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Grüne/UG laden ein: "Wege aus der Krise?" – Sa., 3.10. – Univ. Klagenfurt

Die Grünen und Unabhängigen GewerkschafterInnen/AUGE Kärnten, die ASO Ljubljana, der ÖIE Kärnten und das Inst. f. Kulturelle Nachhaltigkeit organisieren zusammen mit der KTZ als Medienpartnerin am 3.10., 9.00-16.30 Uhr an der Uni Klagenfurt (Hörsaal 3) eine Tagung mit dem Titel:

„Wege aus der Krise? Rezession, Ressourcenverknappung und ökonomisch-ökologische Alternativen im regionalen Kontext“

MitveranstalterInnen:

Regionalmanagement Kärnten Dienstleistungs-GmbH, Stadt Klagenfurt – Ref. f. Frauen, Familie, Umweltschutz, Wissenschaft und Forschung, Social Innovation Network, Klimabündnis Kärnten, Kärntner Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung, ICPE – International Center for the Promotion of Enterprises, Slowenisches Energie-Forum Ljubljana, Institute for the Development of Social Responsibility IRDO Maribor, Talentetauschkreis Kärnten, Eurosolar Kärnten, Attac-Kärnten, Forum Regionalentwicklung Kärnten

Worum es geht:

Nahrungsmittel und fossile Ressourcen werden knapp, der Klimawandel schreitet fort. Es ist unklar, ob die internationale Klimapolitik und die Aktionen gegen die Hungerkrise zur Lösung dieser Problematiken beitragen. Zur ökologischen tritt die ökonomische Krise. Eine lang anhaltende Depression ist wahrscheinlich. Die Arbeitslosigkeit ist gestiegen, soziale Sicherheiten sind in Gefahr. Die Frage, ob man die traditionellen Industrien mit allen Mitteln stützen muss oder ob eine grundsätzlichere Veränderung ökonomischer Strukturen nötig ist, wird kontrovers debattiert.

Seit der Globalisierung der Finanzkrise hat sich jedenfalls ein „Window of Opportunity“ geöffnet. Auf Ebene der EU stehen Ziele wie die Territoriale Kohäsion auf der Agenda, in der Zivilgesellschaft werden Modelle wie die Solidarische Ökonomie diskutiert … Vor diesem Hintergrund lassen sich auch prominente Konzepte wie die Corporate Social Responsibility auf ihre Erfolge und Problemlösungskapazitäten befragen.

9.00 – Eröffnung

Andrea Wulz (Stadträtin in Klagenfurt), Bettina Golob (Regionalmanagement Kärnten), die VeranstalterInnen

9.45-12.00 – Programmteil 1 (Vormittag): Der theoretische Rahmen

Josef Hochgerner (ZSI Wien):

Soziale Innovation in Zeiten der Krise

Was ist der Kern von Innovation? Wie wird Innovation jenseits des Standortwettbewerbs möglich? Erfolge und Misserfolge der bisherigen Versuche soziale Innovation zu fördern.

Milenko Gudic (Bled School of Management):

Global Challenges & the Role of the Business Center – The UN-Initiative Global Compact Initiative

Wie wird die ökonomische und ökologische Krise in den Vereinten Nationen diskutiert. Welche Lösungen werden propagiert. Erfolge und Misserfolge des Global Compact. Was ist für nachhaltige Lösungen notwendig?

Andreas Exner (Spontaninput anstelle Prof. Ulrich Brand als Einleitung):

Ökologische und ökonomische Krise

Soziale und wirtschaftliche Innovationen und der politische Rahmen. Welche Herausforderungen sind zu bewältigen? Wie kann/sollte die Politik auf die ökonomisch-ökologischen Krisen der heutigen Zeit reagieren?

Clarita Müller-Plantenberg (Verein zur Förderung der Solidarischen Ökonomie):

Solidarische Ökonomie als Dach für Alternativen

Wo liegen Erfolge und Misserfolge? Wie ist eine andere Wirtschaft möglich? Wie machen wir eine Solidarische Ökonomie in Mitteleuropa?

13.30-16.30 – Programmteil 2 (Nachmittag): Praxis der Alternativen

Corporate Social Responsibility versus Gesellschaftliche Unternehmenskontrolle?

Wie ist CSR einzuschätzen? Welche Erfolge, welche Misserfolge, welche Voraussetzungen? Was heißt gesellschaftliche Unternehmenskontrolle (Erfolge, Misserfolge, Voraussetzungen)?

* Norbert Zimmermann (Berndorf AG)
* Dirk Raith (Univ. Graz)
* Eva Angerler (GPA)

Sozialökonomische Betriebe versus Solidarische Ökonomie?

Wo liegen Unterschiede und Gemeinsamkeiten von sozialökonomischen Betrieben und Solidarischer Ökonomie? Welche Modelle Solidarischer Ökonomie existieren im Bereich sozialer Aufgaben, welche Praxiserfahrungen und Initiativen? Wo liegen Erfolge und Misserfolge sozialökonomischer Betriebe?

* Walther Schütz (Armutskonferenz)
* Peter Ulrich Lehner (Herausgeber „mitbestimmung“)
* Andrej Klemenc (Slowenisches Energie-Forum)

Perspektiven jenseits von Staat & privat?

Wo liegen die Schwerpunkte von Genossenschaften? Wie sieht das Verhältnis von „ökonomischen Initiativen“ aus zu Initiativen wie Ökodörfern, Umsonstläden, Kulturinitiativen? Kann man beides verbinden? Was sind Erfolge und Misserfolge von Kommodifizerung öffentlicher Räume, von Privatisierung? Was braucht soziale Innovation an Freiräumen? Worin liegt das Wesen und die wesentliche Voraussetzung sozialer Innovation heute? Welche Rolle spielt kulturelle Kommunikation, kulturelle Praxis?

* Larissa Krainer (Inst. f. Kulturelle Nachhaltigkeit)
* Markus Auinger (Paolo Freire Zentrum)
* Albrecht Grießhammer (Grüne Wirtschaft Kärnten)

ANMELDUNG BEI: Walther Schütz, buendnis.oeie*ÄT*aon.at, 04242 24 6 17

RÜCKFRAGEN BEI: Andreas Exner, andreas.exner*ÄT*chello.at




A. Exner beim "Elevate the Crisis!" in Graz: 21.-26. Okt. – Solidarische Ökonomie – Kritik der Krise – Ökologie

Elevate ist eine Ausnahmerscheinung. Das Grazer Festival kombiniert Kultur und Politik, Spaß und Diskussion. Es findet wieder im Herbst, vom 21.-26. Okt. statt.

Das internationale, äußerst gelungene Programm ist sehr spannend und sei wärmstens empfohlen.

Aus dem Elevate-Programm:

„Mit einem umfangreichen Programm an Diskussionen, Workshops, Vorträgen und Filmpräsentationen will das Elevate Festival 2009 zum besseren Verständnis der schwerwiegenden Krisen (in den Bereichen Klima und Energie, Ressourcen, Ernährung, Wirtschaft, Politik und Medien) beitragen, die die Menschheit aktuell vor große Herausforderungen stellen. Der Fokus liegt hierbei auf der Auseinandersetzung mit alternativen Sichtweisen und Analysen abseits der unzureichenden und häufig durch wirtschaftliche und politische Interessen verzerrten Erklärungsmuster, die die Mainstream-Medien und den öffentlichen Diskurs dominieren.“

Wer mit mir zu den Themen Solidarische Ökonomie, Kritik der Krise und Ökologie und Kapitalismus diskutieren will, hat in Graz eine dreifache Gelegenheit.

Freitag, 23. Ok., 14.00-16.00:

Podiumsdiskussion mit Geoff Tansey, Irmi Salzer, Pat Mooney, Christa Wichterich, Mona Bricke & Andreas Exner:

Die sozial-ökologische Krise und der drohende Kollaps

Samstag, 24. Okt., 11.15-13.15:

Workshop Kristina Bayer & Andreas Exner:

Solidarische Ökonomie – Zukunftsweisend Wirtschaften

Samstag, 24. Okt., 14.00-16.00

Podiumsdiskussion mit Gabriele Michalitsch, Christian Felber, Christa Wichterich, Joachim Hirsch, Andreas Exner & Kristina Bayer:

Weltwirtschaftskrise, Krise der Demokratie, Krise des Sozialen: Business as usual, neue Regulationsformen oder Systemwechsel?




Plattform Migration Villach: "Lassen wir's uns gut gehen!" – Hauptplatz Villach, Fr., 25. Sept., ab 11.30

Wenn am Freitag, den 25. September (ab 11:30) am Villacher Hauptplatz Menschen bei einem gemeinsamen, kostenlosen Essen zusammensitzen werden, miteinander ins Gespräch kommen, sich darüber austauschen, wie es ihnen geht, dann ist das sicher eine Aktion, wie man sie sich nicht so ohne weiteres von der „Plattform Migration Villach“ einem Zusammenschluss politisch aktiver Initiativen erwartet:

Uns ist bewusst, dass wir mit so einem positiven Signal die Menschen irritieren. Denn die Erwartung an uns ist, dass wir politische Forderungen aufstellen, dass wir demonstrieren … Aber mit unserer Einladung zum „Gut-gehen-Lassen“ setzen wir bewusst auf ein anderes Zeichen: Auf Innehalten und gemeinsam Nachdenken. Wir wollen Fragen aufwerfen, die sich wohl die meisten Menschen manchmal stellen, z.B.

* Warum eigentlich muss es uns immer schlechter gehen, damit es nicht noch schlechter wird?
* Warum geht es dem Einzelnen so schlecht, wo es uns allen angeblich doch so gut geht?
* Warum müssen wir immer mehr arbeiten, wenn uns doch die Arbeit offensichtlich ausgeht?

Klar ist: Irgendwas läuft gewaltig schief, und zwar im Kern unserer Gesellschaft. Und das spürt jede und jeder: Durch Druck und Stress, durch Burn-Out und Krankheit, immer mehr auch durch materielle Armut. Da wird nur allzu gerne nach Sündenböcken (Ausländer, Minderleister…) gesucht.

In so einer Situation die Menschen zum „Lassen wir’s uns gut gehen!“ aufzufordern ist wahrlich eine paradoxe Intervention. Aber genau auf das kommt es an: Innezuhalten, scheinbare Selbstverständlichkeit wie die vom Gürtel-enger-schnallen hinterfragen, sich auch einmal eingestehen zu dürfen, dass man es oft nicht mehr schafft und im Anderen nicht mehr nur den Konkurrenten zu sehen, sondern den Mitmenschen. Das mag nicht unmittelbar politisch sein, aber ein Umdenken bei uns allen ist die Voraussetzung für jegliches weiter tun, z.B. auch für politische Forderungen wie „Ein gutes Leben für Alle!“

Freitag, den 25. September 09 ab 11:30 Uhr:

„Lassen wir’s uns gut gehen!“

Essen, Begegnen, Sprechen am Hauptplatz Villach.
Eine Initiative der Plattform Migration Villach unter Beteiligung und Unterstützung zahlreicher Organisationen und Initiativen.

Mithelfende (für Aufstellen der Tische, Essensausgabe, Mitbringen von Essen) gesucht, bitte bei Walther Schütz melden: buendnis.oeie*ÄT*aon.at oder 0664/73740101.




Vorinfo: Werner Zittel – Peak Oil – Vortrag Klagenfurt, 21.10., 19.00

Die Grünen und Unabhängigen GewerkschafterInnen Kärntens laden gemeinsam mit der GBW Kärnten (angefragt), dem Bündnis für eine Welt Kärnten, dem Zentrum für Friedensforschung und Friedenspädagogik und dem Klimabündnis Kärnten den Top-Experten Werner Zittel zu einem Vortrag über die Verknappung der fossilen Ressourcen ein.

Werner Zittel hat im Rahmen der NGO Energywatchgroup die maßgeblichen Studien zu Peak Oil – dem Ende des billigen Erdöls, Peak Gas – dem Ende des billigen Erdgases – und Peak Coal – der Vernappung fossiler Kohle, erarbeitet.

Werner Zittel wird am 21.10. in Klagenfurt (voraussichtlich an der Uni, Lake Side Park) einen Abendvortrag zum Thema

„Das Ende des billigen Öls. Herausforderungen der kommenden Versorgungskrise und die Alternativen“

halten, mit anschließender Diskussion.




Utta Isop: Neuer Weblog zu Feminismus, Anarchismus, Queere Politik

Es gibt nicht viele Leute, die in Kärnten politisch so aktiv sind und ein im besten Sinne radikales, weil an die Wurzel der Probleme gehendes, lustbetont-befreiendes Denken entwickeln wie Utta Isop. Nun hat Utta ihren eigenen Weblog gestartet. Dort finden sich viele ihrer Texte – auf Deutsch, aber auch auf Englisch – zur freien Entnahme, Diskussion und weiteren Verbreitung.

Utta Isop arbeitet u.a. am Genderzentrum der Universität Klagenfurt und kandidierte für die Grünen und Unabhängigen GewerkschafterInnen bei der Arbeiterkammerwahl 2009. Ihre Schwerpunkte sind: Solidarische Ökonomie, Gender, Anarcha-Feminismus, alternative families, queere Politik.

Eine besondere Empfehlung: „Geschlechterbasisdemokratie




"Das ist der richtige Luxus" – Gedanken zum In-den-Tag-leben

„Man muss eine Fülle von Zeit haben. Dann kann man was Richtiges machen. Das ist der richtige Luxus“ – die da spricht, ist Maria Lassnig. Gehört gestern in Ö1. Maria Lassnig gibt ein langes Interview, sie erzählt davon, wieviel Zeit sie „vergeudet“ hätte, aber, so sagt sie, so muss das auch sein. Denn nur dann „kann man was Richtiges machen“.

Dass erst die frei verfügbare Zeit wirklicher Reichtum sei, betonte schon Karl Marx. Ganz im Kontrast zur mieselsüchtigen realsozialistischen Arbeitshetze, und in ebensolchem Kontrast zur sozialdemokratisch-bobogrün-konservativ-neofaschistischen Arbeitsfront des modernen Kapitalismus war allen, die je für die Befreiung der Menschen eintraten völlig klar, dass nicht Arbeit, sondern Freiheit von Arbeit Sinn und Zweck unseres Strebens sein muss: „Denn der wirkliche Reichtum ist die entwickelte Produktivkraft aller Individuen. Es ist dann keineswegs mehr die Arbeitszeit, sondern die verfügbare Zeit das Maß des Reichtums“ (Karl Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie, S. 596).

Arbeit ist das letzte und auch das zentrale Tabu der modernen Gesellschaft, denn auf ihr ruht das Kapital, seine Verwertung ist ja nichts anderes als Verwurstung von Arbeitskraft, Veredelung von Lohn, Abschleifen von Lebenszeit für die Vergoldung seiner Mühlen. Arbeit als Abstraktion von jeder konkreten Genuss- und Sinnbestimmung ist seine Erfindung erst. Vor der Arbeit gab es eine Fülle konkreter Tätigkeiten und einen Alltag, der von Muße durchtränkt war. „Arbeit an sich“ gab es vor dem Kapitalismus nicht. Das zeigt sich schon an der Geschichte der unterschiedlichen Worte, die europäische Sprachen für die „Arbeit“ kennen: immer verweisen sie auf Sklaverei, Abhängigkeit, Unlust, Elend. Arbeit war die verabscheuenswürdige Tätigkeit unter dem Kommando eines Anderen: Unterdrückung, bestenfalls mühselige Notwendigkeit, niemals aber Sinn und Zweck.

Das „Manifest gegen die Arbeit“ der Gruppe Krisis hat die Misere der Arbeit in unnachahmlicher Weise auf den Punkt gebracht.

Selten sind erst die Gelegenheiten, wo sich die Aufständischen gegen die Arbeit wirklich äußern. Ganz unerwartet geriet die erste Podiumsdiskussion der Reihe „Kärnten/Koroska 2020“ am 25. August im Klagenfurter Raj, die Radio Agora veranstaltet hat, zu einer solchen.

Da fragte Simone Schönett doch ohne jeden Skrupel, ja, geradezu empört, was denn am Nichtstun schlecht sei. Da forderte Irmgard Bohunovsky wie selbstverständlich ein bedingungsloses Grundeinkommen. Da nickte Primarius Herwig Scholz zustimmend, als man die Arbeit hinterfragte, und meinte, es sei der Gesundheit abträglich, sich allzusehr darauf zu konzentrieren.

Doch sind solche Mikroaufstände gegen den Terror der Arbeit noch immer viel zu selten. Anstatt freie, selbstbestimmte Tätigkeit als Ziel zu proklamieren, klammert sich die Nomenklatura des Kapitals in den Gewerkschaften, der Politik, den Medien und in der Wirtschaft an die „Vollbeschäftigung“. Und viele folgen ihnen.

„Zurück in die Galeeren“, das ist ihr Ruf. Wir aber sagen: versenkt den Todesfrachter „unserer Wirtschaft“ endlich. Er ist zum Ballast, ja zum Überlebensrisiko für die ganze Menschheit geworden. Arbeit schändet nicht nur, sie tötet auch, seelisch wie körperlich, indem sie verschmutzt, zuviel produziert, Freizeit vernichtet, Lebenssinn zerstört, Perspektiven nimmt, krank macht, die Leidenschaften auffrisst, die Lust erstickt, den Genuss verhöhnt und die Muße annulliert.

Wir sind keine Gefangenen, die man „beschäftigen“ muss, schon gar nicht „voll“. Was wir mit unserem Leben machen, ist unsere Sache. Nie wieder Arbeit!

Geht ans gelobte Land. Und genießt seine Früchte. „Dann kann man was Richtiges machen“, sagt Maria Lassnig.




Buch Neu: "Kapitalismus am Ende?" – Beitrag Exner: "Eine Alternative zur Geldwirtschaft ist nötig"

Vor Kurzem ist der Sammelband zum Attac-Deutschland Kongress “Kapitalismus am Ende?” erschienen. Untertitel: Attac – Analysen und Alternativen.

Der VSA-Verlag hat damit wieder einmal eine wichtige Dokumentation der laufenden Debatten zu Kapitalismus, Krise und Alternativen zustande gebracht. Das Spektrum der Beiträge erstreckt sich vom US-amerikanischen Krisentheoretiker Robert Brenner, der mit seiner vielbeachteten Studie “Boom & Bubble” auch im deutschen Sprachraum stark rezipiert worden ist, über Norbert Trenkle von der Gruppe Krisis, Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall,den ILA-Mitarbeiter und Attac-Mitbegründer Werner Rätz, die Publizistin Daniela Dahn, die Attac-Aktivistin und Kongress-Initiatorin Jutta Sundermann und die renommierte US-amerikanische Soziologin Saskia Sassen bis hin zur “marxo-feministischen Legende” Frigga Haug und zu dem ehemaligen CDU-Generalsekretär Heiner Geißler – um nur eine Auswahl zu nennen.

So breit wie dieses Spektrum ist die Perspektive, die von den einzelnen Beiträgen umrissen wird. Dass da vieles nicht zusammen passt, ja in genau entgegengesetzte Richtungen geht, ist klar. Dennoch war der Kongress – und ist mit ihm das Buch – ein wichtiger Schritt hin zu einer Radikalisierung der Debatten um eine post-kapitalistische Zukunft. Was beim Kongress im Frühjahr 2009 fehlte, war die Inspiration, die Lust auf das Neue. Diese kommt auch im Buch zu kurz. Um dies zu ändern wird es nicht nur weiterer Kongresse bedürfen. Nötig ist eine Rebellion der Leidenschaften, ein Aufstand der Fantasie, kurz: eine Befreiung aus dem selbst geschaffenen Gefängnis von Arbeit, Staat und Kapital.

Leseprobe hier.

Beitrag Andreas Exner – “Eine Alternative zur Geldwirtschaft ist nötig” – hier.

Nachlese zum Kongress hier.

–> dieser Beitrag erschien zuerst auf www.social-innovation.org




Vorankündigung: Sa., 3.10. – Grüne/UG u.a. – Tagung "Rezession, Ressourcenverknappung und ökonomisch-ökologische Alternativen im regionalen Kontext"

An dieser Stelle geben wir Euch schon mal eine Vorankündigung. Die Grünen und Unabhängigen GewerkschafterInnen/AUGE Kärnten, die ASO Ljubljana, der ÖIE Kärnten, das Inst. f. Kulturelle Nachhaltigkeit u.a. organisieren zusammen mit der KTZ als Medienpartnerin am 3.10., 9.00-16.30 Uhr an der Uni Klagenfurt (Hörsaal 3) eine Tagung mit dem Titel:

„Rezession, Ressourcenverknappung und ökonomisch-ökologische Alternativen im regionalen Kontext“

Worum es geht:

Nahrungsmittel und fossile Ressourcen werden knapp, der Klimawandel schreitet fort. Es ist unklar, ob die internationale Klimapolitik und die Aktionen gegen die Hungerkrise zur Lösung dieser Problematiken beitragen. Zur ökologischen tritt die ökonomische Krise. Eine lang anhaltende Depression ist wahrscheinlich. Die Arbeitslosigkeit ist gestiegen, soziale Sicherheiten sind in Gefahr. Die Frage, ob man die traditionellen Industrien mit allen Mitteln stützen muss oder ob eine grundsätzlichere Veränderung ökonomischer Strukturen nötig ist, wird kontrovers debattiert.

Seit der Globalisierung der Finanzkrise hat sich jedenfalls ein „Window of Opportunity“ geöffnet. Auf Ebene der EU stehen Ziele wie die Territoriale Kohäsion auf der Agenda, in der Zivilgesellschaft werden Modelle wie die Solidarische Ökonomie diskutiert … Vor diesem Hintergrund lassen sich auch prominente Konzepte wie die Corporate Social Responsibility auf ihre Erfolge und Problemlösungskapazitäten befragen.


Programmteil 1 (Vormittag): Der theoretische Rahmen

Josef Hochgerner: Die Theorie der sozialen Innovation

Was ist der Kern von Innovation? Wie wird Innovation jenseits des Standortwettbewerbs möglich? Erfolge und Misserfolge der bisherigen Versuche soziale Innovation zu fördern.

Danica Purg: UN-Initiative Global Compact

Wie wird die ökonomische und ökologische Krise in den Vereinten Nationen diskutiert. Welche Lösungen werden propagiert. Erfolge und Misserfolge des Global Compact. Was ist für nachhaltige Lösungen notwendig?

Ulrich Brand: Ökologische und ökonomische Krise

Soziale und wirtschaftliche Innovationen und der politische Rahmen. Welche Herausforderungen sind zu bewältigen? Wie kann/sollte die Politik auf die ökonomisch-ökologischen Krisen der heutigen Zeit reagieren?

Clarita Müller-Plantenberg: Solidarische Ökonomie als Dach für Alternativen

Wo liegen Erfolge und Misserfolge? Wie ist eine andere Wirtschaft möglich? Wie machen wir eine Solidarische Ökonomie in Mitteleuropa?


Programmteil 2 (Nachmittag): Praxis der Alternativen

Corporate Social Responsibility versus Gesellschaftliche Unternehmenskontrolle?

Wie ist CSR einzuschätzen? Welche Erfolge, welche Misserfolge, welche Voraussetzungen? Was heißt gesellschaftliche Unternehmenskontrolle (Erfolge, Misserfolge, Voraussetzungen)?

  • Monika Kircher-Kohl (angefragt)
  • Bernhard Mark-Ungericht (Prof. f. Betriebswirtschaft, Uni Graz)
  • Christian Zeller (Prof. f. Wirtschaftsgeographie, Uni Salzburg)
  • Matja Mulej (Präsident International Federation for Systems Research, angefragt)

Sozialökonomische Betriebe versus Solidarische Ökonomie?

Wo liegen Unterschiede und Gemeinsamkeiten von sozialökonomischen Betrieben und Solidarischer Ökonomie? Welche Modelle Solidarischer Ökonomie existieren im Bereich sozialer Aufgaben, welche Praxiserfahrungen und Initiativen? Wo liegen Erfolge und Misserfolge sozialökonomischer Betriebe?

  • Reinhard Reich (Vertreter Sozialökonomische Betriebe, angefragt)
  • Peter Ulrich Lehner (Herausgeber „mitbestimmung“)
  • N.N.

Perspektiven jenseits von Staat & privat?

Wo liegen die Schwerpunkte von Genossenschaften? Wie sieht das Verhältnis von „ökonomischen Initiativen“ aus zu Initiativen wie Ökodörfern, Umsonstläden, Kulturinitiativen? Kann man beides verbinden? Was sind Erfolge und Misserfolge von Kommodifizerung öffentlicher Räume, von Privatisierung? Was braucht soziale Innovation an Freiräumen? Worin liegt das Wesen und die wesentliche Voraussetzung sozialer Innovation heute? Welche Rolle spielt kulturelle Kommunikation, kulturelle Praxis?

  • Larissa Krainer (Inst. f. Kulturelle Nachhaltigkeit)
  • Franz Nahrada (Verein GIVE)
  • Vertreter Ökosoziales Forum (angefragt)



Grüne/UG laden ein: Woche des Grundeinkommens – auch in Klagenfurt, 17.9., 19.00 – Film/Diskussion mit M.Schmoczer & B.Lesjak

Während die Krise die Jobs schmilzt wie die Frühlingssonne alten Schnee, beginnt perverserweise das große Zähneklappern. Die Produktivität unserer Arbeit reicht ja längst aus, um allen ein gutes Leben bei geringer Arbeitszeit zu gewähren, doch will der Kapitalismus davon nichts wissen. Er will nur eines: Profit. Nur leider gibt es davon gerade zuwenig, weshalb die Eliten und Massenmedien frech und simpel von „der Krise“ sprechen.

Der Punkt freilich ist: eine Krise müsste es gar nicht geben.

Alles, was Produktion braucht, existiert nach wie vor: unser Wissen, die Maschinen, die Rohstoffe, die Bedürfnisse.

Um es klar zu sagen: das Profitziel ist das einzige Hindernis.

Dieser geradezu erschreckend einfache Sachverhalt darf natürlich nicht darüber hinwegtäuschen: solange wir uns selbst an Lohnarbeit und Kapitalvermehrung ketten, solange wird uns die Krise des Kapitals und seines Staates ohne Erbarmen die Kehlen zuschnüren. Viele von uns stehen deshalb bereits auf der Straße, zusätzlich zu denen, die  schon lange Jahre oder ihr ganzes Leben dort vegetieren mussten – und es werden noch viele mehr. Die Perspektiven sind äußerst düster, solange wir den entscheidenden Schritt nicht tun: Geldwirtschaft überwinden, Produktion für Bedürfnisbefriedigung statt für Profit, Gesellschaftliches Eigentum an Produktionsmitteln, Abschaffung der Lohnarbeit, den Staat durch freie Selbstverwaltung zurückdrängen. Es liegt an uns – niemand anders trägt dafür die Verantwortung.

Das bedingungslose Grundeinkommen erweist sich in dieser Debatte als ein Lichtblick. Gegenüber sinnlosen Kaltduscher-Konzepten wie einer „bedarfsorientierten Mindestsicherung“ ist das bedingungslose Grundeinkommen eine handfeste Lösung für das Problem der sich ausweitenden Armut und ein großer Schritt hin zu einer freien, warmherzigen Gesellschaft. Es verwandelt Produktivitätsgewinne in Zugewinne an frei verfügbarer Zeit – der einzige Reichtum, der letztlich existiert, wie nicht nur Karl Marx erkannte.

Damit ist freilich keineswegs gesagt, dass das bedingungslose Grundeinkommen der Königsweg zur Lösung unserer Probleme ist. Aber klar zu sagen ist, dass dieses Konzept 99% des politischen Mist weit hinter sich lässt, den die Eliten aller Couleur uns bis dato noch verkaufen wollen.

In Deutschland, der Schweiz und in Österreich veranstalten deshalb alle, die am Grundeinkommen und seiner kritischen Diskussion interessiert sind, eine „Woche des Grundeinkommens“. Das österreichische Program gibt’s hier zum Download.

In Klagenfurt beteiligen wir uns von Kärntner Seite an dieser Initiative, indem wir Euch einen Film mit viel Witz und Esprit („Grundeinkommen“, von Daniel Häni, Enno Schmidt, ca. 50 min.) vorführen. Im Anschluss diskutieren Michaela Schmoczer (Verein zur Verzögerung der Zeit, Grundeinkommens-Expertin) und Barbara Lesjak (Die Grünen, Landtagsabgeordnete, Sozial-Expertin), wozu alle Interessierten herzlich eingeladen sind.

Ort: Raj, 9020 Klagenfurt, Badgasse 7, oberer Stock

Zeit: ab 19.00 Uhr

VeranstalterInnen: Grüne und Unabhängige GewerkschafterInnen/AUGE Kärnten, Verein zur Verzögerung der Zeit, ÖIE Kärnten

Presserückfragen: andreas.exner~ÄT~chello.at, 0699 12 72 38 87

Infos zum bedingungslosen Grundeinkommen hier.

bis dann, folks! Andreas