!

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Die Verteilung zwischen Voll- und Teilzeitarbeitsplätzen in Österreich hat sich äußerst divergent entwickelt. Vollzeit arbeiteten 2008 nach Statistik Austria (Arbeitskräfteerhebung 2008, S. 339ff) 2,71 Mio Personen. Verglichen mit 1994 sind das um 29.000 Arbeitsplätze weniger. 2004 hatte es mit 2,592 Mio Arbeitsplätzen die geringste Anzahl in der Periode von 1994 bis 2008 gegeben. D.h. es wurden im Vergleichszeitraum keine neuen Vollzeitarbeitsplätze geschaffen.

Entwicklung der Teilzeitbeschäftigung

Völlig anders ist die Entwicklung bei den Teilzeitarbeitsplätzen. Verglichen mit 1994 verdoppelten sie sich. 2008 waren rund 819.000 Personen teilzeitbeschäftigt, das sind um 416.000 Personen mehr als 1994. In keinem einzigen Jahr seit 1994 war ein Rückgang der Teilzeitbeschäftigung festzustellen.

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Die Verteilung von Arbeitszeit hat viel mit der Verteilung von Arbeit zu tun. Das Programm der Arbeitszeitverkürzung zielt direkt auf eine gerechte Verteilung von Arbeit, Zeit und Geld. Die jeweilige Standardisierung der Normalarbeitszeit – vor einem Jahrhundert von gut 80 Wochenarbeitsstunden zuerst auf 72 dann 60 gesenkt – nimmt direkten Einfluss auf die Zahl der Arbeitslosen und die Arbeitslosenraten.

Teil 3 der Darstellung der Rahmenbedingungen von „Arbeitslosigkeit und Arbeitslosenraten in Österreich und Europa“:

Resümee

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass es auf dem österreichischen Arbeitsmarkt in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren zu teilweise massiven Veränderungen gekommen ist. Die Anzahl der unselbständig Erwerbstätigen ist im Vergleich zu 1998 um rund 10 Prozent angewachsen.

Verantwortlich dafür sind der steigende Frauenanteil und die immer größer werdende Zahl ausländischer ArbeitnehmerInnen. Verglichen mit vor fünfzehn Jahren hat sich die Anzahl der Vollzeitarbeitsplätze geringfügig reduziert, die der Teilzeitarbeitsplätze hingegen verdoppelt. Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf den steigenden Anteil von Frauen zurückzuführen. Read the rest of this entry »