Grüne/UG ruft auf: Feier zum Sieg über den NS – HEUTE: 8.Mai, Klagenfurt/Celovec, 15.00 – Antifaschistisches Denkmal gefordert!
Aus dem Text der Postzusendung:
Der Zweite Weltkrieg hat unzählige Opfer gefordert, Länder verwüstet, millionenfaches physisches und psychisches Elend zur Folge gehabt. Am 8.Mai vor 65 Jahren wurde er durch die Kapitulation des Hitlerreiches beendet, Europa vom Nationalsozialismus befreit. Das war seinerzeit, das ist heute ein Grund zum Feiern.
Daran, an den Sieg der antinazistischen Allianz, an den Beitrag des antifaschistischen Widerstandskampfes zur Befreiung, und vor allem an seine Errungenschaft soll die Demonstration am 8. Mai erinnern – an die verfassungsmäßige Verplichtung Österreichs, Deutschnationalismus, Nationalsozialismus, Rassismus und Minderheitenfeindlichkeit nicht zuzulassen. Wir wollen den 8. Mai als europäischen antifaschistischen Feiertag. Wir fordern die Amtsenthebung des Deutschnationalen Martin Graf von seiner Funktion als Parlamentspräsident; die Erfüllung des Artikels 7 des Österreichsichen Staatsvertrags; ein antifaschistisches Denkmal im Zentrum der Stadt; die Rücknahme menschenverachtender Asylgesetze.
Krise und massenhafte Verarmung sind dem Krieg vorangegangen. Soziale Frustration, Perspektivlosigkeit und Verrohung der Gesellschaft haben dem Rechtsextremismus als Nährboden gedient, so wie heute. Schluss mit Krisenbewältigung auf Kosten der Bevölkerungsmehrheit. Schluss mit der Privatisierung der Gewinne und der Sozialisierung der Verluste! Umbau der Ökonoimie, für eine solidarische Gesellschaft!
Treffpunkt am 8. Mai um 15.00 Uhr vor dem Hauptbahnhof in Klagenfurt. Danach Demonstrationszug durch die Stadt, Abschlusskundgebung am Neuen Platz; Enthüllung des „temporären Denkmals“ für 10.000 Menschen, die in Kärnten durch den Nationalsozialismus ums Leben gekommen sind – als Opfer oder als WiderstandskämpferInnen.
Persönliche Anmerkung: es ist sehr zu begrüßen, dass auch die Grünen Kärnten den Aufruf unterstützen (wie auch die Grüne/UG). Es stellt sich freilich die Frage, warum es bis dato keine öffentlich sichtbaren, der Aufgabe adäquaten Bemühungen der Grünen in Klagenfurt gibt, den untragbaren Zustand rechtsextremer Unkultur im historischen Gedächtnis dieser Stadt durch ein antifaschistisches Denkmal zu ändern – trotz wiederholter Bemühungen, darauf aufmerksam zu machen. Statt ein antifaschistisches Denkmal in Klagenfurt nach dem Vorbild des (wesentlich von Hans Haider, Grüne Kärnten, vorangebrachten) Mahnmals in Villach und die Demontage der (prä)faschistischen Denkmäler etc. zu fordern und als Antrag in den Gemeinderat einzubringen, sind diesbezügliche „Grüne“ Aktivitäten bis dato offenbar noch nicht von Erfolg in Form einer öffentlichen Debatte bzw. eines Denkmals gekrönt. Der Autor wäre dankbar für Hinweise auf einschlägige Bemühungen, die ihm bis jetzt entgangen sind. Die Rolle einzelner Abgeordneter wird zu überprüfen sein, ist ein entsprechendes Bemühen tatsächlich – wider Erwarten – inexistent. Es ist gut möglich, dass die Grünen die 8. Mai-Feier und deren „temporäres Mahnmal“, das sie unterstützen, bereits zum Anlass genommen haben einen entsprechenden Antrag einzubringen. Andernfalls wäre die kommende Gemeinderatssitzung eine hervorragende Gelegenheit.