Diese Frage stellen sich die Autorinnen der Studie „A Bit Rich: Calculatin the real value to society of different professions“ der „new economics foundation„. Insbesondere wollten die WissenschafterInnen untersuchen, in welchem Zusammehang die Einkommenshöhe mit volkswirtschaftlichen Wohlstandsgewinnen steht. Also, ob Berufsgruppen, die zu den SpitzenverdienerInnen zählen, einen entsprechend höheren Beitrag zur gesellschaftlichen Wohlfahrt leisten als Berufsgruppen aus dem Niedriglohnsektor. Untersucht wurde der Beitrag von SpitzenverdienerInnen wie InvestmentbankerInnen, SteuerberaterInnen und WerbexpertInnen sowie NiedrigverdienerInnen wie KinderbetreuerInnen, Reinigungskräfte im Krankenhausbereich, sowie Beschäftigte in der Recyclingindustrie zur gesamtgesellschaftlichen Wohlfahrt. Und inwieweit hohe Einkommensunterschiede in irgendeinem Verhältnis zu einem entsprechend hohen bzw. niedrigen Beitrag zum gesellschaftlichen Wohlstand stehen, der durch die Tätigkeiten dieser sechs Berufsgruppen entsteht. Dabei wurden die Tätigkeiten insbesondere nach dem „Social Return on Investment (SROI)“-Ansatz auf die sozialen und ökologischen Kosten bzw. Gewinne, die im Rahmer der Erbringung der unterschiedlichen Arbeiten entstehen, analysiert. Die Ergebnisse: sämtliche untersuchte Berufsgruppen aus dem Niedriglohnsektor erbringen einen ungleich höheren, vielfachen sozialen und ökologischen Mehrwehrt, als sie in Löhnen und Gehältern kosten. Im Gegensatz dazu ist der ökologische und soziale Schaden, der aus der Arbeit der untersuchten SpitzenverdienerInnen entsteht ungleich höher und beträgt ebenso ein Vielfaches. Die Studie kann hier downgeloadet werden (in englische Sprache). Eine Zusammenfassung der Ergebnisse der britischen Studie gibt es außerdem in der UG-Monatszeitschrift „Die Alternative 1/2 2010″, ergänzt um ein paar österreichische Zahlen.

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3 Kommentare am 14. Januar 2010

3 Responses to “NEF-Studie: Welchen gesellschaftlichen Wert hat Arbeit?”

  1. Husten sagt:

    vielleicht ist die schwarz/weiß malerei ja auch nicht besonders wahrheitsförderlich

    😉

    • Marianne sagt:

      ich glaub die Schwarz/Weiß oder 0/1 Sichtweise kann keine Wirklichkeit abbilden. Aber davon lebt die Politik und auch das sind immerhin Arbeitsplätze.

      Neoliberale Umverteilung ist übrigens ein Anachronismus, da ja im Unterschied zum Sozialismus der Liberalismus nicht umverteilt. Das sind ja der wirkliche Unterschied zwischen diesen beiden Richtungen.

  2. Reiner sagt:

    Auch wenn man Wissenschaft grundsätzlich skeptisch betrachten sollte, kann man nicht verleugnen, dass darin das Wort Wissen steckt. @Husten:
    Schwarz/weiss sieht nur der, der sich nicht informiert!
    😉