Vertragsgerechtigkeit – FH

Im Arbeitsverfassungsgesetz heißt es, dass die gleiche Tätigkeit mit gleichen Verträgen ausgestattet werden muss. Die Tätigkeit einer FachhochschullektorIn mag zwar gleich sein, aber die Verträge sind es nicht. Für dieselbe Tätigkeit können FachhochschullektorInnen einen Werkvertrag, einen freien Dienstvertrag oder einen echten Dienstvertrag erhalten.

Verwirrt? Wir auch! Es handelt sich um immer dieselbe Tätigkeit, die Lehre, und dennoch dürfen die Verträge unterschiedlich – je nach abgehaltener Stundenzahl – ausgestellt werden. Wir halten dies nicht für legal, und noch weniger für legitim.

Durch die Installierung neuer Gesetze wird das Arbeitsverfassungsgesetz ausgehebelt. Das wollen wir nicht hinnehmen.

 

ArbeitnehmerInnen-Vertretung für Fachhochschulen

Es gibt bislang keine Vertretung von ArbeitnehmerInnen für alle Fachhochschulen. An einzelnen Fachhochschulen gibt es Betriebsräte, aber bei weitem nicht an allen. Die ArbeitnehmerInnen werden seit der Errichtung von Fachhochschulen vor über 20 Jahren gespalten und vereinzelt. Die Konsequenzen daraus sind eindeutig: Die Arbeitszufriedenheit ist niedrig, die Gehälter stagnieren seit über zehn Jahren im Vergleich zum VPI.

Die Arbeiterkammern haben sich bislang nicht besonders um Fachhochschulen gekümmert, wenn es darum ging, die ArbeitnehmerInnenseite zu stärken. Man möchte fast von einem Komplott sprechen, der ArbeitnehmerInnen vieler Rechte beraubt. Für Fachhochschulen gibt es eine Sondergesetzgebung, die es den Fachhochschulen erlaubt, 86 % ihres Personals outzusourcen und ihnen freie Dienstverträge auszustellen. Dies bedeutet für über 10.000 freie Beschäftigte ein geringeres Entgelt, eine Nicht-Valorisierung der Bezüge seit dem Jahr 2000, geringe Einzahlungen ins Pensionssystem.

Die AUGE/UG hat sich entschlossen für die Rechte der ArbeitnehmerInnen einzutreten und innerhalb der Arbeiterkammern Wind zu machen, um den ArbeitnehmerInnen ihre Rechte zukommen zu lassen.

Angestellte nach Kollektivvertrag (inkl. LektorInnen)

Alle Mitarbeiter_innen die nach 2004 ein Dienstverhältnis an einer Universität antraten unterliegen dem Kollektivvertrag (siehe: http://www.kollektivvertrag.at/kv/universitaeten-arb-ang)

LektorInnen unterliegen in der Regel ebenfalls dem KV (§ 29). Da LektorInnen jedoch als „teilzeitbeschäftigte ArbeitnehmerInnen“ definiert werden, gelten für diese MitarbeiterInnengruppe einige – je nach Universität teils unterschiedliche – Beschränkungen:
– zumeist auf (mind.) 6 Monate befristete Arbeitsverträge;
– kaum Entfristungen
– eine maximale Lehrbeauftragung von 7,99 SWS (Ausnahmen bei reiner Sprachlehre)
– Kettenvertragsproblematik durch die Aneinanderreihung befristeter Dienstverhältnisse (§ 109 UG 2002)
– unter gewissen Bedingungen kann ein „freies Dienstverhältnis“ begründet werden (siehe: http://personalwesen.univie.ac.at/fileadmin/user_upload/personalwesen/info/pdf/Freie_DN_Lehre_Info.pdf )