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Grüne go Marx? – Lest "Das Kapital"!

Offenbar sind die Grünen als einzige politische Partei in Österreich auf der Höhe der Zeit: Die GBW Wien stellt sich dem oberflächlichen Dogma des neoliberalen Einheitsdenkens, wonach Karl Marx ein toter Hund ist, entgegen. Denn ein toter Hund kann Marx erst sein, wenn der Kapitalismus tot ist.

Je älter die herrschende Politik aussieht, desto frischer ist der Zugriff auf das aktuelle grün-marxistische Denken, das sich in den letzten Jahren – von vielen unbeachtet – entwickelt hat: die schonungslose Kritik von Ware, Geld, Kapital und Lohnarbeit. Nicht zuletzt eine Voraussetzung, um nicht in die Fallen des Sündenbock-Denkens, des Anti-Amerikanismus, des neoliberalen Totalitarismus und der heuchlerischen Moralisierung zu tappen, die derzeit grassieren.

Deshalb die wärmste Empfehlung, sich das „Kapital“ neben das Strandtuch zu legen und die Grüne Bildungswerkstatt zum Beispiel zu nehmen. Denn auch in Kärnten wird es im Herbst im grünen Umfeld Veranstaltungen zur Kritik des Kapitalismus und zu Marx geben. Wenn ihr Interesse habt, Euch einzuklinken, dann meldet Euch: andreas.exnerÄTchello.at – Ein Lesetipp: www.oekonomiekritik.de

PS: Am 3. August mache ich auf Einladung der GAJ Niederösterreich, Vorarlberg und Steiermark sowie der Jungen Grünen Schweiz und Deutschland einen Workshop zu den sozialen Folgen des Klimawandels in Salzburg. Nähere Infos ebenfalls bei andreas.exnerÄTchello.at

NEWSLETTER Nr. 8/2009 der GBW Wien

Liebe Leserin, lieber Leser!

„Ich krieg´ die Krise“. Dieser Ausspruch gilt ganz offensichtlich nicht nur für den globalen Kapitalismus, sondern zusehends für die meisten gesellschaftlichen Bereiche. Die Mainstream-ÖkonomInnen müssen beinahe schon im Monatsrhytmus ihre Prognosen revidieren, die politischen Institutionen agieren plan- und fantasielos, der Frust droht sich in gesteigerter Politikverdrossenheit oder in einem Rechtsruck auszudrücken.

Für Herbst wird befürchtet, dass die Krise verstärkt auf den Arbeits-märkten ankommt. Nach Gramsci besteht eine Krise darin, dass: „das Alte stirbt [während] das Neue  noch nicht zur Welt kommen kann.“ (Gramsci Gefängnishefte Bd.2, S. 354) Genau diesen Prozess können wir heute beobachten. In vielen Bereichen macht sich die Gewissheit breit, dass es so nicht mehr weitergeht. Finanzmarktkrise, ökologische Krise, Überproduktionskrise, Krise der Legitimation der Politik, usw. sind alles Kennzeichen für einen tief greifenden Wandel in unserer Gesellschaft, auf den es Antworten zu finden gilt. So werden viele Veranstaltungen in den kommenden Monaten im Zeichen der multiplen Krise stehen.

Doch gerade in Krisen lohnt es sich, nicht nur wie gebannt auf die aktuellen Entwicklungen zu blicken, um so schnell wie möglich reagieren zu können. Es ist gerade jetzt wichtig, Räume der Reflexion zu öffnen. Deshalb möchte ich noch auf eine im Herbst startende Veranstaltungsreihe hinweisen, die im Angesicht der Krise die Frage stellt, was denn heute noch von einem schon oft für tot erklärten Kritiker des Kapitalismus zu lernen ist.

Wir werden im Herbst beginnen uns mit Marx und seiner Kritik und Analyse der kapitalistischen Gesellschaft auseinanderzusetzen. Eine undogmatische Wiederaneignung der marxschen Analyse auf der Höhe der Zeit kann zeigen, dass vielleicht „tote Hunde“ mehr zur Krise zu sagen haben, als Heerscharen offensichtlich ratloser PolitikerInnen, ÖkonomInnen, „LeistungsträgerInnen“ u.a.

Einen schönen Sommer und ein Tipp für die Sommerlektüre: Karl Marx „Das Kapital“ Bd.1. Viele wollen es nicht glauben, mensch kann es auch unter Palmen, am Strand oder im Gänsehäufel lesen. Alle auftauchenden Fragen, können wir ja ab Herbst dann gemeinsam im „Kapitallesekreis“ diskutieren.

Linktipp: GBW Wien