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Rektorenchef fordert Marshallplan für die Unis

Sünkel pocht auf Bekenntnis zur Bildung
(Peter Illetschko, DER STANDARD, Printausgabe, 27.8.2010)

Alpbach – Die anspringende Konjunktur macht Hans Sünkel Mut. Der Präsident der Universitätenkonferenz (Uniko) fordert, die so zu erwartenden Mehreinnahmen nicht nur zum Stopfen von Budgetlöchern, sondern auch für Bildung und Forschung zu verwenden. Sünkel spricht von einem „Marshallplan anderer Art“.

Die Gründe seiner Forderung sind bekannt: Die im Bundes-Finanzrahmen vorgesehene Kürzung des Budgets des Wissenschaftsministeriums um 1,3 Prozent sowie die Ankündigung, dass die Universitäten ab 2013 im günstigsten Fall mit einer Stagnation der Budgetmittel des Bundes rechnen könnten, sieht Sünkel als reale Verluste von bis zu zehn Prozent für die Unis.

Der Uniko-Präsident zieht einen Vergleich mit Deutschland, wo man trotz Sparmaßnahmen gerade das Budget für Bildung und Forschung mit zwölf Milliarden Euro zusätzlich aufgestockt hat. Von der heimischen Regierung würde sich Sünkel wenigstens ein „Commitment“ wünschen, dass Bildung und Forschung Primäraufgaben seien. Was die Zugänge zu den Universitäten betrifft, verlangt der Rektorenchef eindeutige und vor allem einheitliche Regeln. Derzeit herrsche ein „Wildwuchs“ an Österreichs Unis. Er forderte außerdem eine Studienplatzfinanzierung, die nicht grenzenlos finanzierbar sei. Man müsse dabei von Kontingenten reden.

Am Mittwoch sagte das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo), die Stärkung der Hochschulen bis 2020 müsse Priorität haben. Dabei wurde auf die Bedeutung von Lehre und Grundlagenforschung für die Wirtschaft hingewiesen.