Vogelstrauß hilft nicht. Bitte mehr Realitätssinn!
Gestern fand in den Minoriten in Graz die Eröffnungsveranstaltung der Diskussionsreihe „Schubumkehr. Rückbau als Vision. Und niemand stürzt ab“ statt.
Ich durfte die Reihe mit einem Referat „Vom Wert sich zu verkleinern“ eröffnen. Caritas-Präsident Franz Küberl kommentierte. Danach ging die Diskussion ins Publikum.
Meine Botschaft war:
- Der Kapitalismus ist ökonomisch gescheitert
- Er stößt an ökologische Grenzen
- Er ist eine soziale Katastrophe
Marktwirtschaft und Kapitalismus sind ein- und dasselbe. Der Markt erzwingt die Profitproduktion und das ständige Wachstum der Wirtschaft. Ständiges Wachstum ist unmöglich und wenn wir es dennoch versuchen, so provozieren wir damit die Krise, die wir gerade erleben.
Die Diskussion im Anschluss war kontrovers und interessant.
Franz Küberl meinte, es könne sehr wohl einen Markt ohne Kapitalismus geben. Dieser Ansicht waren auch andere im Publikum. Ich widersprach: entweder Konkurrenz oder Kooperation; entweder eine ökologische verträgliche Wirtschaft oder Marktwirtschaft.
Die Krise des Kapitalismus ist keineswegs durch „Gier“ verursacht. Ihre Ursache ist der Wachstumszwang und -drang der Marktwirtschaft.
Schade war, dass kaum jemand auf die Frage der Wachstumsgrenzen einging. Es schien, als würde das Publikum sich dieser Realität nicht stellen wollen.
Aus Gewerkschaftssicht muss die Realität der Wachstumsgrenzen jedoch offensiv benannt werden. Alles andere ist der Weg in die Hölle.
Grüne/UG in die AK!
Für eine Zukunft.