1

Suppe statt Profit – Eindrücke vom ersten Treffen

Unser erstes Treffen unter dem Motto „Suppe statt Profit“ war ein schöner Start. Die Katholische Hochschulgemeinde der Universität Klagenfurt stellte uns großzügig ihre lauschigen Räumlichkeiten zur Verfügung. Eva und ich trafen uns etwas früher. Eva hatte ihren Linseneintopf mitgebracht.

800px-Vitis_vinifera

Anfänglich unsicher, ob sich überhaupt jemand zu uns gesellen würde, traf der erste Interessent doch schon knapp vor 18.00 Uhr ein. Er hatte über den Kärntenweiten Tauschkreis von unserer Suppenküche erfahren. Sogleich stießen noch zwei dazu, dann noch wer und bald waren wir sage und schreibe 12 Leute unterschiedlichen Alters und Temperaments. Zum Zweck der Suppeneinnahme hatten wir uns aus der gemütlichen Weinlaube vor dem Haus in selbiges hineinbebegen und saßen dort bis circa 22.00 Uhr.

Die Interessen und Bedürfnisse waren unterschiedlich. Deutlich wurden sowohl der Bedarf an Diskussionen zur Krise, zu Alternativen zum Kapitalismus und politischen Strategien, als auch das Interesse an praktischen Projekten.

Wir werden uns in zwei Wochen, dann an einem Mittwoch, wiedertreffen und ich werde mich rechtzeitig anschicken, ein Erdäpfelgulasch zu generieren.

Eva wird einen Film mitbringen: The Power of Community. How Cuba survived Peak Oil.

Das passt hervorragend zur Veranstaltung am 9.6., (ÖIE, Grüne/UG u.a. laden ein) bei der wir Filme zu Gemeinschaftsgärten sehen und mit der Filmemacherin sowie mit Sabine Jakosch, die im Frauengarten Klagenfurt aktiv ist, diskutieren werden.

Außerdem vertieft es den Start von „Transition Klagenfurt„, einer Initiative, die sich um den Suppenstammtisch weiter kristallisieren könnte. Transition Towns denken Peak Oil und Klimawandel zusammen. Der Lösungsweg, den sie beschreiten, besteht aus lokaler, solidarischer Ökonomie und Energieautonomie.

Wohlan!

Kontakt für „Suppe statt Profit“: andreas.exner*ÄT*chello.at




Du bist in der Krise. Dein Problem heißt Marktwirtschaft – Suppe statt Profit! – 25.5., 18.00, KHG Uni Klagenfurt

SUPPE STATT PROFIT!

Wir kochen den Kapitalismus ein

GARANTIERT GRATIS!

Pinguin

Die Marktwirtschaft versagt. Immer mehr verlieren ihren Job. Die Armut wächst. Doch die Politik plant gegen uns den Angriff: Sozialabbau, Frauen an den Herd und Lohnverzicht.

Wir haben Angst. Wir können uns das Leben immer schwerer leisten. So kann’s nicht weitergehen!

Nur gemeinsam sind wir stark

Was willst Du wirklich in Deinem Leben? Was brauchst Du zum Glück? Vielleicht mehr Entspannung, soziale Sicherheit und Anerkennung. Keinen Stress. Freude statt Angst.

Wir brauchen eine Solidarische Ökonomie. Hier und Jetzt!

Hol Dir Deine Gratis-Suppe, lass uns plaudern. Nahrhafte Gespräche, Ideen und Kontakte warten. Der Kapitalismus ist am Ende, das Leben fängt gerade an. Sei dabei!

Ort: Neptunweg 12, Klagenfurt, KHG

Zeit: Erstes Treffen, Montag, 25. Mai, 18.00 Uhr

Kontakt: Eva Aichholzer (0699 10 39 33 93), Andreas Exner (andreas.exner*ÄT*chello.at)




ÖIE, Grüne/UG u.a. laden ein: "Eine andere Welt ist pflanzbar"

Film und Diskussion mit der Filmemacherin Ella von der Haide

Gemeinschaftsgarten, Melbourne (Australien)

Gemeinschaftsgarten Melbourne, Australien

Urbane Landwirtschaft oder innerstädtische Gärten existieren, seitdem es Städte gibt. Die in den 70ern, in den USA, als Antwort auf die Krise entstandene Gemeinschaftsgarten-bewegung, ist mittlerweile eine weltweite. Auf (meist) innerstädtischen Grünflächen angelegte Gemeinschaftsgärten sind öffentliche Orte der Begegnung, des gemeinschaftlichen und solidarischen Handelns.

Gemeinschaftsgarten, New Jersey (USA)

Gemeinschaftsgarten New Jersey, USA

Die direkte Umwelt selbst gestalten, soziale Netze aufbauen, Selbstversorgung, Wiederaneignung des öffentlichen Raums, Lust am Gärntnern, all das sind Motive der Bewegung. Ihre Vielfalt zeigt sich an den auch in Österreich bestehenden Gärten, die von interkulturellen Frauengärten, Nachbarschaftsgärten bis zu Schul- und Jugendgärten reichen.

Die Dokumentarfilmreihe „Eine andere Welt ist pflanzbar!“ stellt am Beispiel der Gemeinschaftsgärten von Berlin und Buenos Aires diese weltweite Bewegung vor.

Im Zentrum der Filme stehen die Aktivist/innen, ihre Gärten und Visionen. Sie berichten darüber, wie und warum ihre Gärten nicht nur grüne Oasen mitten in der Stadt sind, sondern Projekte, durch die sie „eine andere Welt“ verwirklichen. Diese Ideen nehmen die Filme auf und verknüpfen so emanzipative Projekte aus unterschiedlichen Teilen der Welt.

image_preview

Frauengarten Klagenfurt

Im Anschluss an die Filme besteht Gelegenheit zur Diskussion mit der Filmemacherin Ella von der Haide und Frauen des interkulturellen Frauengartens Klagenfurt – Ebenthal.

Die Besucher/innen sind zum Buffet herzlich eingeladen.

Frauengarten Klagenfurt

Hier gibt es weitere Infos zu Gemeinschaftsgärten weltweit.

Hier gibt es weitere Infos zu Gemeinschaftsgärten in Österreich.

Veranstalter/innen: ÖIE-Kärnten, Astern, Katholische Hochschulgemeinde, Evangelische Hochschulgemeinde, Zentrum für Frauen und Geschlechterstudien der Universität Klagenfurt, Zentrum für Friedensforschung und Friedenspädagogik der Universität Klagenfurt, GRÜNE/UG , Belladonna Frauenberatung, SI-net: www.social-innovation.org

Termin: Dienstag, 9.6.2009 um 19:00
Ort: Volkskino Klagenfurt, Kinoplatz 3, 9020 Klagenfurt
Kontakte: Eva Aichholzer (ÖIE-Kärnten) – buendnis.oeie-bildung*ÄT*aon.at; Andreas Exner (Grüne/UG) – andreas.exner*ÄT*chello.at




Open Source Ecology = Commons + Solidarische Ökonomie

3 Leute, 15 Hektar Land. Missouri, USA. Marcin Jakubowsky steht vor uns und spricht. Ort: Uni Klagenfurt. Die Veranstalterinnen: Earthship Austria, Grüne/UG und viele andere.

180px-Backhoe

LifeTrac, ein low-cost und multi-purpose Open Source-Traktor

Marcin  spricht Englisch, und er spricht langsam. Er setzt seine Worte wie ein Baumeister Ziegel setzt: eins aufs andere. Und was er sagt, das hält.

Marcin startet ein Youtube-Video, das die Gruppe in Missouri gedreht hat. Das Bild ruckelt, die Aufnahme stammt von einem Amateur. Man sieht winterliche Landschaft, wenig attraktiv. Der Film zeigt Menschen und eine Maschine, die Ziegel presst. “Aus Ton”, erläutert Marcin.

Für Marcin und seine Freunde ist die Maschine der erste Schritt in eine erneuerbare Zukunft. Open Source Ecology heißt das Projekt. Es wird die Welt verändern.

“Wir bauen ein real-life-LEGO-set”, erklärt Marcin Jakubowsky. Die Produkte sind heute viel zu unflexibel, meint der Amerikaner. Auf der Open Tech Farm in Missouri rollen sie die technologische Entwicklung deshalb neu auf. Was herauskommen soll, ist “hyper-modular” – wie LEGO eben.

Aber das ist nicht alles.

Der hyper-modularen Bauweise der Open Source-Maschinen, die in Missouri entwickelt werden, entspricht eine neue Art des Produzierens und eine spezifische Art der Verbreitung von ökologisch angepasster Technologie. All das ist Open Source Ecology.

Open Source Ecology vereint fünf Features:

1. Sie kreiert hyperflexible, ökologisch tragfähige Technologie

2. Sie ist öffentliches Gut, ein Common

3. Sie ist billiger als die Konkurrenz

4. Sie ist besser als die Konkurrenz

5. Weil sie voll auf Kooperation und Teilen setzt

“Open Source ist besser als kommerzielle Software”, sagt Marcin, und deshalb ist Open Source Ecology nichts weniger als eine “Neuerfindung des ökonomischen Systems”. – “Nehmen wir zum Beispiel einen Traktor her, den können sich die meisten Leute ganz gut vorstellen. Er hat einen Dieselmotor, der aus Metall besteht, das wir hier nach wie vor kaufen müssen. Aber wir können bereits eine neue Art von Motor herstellen: einfach auseinanderzunehmen, einfach zu reparieren, einfach für andere Maschinen zu verwenden.”

Der Motor, der den Traktor auf der Open Tech Farm betreibt, kann genausogut für eine Maschine verwendet werden, die einen Brunnen bohrt oder für einen Mixer. Für alle Arbeitsgänge einer modernen Farm genügen ein bis zwei Motoren. “Das ist ein sehr kleines Set von Hardware, das wir im Open Source Ecology-System brauchen”, so Marcin. “Das technologische System für eine Farm kostet auf die Art rund 20.000 $. Wenn du das konventionelle System mit derselben Leistung kaufst, dann musst du rund 250.000 $ zahlen.” Open Source-Technologie ist um den Faktor 10 billiger als die konventionelle Technologie, und sie ist besser.

Warum konventionelle Firmen dann nicht längst auf diese Art produzieren? Marcin gibt die Antwort: “Unsere Maschinen werden ein Leben lang halten, du kannst sie selbst reparieren, sie werden so designed, dass man sie auseinandernehmen und neu zusammensetzen kann, sie sind sehr flexibel.” Der Grund ist einfach: man kann mit Open Source Ecology keinen Profit erzielen. Den Nutzerinnen und Nutzern aber nützt gerade das.

“Es geht hier um Ökologie”, betont Marcin. Die ökologischen Vorteile der Open Source Ecology-Technologie beruhen auf ihrem besonderen Design. Die lange Lebensdauer, ausgeprägte Reparaturfähigkeit und vielfältige Rekombinierbarkeit erlauben nicht nur dezentrale Produktion und soziale Autonomie, sondern führen auch zu einer enormen Einsparung von natürlichen Ressourcen und Arbeitszeit.

Die Open Source-Ziegelpressmaschine, die Marcin uns im Video zeigt, dient dazu, Häuser zu bauen. Die Pressmaschine kann aus Altmetall selbst hergestellt werden, der Bauplan steht im Internet, niemand kann die Maschine zum Privateigentum erklären, die dafür nötigen Ressourcen sind überall und relativ billig zu erhalten.

Marcin und sein Team sind sich im Klaren, dass Einzellösungen nicht genügen. Nötig ist vielmehr ein integriertes technologisches System. Nur so wird Autonomie wirklich. Die Pressmaschine zum Beispiel kann nur dann selbst produziert werden, wenn es entsprechend einfach herzustellende Produktionsmittel dafür gibt. Der ganze Produktzyklus muss Open Source werden.

Marcin zeigt uns Fotos eines Brenntischs, auf dem mit einem Laser Metall einfach zugeschnitten werden kann. Und er verweist auf einen 3-D-Drucker, mit dem man auf einfache Art dreidimensionale Objekte produzieren kann. Ein Induktionshochofen wiederum ermöglicht, aus Altmetall in dezentraler Art selbst die nötigen Ausgangsmaterialien für die Open Source-Maschinen zu gewinnen.

Die Energie für die Maschinen der Open Tech Farm wird auf erneuerbarem Weg produziert. Das Biomass-to-liquid-Verfahren ist für Marcin ein Zukunftsweg, den er und sein Team bereits erproben. Konventionellen Agrosprit sieht er kritisch: zu geringe Nettoenergiebilanz, zu viel Verschwendung von Pflanzenmaterial.

Technologien wie die Zielgepressmaschine oder der Traktor sind nur erste Schritte. Marcin und Co. wollen die nächsten 2 bis 5 Jahre ein vollständiges Set für eine Open Tech Farm, ein Life-Support-System entwickelt haben: leicht zu replizieren, aus Altmetall herstellbar, mit offenem und ständig verbesserbarem Design, langlebig, leicht zu reparieren, vielfältig rekombinierbar, und mit Einzelkomponenten, die aufeinander abgestimmt sind.

Einer der nächsten Schritte ist für Marcin die Entwicklung einer Open Source-Dampfmaschine. Sie ist viel effizienter als ein Dieselmotor, insbesondere wenn man sie mit mikroelektronischer Steuerung optimiert.

Was Marcin als Ziel der Experimentalfarm in Missouri im Kopf hat, nennt er “Global Village Construction Set”, ein LEGO-System für den Aufbau globaler Dörfer also: “Share design globally, but produce locally” – “Teilt das Design global, aber produziert lokal”, bringt seine Message auf den Punkt.

Derzeit sind Marcin und Co. voll damit beschäftigt, die Technologie der Open Source Ecology zu entwickeln. “Man muss sich alle Technologien aneignen, sortieren, was man davon brauchen kann”, erläutert Marcin den Prozess. Es ist Versuch-und-Irrtum, der die Gruppe leitet. Manchmal glaubt man, etwas funktioniert gut, bis man es ausprobiert, spricht Marcin aus Erfahrung – und dann probiert man eben etwas anderes.

Die Technologieentwicklung ist aber nur ein Teil, und nicht einmal der wichtigste, meint Marcin.

Der andere ist ein “business model”, wie Marcin, ganz US-Amerikaner in der Wortwahl, die spezifische Art der Technologieverbreitung nennt, die er anvisiert. Einerseits, so Marcin, wird in Missouri eine Ausbildungseinrichtung geplant. Sie soll die traditionellen Universitäten in Wettbewerb zur Open Source Ecology bringen. Andererseits wird die Open Source-Technologie, die Marcin und Co. entwickeln, auch auf dem Wege des Verkaufs verbreitet werden.

Marcin ist dabei völlig pragmatisch: “Wenn ein normales Unternehmen unsere Maschinen herstellen und verkaufen will – ich habe nichts dagegen; wenn sie unser Produkt verbessern: sehr gut.” Dass die Open Source-Technologie von konventionellen Betrieben aufgegriffen wird, sieht Marcin Jakubowsky nicht als Gefahr. Die Maschinen, die er und sein Team entwickeln, sind durch eine Open Source-Lizenz vor Privatisierung geschützt.

Marcin erwartet durchaus, dass konventionelle Betriebe beginnen werden, die Open Source-Technologie zu verkaufen. Allerdings nur, weil Open Source besser und billiger ist als proprietäre Produkte. Die Produktion der Open Source-Technologie muss kostendeckend sein, aber auch nicht mehr. Derzeit ist die Gruppe noch sehr auf Spenden angewiesen. Und natürlich auf ihren Zugang zu Land. Land sei überhaupt die wichtigste Ressource, betont Marcin.

Der Clou ist seiner Meinung nach, dass die auf Kooperation und Teilen beruhende Produktionsweise der Open Source konkurrenzfähiger ist als das konventionelle System. Wie bei Linux wird das Open Source-Produkt früher oder später seinen Weg in die konventionelle Geschäftswelt finden, was die Technologie weiter verbilligen und die Open Source-Produktionsweise, ohne es zu wollen, immer weiter verbreiten wird. “Wenn die Leute praktisch sehen, wie gering der Aufwand sein kann, um ein gutes Leben zu führen, wird das Open Source-Modell an Attraktivität gewinnen”, ist Marcin überzeugt. “Uns genügt so wenig”, sagt er, “die meisten von uns geben sich mit einem ziemlich mittelmäßigen Leben zufrieden.” Im Unterschied dazu ermögliche Open Source Ecology ein Leben in Fülle und voll kreativer Tätigkeit.

Marcin ist pragmatisch. “Die Open Source Ecology ist keine Hippie-Gesellschaft. Es geht um optimale Produktion.” Die ist laut Marcin nur durch intelligentes Design und globale Kooperation möglich. Möglich aber, und daran lässt der Botschafter des Open Source keinen Zweifel, ist sie. Die meisten Technologien sind ohnehin bereits 100 Jahre alt, stellt Marcin nüchtern fest – außer der Mikroelektronik freilich.

“Das eigentliche Problem ist nicht die Technik”, zieht er daher den Schluss, “das wirkliche Problem ist, wie wir eine globale Zusammenarbeit entwickeln, wie wir Gemeinschaftlichkeit zustande bringen.”

“Wir wollen keine Sozialleistungen von der Regierung”, hält Marcin fest. – “Das Überleben könnte eigentlich eine triviale Aufgabe sein… es gibt keine Materialknappheit, nur einen Mangel an menschlicher Intelligenz.”

Im Kontext der Idee einer Open Source Ecology ist das auch richtig. Hört man Marcin Jakubowsky zu, so könnte man seinen Ansatz als ökologisch verbrämte Machbarkeitsillusion missverstehen. Tatsächlich ist nur im groben Umriss absehbar, welche Technologien sich in einer post-fossilen Zukunft als tragfähig erweisen, welche also nicht nur machbar, sondern auch lebensfähig sind. Deshalb ist so wichtig, was Marcin selbst betont: die Open Source Technologie ist einfach, sie hält ein Leben lang, sie beruht auf der Idee konstanter Wirtschaft und ist Baustein einer Produktionsweise, die sehr wenig Ressourcen braucht.

Deshalb ermöglicht die Open Source-Technologie kollektive Autonomie, viel Freizeit und dauerhaften Wohlstand. Und aus eben diesem Grund ist sie unvereinbar mit Wirtschaftswachstum und Profitproduktion.

Das ist vielleicht die wichtigste Botschaft, die Marcins Open Tech Farm uns derzeit auf den Weg geben kann.

Zugleich entstehen dort bereits Tools für eine andere Gesellschaft. Solche Tools müssen sich von der kapitalistischen Technologie radikal unterscheiden. Die menschliche Autonomie muss ihnen quasi eingeschrieben sein. Und genau diese Art von Technologie versucht die Open Tech Farm zu entwickeln.

ACHTUNG: Im Anschluss an Marcin Jakubowskys Vortrag hat sich Transition Klagenfurt gegründet, das Teil des globalen Transition Town Movement ist. Das Ziel von Transition Towns sind machbare Schritte und profunde Innovationen für eine sichere Energiezukunft. Transition Towns verbinden die Anpassung an Peak Oil (Gipfelpunkt der Erdölförderung) und Abmilderung des Klimawandels mit der Entwicklung von lokaler Energie- und Wirtschaftsautonomie.

KONTAKT: Andreas Exner, andreas.exner*ÄT*chello.at, 0699 12 72 38 87




Wachstumsstörungen. Matinee zu den Grenzen des Kapitalismus und zu emanzipatorischen Alternativen. 7.6.09 – Wuppertal (Deutschland)

Wachstumsstörungen.
Matinee zu den Grenzen des Kapitalismus und zu emanzipatorischen Alternativen.

Mit Andreas Exner und Christian Lauk

Alle Infos hier.

Selten wurden für eine Krise so schnell »Lösungen« gefunden, wie im Falle der Finanz­marktkrise. Hastig wurden »Rettungspakete« in bislang ungeahnter Kostenhöhe geschnürt. Diejenigen, die noch gestern dem bedingungslosen freien Markt huldigten, fordern heute die staatliche Kontrolle der Finanzmärkte. Allerorts die gleiche Leier: Die Lage sei ernst, aber nicht hoffnungslos. Es müsse nur wieder die Vernunft statt der Gier regieren. Fehler erkannt, korrigiert und weiter so wie bisher! Es gilt schließlich zu retten, was noch zu retten ist. Doch was soll da eigentlich gerettet werden? Müsste statt der herrschenden Flickschusterei nicht unser Wirtschaftssystem als Ganzes auf den Prüfstand gestellt werden?

Nicht erst mit dem Zusammenbruch der Finanzmärkte wird deutlich: Der Kapitalismus gerät an seine Grenzen. Klimawandel, Hungerkatastrophen, Energie- und Wasserknappheit sind einige der Stichworte, die anzeigen, dass die Grenzen des Wachstums nun tatsächlich erreicht sind. Gleichwohl keimen unter dem Stichwort „Green New Deal“ Hoffnungen auf, den Kapitalismus wiederum auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zu führen – und damit die Grenzen weiter auszudehnen. Auch hier gilt die Devise: Fehler erkannt, korrigiert und weiter so wie bisher!

In unserer Matinee wollen wir die gegenwärtigen Krisen zueinander in Beziehung setzen und den Zusammenhang zwischen Klimakollaps, Wirtschaftskrise, Kapitalismus und Wachstums­ideologie beleuchten. Darüber hinaus wollen wir auf die Suche gehen nach Perspektiven jenseits kosmetischer Lösungen und jenseits des herrschenden »Weiter so«. Welche Veränderungsansätze weisen über das Desaster des Kapitalismus hinaus? Wie lässt sich Wachstum stören?

Referenten:

Andreas Exner ist Ökologe und arbeitet als freier Publizist in Wien. Christian Lauk ist Ökologe und arbeitet am Institut für Soziale Ökologie der Universität Klagenfurt. Gemeinsam sind sie Mitautoren des Buchs »Die Grenzen des Kapitalismus. Wie wir am Wachstum scheitern« (Verlag Ueberreuter, Wien 2008) und engagieren sich unter anderem bei Attac und im Social Innovation Network (www.social-innovation.org).

Programm

10.30 Uhr: Referat von Andreas Exner und Christian Lauk
Wachstumsstörung. Die aktuellen Krisen und die Grenzen des Wachstums

11.15 Uhr: Diskussion

12.00 Uhr: Pause mit kleinem Imbiss

12.30 Uhr: Referat von Andreas Exner und Christian Lauk:
Wachstum stören! Emanzipatorischer Perspektiven jenseits der kapitalistischen Wachstumsideologie

13.15 Uhr: Diskussion

14.00 Uhr: Ende der Veranstaltung

Eintritt frei!
Um Voranmeldung wird gebeten
(mail@stiftung-w.de).




Earthship Austria, Grüne/UG u.a. laden ein: Open Source Ecology & Mobilität – 19.5.2009, 19.00 Uhr – Uni Klagenfurt

Stell dir vor …
… mit $ 10.000,- und allgemein verfügbarem Wissen eine Grundlage für einen nachhaltigen Lebensraum schaffen.

Stell dir vor …
… mit allgemein verfügbarem Wissen Traktoren selbst zu bauen.

Stell dir vor …
… mit allgemein verfügbarem Wissen selbst Solar-Energie für Selbstversorgung und Elektro-Autos zu gewinnen.

Wie das funktioniert, verrät

MARCIN JAKUBOWSKI

– einer der Pioniere der Open Source Ecology-Bewegung

in dem Vortrag:

OPEN SOURCE ECOLOGY & MOBILITÄT

Zeit: 19.5.2009 um 19:00 Uhr
Ort: Universität Klagenfurt im Hörsaal z-109

Eine Veranstaltung von:
Katholische Hochschulgemeinde Klagenfurt . Klimabündnis Kärnten . ÖIE Kärnten . Open Source Ecology . Plattform Nachhaltigkeit Feldkirchen . Permaland Weitensfeld . Euro Solar Kärnten . GIVE Labor für globale Dörfer . Inga – The English Trainer . Die Grünen & Unabhängige GewerkschafterInnen . Earthship AustriaOpen Source Ecology

Franz Nahrada, der die Rundreise von Marcin Jakubowski durch Ostösterreich initiiert hat, schreibt dazu:

Ich halte Marcin für einen der gegenwärtig wichtigsten sozialen
Innovatoren weltweit. Er ist studierter Daktor der Atomphysik, hat sich aber entschlossen einen ganz anderen Weg zu gehen und ist weltweiter Pionier eines Lebens für und Entwickelns von Globalen Dörfern geworden. Mit Einsatz aller persönlichen Mittel hat er sich auf einem Stück Land in Missouri niedergelassen und begonnen, ein bereits seit Jahren entwickeltes theoretisches Konzept (das wir auch in Österreich 2004 auf der 3. Oekonux Konferenz und zusätzlich gemeinsam mit der Gruppe Angepasste Technologien in einer eigenen Veranstaltung vorgestellt haben) in die Praxis umzusetzen.

Das Konzept besteht darin, eine Serie von Basistechnologien zu
entwerfen, zu bauen, zu testen und zu dokumentieren, die in ihrer Gesamtheit das autarke gemeinschaftliche Leben im ländlichen Raum revolutionieren werden. Marcin vereinigt tiefes ökologisches und technologisches Wissen mit dem Open Source-Prinzip, um nicht das Rad zehntausendmal neu erfinden zu müssen.

Vom Wohnen über die Bodenbearbeitung bis hin zur Energiegewinnung soll ein System erprobter, benutzerorientierter, optimierter Werkzeuge entstehen, die auch gut modular kombiniert und  für alle möglichen Aufgaben eingesetzt werden können. Und: von lokalen Werkstätten gebaut und repariert werden können!

Mit geringem finanziellen Einsatz und durch die Kraft des geteilten Wissens sollen Menschen in die Lage versetzt werden, auf gutem zivilisatorsichen Niveau und ohne viel Mühe und Plackerei sich von den zunehmend prekärer werdenden industriellen Strukturen zumindest soweit abzukoppeln, dass die Wucht der Krise sie nicht mehr trifft und sie zugleich die Grundlagen einer weltweiten Kultur der Kooperation schaffen können.

Diesen Weg gehen auch Ökodörfer, Permakultur und andere, und
jemand wie Marcin fügt ihrer Arbeit die Kraft der Technologie und der Vernetzung hinzu. Kein Wunder, dass sich die Botschaft von Marcins Open Source Ecology rapide und weltweit verbreitet.

Wir von GIVE freuen uns, dass Marcin seinen Baukasten „Global Village Construction Set“ genannt hat und dass er das Modell der Globalen Dörfer, die sowohl mit der eigenen landschaftlichen und natürlichen Grundlage in intensivester und vielfältigster Synergie stehen als auch voll integriert in das globale Feld des Informationaustausches sind, als wegweisendes Lebensmodell für das 21. Jahrhundert sieht.

Wir danken der SUBVERSIVMESSE in Linz und insbesondere Barbara Pitschmann dafür, diese Tour möglich gemacht zu haben. Vom 14. bis 17. Mai wird es einen Stand von Open Source Ecology auf der Subversivmesse in Linz geben.

Die darauffolgende Tour hat Fixpunkte in Neugengbach 16.5. , in
Klagenfurt 19.5  und in Böheimkirchen 21.5. (letzteres ist eine
geschlossene Veranstaltung zum Thema Solarkonzentratoren im BÖZAT, Anmeldung bei der GRAT). Am 23.5. ist ein Besuch auf Wolfgang Lösers energieautarkem Bauernhof geplant und dazwischen liegen zahllose Gespräche mit österreichischen Praktikern.

Weitere Infos unter:

Open Source Ecology Tour-Blog




Commons, Solidarische Ökonomie, Grundeinkommen: Gedanken zu André Gorz – Das Ende von Etwas

…unter diesem Titel – “Das Ende von Etwas” – hat die auflagenstarke Tageszeitung “Die Presse” einen Text von André Gorz veröffentlicht.

Da eine Quellenangabe in der “Presse” fehlt, kann man nur vermuten, dass der Artikel Gorz’ Nachlass entstammt oder erst jetzt ins Deutsche übersetzt worden ist. Er dürfte jedenfalls recht jungen Datums sein. Der Homepage unserer Zeitschrift “Streifzüge” entnehme ich, dass der Artikel als Teil eines Sammelbands im Rotpunkt-Verlag erscheint.

Andrè Gorz verstarb am 23. September 2007. Er und seine Frau Dorine hatten den Zeitpunkt ihres Todes selbst gewählt. Doch nicht dieses Ereignis oder besser: diesen Entscheid, behandelt Gorz. Es geht vielmehr um das Ende des Kapitalismus.

Zentrale Aussage seines bemerkenswerten Textes ist für mich die Folgende:

Der Wachstumsrückgang ist also ein Überlebensgebot. Es setzt jedoch eine andere Ökonomie, einen anderen Lebensstil, eine andere Zivilisation, andere gesellschaftliche Verhältnisse voraus. Solange sie fehlen, könnte der Zusammenbruch nur mittels Restriktionen, Rationierungen, autoritärer Zuteilungen von Ressourcen verhindert werden, wie sie für eine Kriegswirtschaft charakteristisch sind. Der Weg aus dem Kapitalismus wird also auf jeden Fall stattfinden, ob auf zivilisierte oder auf barbarische Weise. Die Frage betrifft allein die Form, die das Ende nehmen, und den Rhythmus, in dem es erfolgen wird.

André Gorz sieht die Voraussetzungen für eine solche positive Überwindung an sich gegeben. Die Wissensproduktion entfalte immer mehr die so genannten Commons – Gemeingüter, die allen frei zugänglich sind. Die für den Kapitalismus charakteristische Trennung von Produktion und Konsum durch den Markt werde zusehends angegriffen. Trotz steigenden Werbeaufwands nehmen die Autonomie der Bedürfnisse zu.

Die Tendenz zur Selbstproduktion für den Selbstverbrauch gewinnt an Boden aufgrund des wachsenden Gewichts, das die immateriellen Inhalte in der Natur der Waren haben. Das Monopol des Angebots entgleitet nach und nach dem Kapital.

Als Kernwiderspruch des neoliberalen Kapitalismus analysiert Gorz die Wissensproduktion, die sich nur unter Verlust der ihr eigenen Qualität und Dynamik noch in das Korsett des Privateigentums – also von Lohnarbeit, Geld und Ware – pressen lässt. “Die Informatik und das Internet untergraben die Herrschaft der Ware an ihrer Basis”, schreibt Gorz.

Das ist nachvollziehbar. Ganz offensichtlich gehen Privateigentum und Kreativität nicht zusammen. Wissen muss frei kommuniziert werden, um sich zu entfalten. Nach wie vor funktioniert die Wissenschaft – lange Zeit schon eine wesentliche und vor allem weitgehend auch eine Gratis-Produktivkraft für das Kapital – wie eine riesige Allmende. Selbstverständlich beherrscht diese Allmende wie alles im Kapitalismus nicht allein die Kooperation, sondern auch die Konkurrenz. Dennoch zeigt gerade die Logik der Forschung und Erkenntnis, dass das Kapital nicht aus sich heraus existieren kann, sondern selbst in seinen innersten Mechanismen, mächtigsten Apparaten, grundstürzendsten Innovationen auf die selbstbestimmte und vor allem auch die kollektive Eigentätigkeit des Menschen zurückzugreifen gezwungen ist.

Dieser Widerspruch ist Teil des Kapitals. Ebenso wie der Sowjetstaat die Eigentätigkeit erstickte, indem er, was seiner Elite Meinung nach zu tun war, staatlich verordnete und kontrollierte, droht das Kapital die Produktion von Wissen und von wirklich Neuem zu ersticken. Da die Produktion von Wissen und von wirklich Neuem aber zu einem wesentlichen Ingrediens seines Modus der Reproduktion geworden ist, ist diese Drohung durchaus ernst. Allerdings bearbeitet das Kapitalverhältnis seine Widersprüche ungleich flexibler als dies der Sowjetstaat je hätte vollbringen können.

Dass dieser Widerspruch allein das Kapital bereits in Frage stellt, würde ich deshalb verneinen. Dennoch besteht er, und zwar als ein Prozess zwischen der Eigentätigkeit der unmittelbar Produzierenden auf der einen Seite und dem Management als Agent des Kapitals, dem der Staat den Rücken deckt, auf der anderen; und erfordert als solcher einen fortlaufenden Balanceakt zwischen zuviel Kontrolle und zuviel Freiheit, die das Kapital der Arbeit einmal aufzwingt, das andere Mal gewährt.

Entscheidender scheint mir aber eine andere Frage, die Gorz aufwirft: Wie kann die Logik der Commons auf die Produktionsmittel selbst ausgedehnt werden? “Die nächste Etappe”, so nimmt Gorz optimistisch seine Antwort vorweg, “wird logischerweise die Selbstproduktion der Produktionsmittel sein.” Seinen Optimismus schöpft er daraus, dass “die High-Tech-Mittel zur Selbstproduktion die industrielle Megamaschine virtuell obsolet [machen].”

Als Beispiel dienen ihm die brasilianischen Favelas. Dort würden pro Woche mehr CDs von den BewohnerInnen gebrannt, als die CD-Industrie pro Jahr auf den Markt bringt. “Drei Viertel der 2004 produzierten Computer sind in den Favelas aus Teilen von Altmaterial selbst hergestellt worden. Die Regierung unterstützt die informellen Kooperativen und Gruppierungen der Selbstproduktion und Selbstversorgung”, schreibt Gorz.

Die selbstbestimmte Produktion der Produktionsmittel ist die große, noch kaum in Angriff genommene, da nicht einmal noch formulierte Aufgabe des “Commonismus” (Stefan Meretz), der einzig einen Weg aus der Krise bieten kann. Diese Hürde muss genommen werden, wollen wir die Potenziale der Befreiung realisieren und Schlimmes verhindern.

Der Commonismus, das sieht man, realisiert seine Potenziale erst voll, indem er mit den Bestrebungen zum Aufbau einer Solidarischen Ökonomie zusammenfließt. Das wichtigste Produkt der Solidarischen Ökonomie sind Commons; und je mehr Commons existieren, desto rascher entwickelt sich die Solidarische Ökonomie. Der freie Zugang zu allem Lebensnotwendigen muss freien Zugang zu den Mitteln der Produktion beinhalten. Diese Freiheit kann nicht im Atomismus der Geld- und Warensubjekte bestehen, deren Freiheiten als ebensoviele Begrenzungen ihrer Freiheit existieren, sondern verwirklicht sich darin, dass die Entfaltung aller Anderen Voraussetzung meiner eigenen Entfaltung ist und umgekehrt.

In dieser Sicht relativiert sich nicht zuletzt auch eine kapitalabhängige Forderung wie das Grundeinkommen, denn, wie Gorz in seinem letzten zu Lebzeiten veröffentlichten theoretischen Text in unserem Sammelband “Grundeinkommen. Soziale Sicherheit ohne Arbeit” (Exner/Rätz/Zenker, Deuticke 2007) festgehalten hat:

Vernetzte kommunale Produktionsstätten können eine fortlaufende Verständigung erlauben, was, wo, wozu herzustellen ist. Geld- und Warenbeziehungen erübrigen sich, ebenso wie ein allgemeines Grundeinkommen. Seine Funktion könnte allein darin bestehen, während des Zusammenbruchs der Warengesellschaft oder vor ihm den Übergang zu neuen Produktionsverhältnissen einzuleiten. (A. Gorz: “Seid realistisch – verlangt das Unmögliche“)

Was André Gorz theoretisch abgesehen hat und in seine Überlegungen, wie im Zitat oben, einbezog, erlebte er nicht mehr in der nun zunehmend offenkundigen Dimension und Härte: die weltweite Krise des Kapitals. Diese Krise ist eine Bedrohung und eine historische Gelegenheit zugleich. Die strukturelle Schwächung von Kapital und Staat ist ihr Kern.

Commonismus und Solidarische Ökonomie stellen im Kontext der Krise nicht nur eine organisatorische Aufgabe dar, die – weit davon entfernt eine Organisationsaufgabe bloß technischer Art zu sein – darin besteht, das Beziehungsinnere des Menschen umzugestalten im Prozess ihrer Entfaltung; sie sind zugleich ein Projekt, das sich in expliziter Gegnerschaft befindet zu den gefährlichen Interessen von Kapital und Arbeit am Erhalt ihrer selbst. Auch das freilich hat André Gorz, schon kurz vor seinem Tod, abgesehen:

Für krisis 19 muss ich mich noch einmal bedanken. Dass die Überwindung des Kapital-/Warenverhältnisses damit beginnen kann, Gebiete dem Kapitalismus zu entziehen und in ihnen selbstorganisierte Selbstversorgung jenseits von Markt und Geld zu betreiben und von den entzogenen Gebieten stromaufwärts andere, komplementäre zu besetzen, erinnert mich an den schwedischen Meidner Plan. Die Frage ist: Wie lange werden sich das die herrschenden Mächte ansehen? Bergmann hat die Frage aufgeworfen. Norbert Trenkle auch (in krisis 15). Machbar dürfte dieser “lange Marsch” nur in Situationen des Zusammenbruchs sein, wenn bereits Kristallisationskerne einer Antiökonomie bestehen. Immerhin – der Kurz-Essay in krisis 19 bekräftigt mich in der Meinung, dass die Trennung zwischen Produktion und Konsumtion – Produzenten und Konsumenten – das größte Hindernis auf dem Weg aus dem Kapitalismus hinaus ist. (A. Gorz: “Über den Horizont unserer Handlungen. Aus den nachgelassenen Briefen des André Gorz“)

Das Ende von Etwas ist der Beginn von etwas Neuem. Jedes wirkliche Ende aber ist der Beginn wirklich Neuen.




Danke! Grüne/UG zieht mit 2 Mandaten in AK Kärnten ein. Stimmenanteil 3,4% (+0,2)

Deutsch & Exner in AK

Die Wahl ist geschlagen. 2 Mandate sind gesichert. Allen, die mitgeholfen haben, sei herzlich gedankt. Die Grüne/UG konnte einen Stimmenzugewinn verzeichnen. Der Negativtrend der Grünpartei schlug auf die parteiunabhängige Liste nicht durch. Bedauerlich ist der Zugewinn der orangen Liste.

Für die Zukunft ist viel zu tun. Der Einzug in die AK ist nur ein allererster Anfang. Jetzt muss es darum gehen, die parteiunabhängige Strömung zu stärken und offensiv gegen die Krise anzugehen.

Dabei ist viererlei vonnöten:

1. Rasche und konkrete Verbesserungen (Arbeitslosengeld ohne Kontrolle, keine Delogierungen, Gratisausgabe von Lebensmitteln für Finanzschwache, Mieten senken, Öffentlichen Verkehr ausbauen und gratis anbieten, AMS-Kurse nur freiwillig, AMS-Kurse mit solidarökonomischen Inhalten)

2. Abwehr von Verschlechterungen (Sozialabbau, Frauen zurück an den Herd, Lohnverzicht)

3. Kritik von Illusionen („Wir tauchen die Krise schon irgendwie durch“, „Die Krise wird 2010 bereits ersten Lichtblicken weichen“, „Wir brauchen einen Green New Deal“)

4. Aufbau einer lokalen/regionalen Solidarischen Ökonomie als Alternative zu Markt, Staat und Kapital. Nur das wird die Krise überwinden können.