„Gerechte Entlohnung“ – die zweite …

Wie vor kurzem berichtet, wurde den MitarbeiterInnen in einem Finanzdienstleistungsunternehmen eine geradezu atemberaubende Gehaltserhöhung von 2% offeriert.

Dies konnten sich die Betriebsräte dieses Unternehmens nicht bieten lassen und baten den Personalvertreter um Stellungnahme.

Folgende Informationen wurden dabei bekannt:

Im Rahmen des Gehaltsfindungsprozesses wurden 2 (sic!) namhafte Beratungsunternehmen beschäftigt, die im Oktober eine Prognose für die Entwicklung der Inflation 2011 in Deutschland und Österreich abgaben – und mit 2% bis 2,5% bezifferten.

Wir empfehlen, die Kosten für diese Beratungsunternehmen zu regressieren und an die MitarbeiterInnen auszuschütten. Dort wäre das Geld besser investiert. 

Beratungsunternehmerisches Tiefstapeln
Jedenfalls wurden auf Basis dieser Erkenntnisse die Gehaltssteigerungen „moderat“ angenommen, nämlich mit 2% – sowohl für die KollegInnen in Deutschland als auch in Österreich.

Die KollegInnen in Deutschland werden diese Erhöhung wohl zähneknirschend zur Kenntnis nehmen (müssen). Grund: sie sind nicht mehr im sogenannten Tarifverbund, d.h. nicht mehr gewerkschaftlich vertreten!

Mehr Spielraum dank KV
In Österreich sieht die Lage allerdings anders aus. Glücklicherweise sind hier die KollegInnen gewerkschaftlich vertreten und partizipieren von den ausverhandelten Gehaltssteigerungen. Allerdings liegt der Teufel hier wieder im Detail, denn:
wenn für eine Branche „nur“ eine Erhöhung der KV-Mindestgehälter verhandelt wurde, so besteht die reale Gefahr, dass diese durch die sogenannte „Aufsaugklausel“ verloren geht.

Im schlimmsten Fall werden diese KollegInnen durch die Finger schauen bzw. – sofern es dem Betriebsrat nicht gelingt, ein Umdenken zu erreichen – die fantastischen 2% Gehaltserhöhung bekommen.

Wie diese Sache weitergeht – man wird sehen. Bis dato hat der Vorstand des besagten Finanzdienstleistungsunternehmens noch keine Stellungnahme abgegeben. Es könnte ja sein, dass die Herren damit beschäftigt sind, sich auszurechnen, wie sich die Erhöhung ihrer Vorstandsgehälter auswirkt (die ist mit ziemlicher Sicherheit höher als 2%).

Fortsetzung folgt!

 

image_pdfimage_print

Tags: , , , , ,

Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.