„Gerechte Entlohnung“ von Gnaden der Personalabteilung andererorts

Hallo, ich melde mich mit einem kleinen Sittenbildeinblick aus unserer Branche. Nichts großartiges, aber fangen wir mal an, die symptomatischen Spielchen zu sammeln!

Das folgende hat sich vor kurzem in einem Finanzdienstleistungsunternehmen zugetragen, das – wen wunderts – Tochter in einem internationalen Konzern ist. Die (hoffentlich gutbezahlten, wir wollen es ja niemanden neiden) Konzernherren sitzen – erneut nicht verwunderlich – natürlich nicht in Österreich sondern am anderen Ende der Welt!

Nachdem unsere KollegInnen von der Gewerkschaft ein Gehaltsplus erstritten haben, das in den meisten Fällen zumindest die Inflationsrate abdeckt, sind die Personalisten unserer Konzernzentrale mit einer frohen Botschaft vorgeprescht:

Alle Mitarbeiter sollen ein Gehaltsplus von satten 2 (in Worten: zwei) Prozent erhalten!!!

Diese umwerfende Erhöhung soll für unsere KollegInnen in Deutschland genauso gelten wie für uns hier im schönen Österreich. 

Was heißt das überhaupt?
Dazu muss vorab mal gesagt werden, dass unseren Personalverantwortlichen, die – schon wieder eine Überraschung – natürlich nicht in Österreich sitzen, das Thema Kollektivvertrag und die Rechtsfolgen noch nicht so ganz durchschaut haben. Sie werden es aber lernen, dafür wird zumindest der hiesige Betriebsrat sorgen.

Des weiteren soll darauf hingewiesen werden, dass das „über einen Kamm scheren“ unserer KollegInnen in Ö und D natürlich den Prozess sehr vereinfacht. Allerdings muss darauf hingewiesen werden, dass die Inflationsrate in D im Jahr 2011 grade mal 2,3% betrug – im Vergleich dazu die Inflation in Ö 3,3%.

Leider gibt es KollegInnen in diesem Unternehmen, die einen KV haben, wo nur eine Erhöhung der Mindestgehälter ausgefochten wurde. Diese sehen sich angesichts der 2%-Ankündigung einer sehr prekären Situation gegenüber, nämlich einer avisierte Gehaltserhöhung, die unter der Inflationsrate liegt.

Wie finden wir das?
Wir im Betriebsrat haben bereits begonnen, gegen diese Ankündigung Stimmung zu machen. Es ist überhaupt nicht einzusehen, dass die Mitarbeiter ihre Leistung in dieser beschämenden Art und Weise belohnt bekommen sollen.

Drückt uns bitte die Daumen!

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