Entwicklung der Lohnquote

Die Lohnquote – also der Anteil der Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit (ArbeitnehmerInnen) am Volkseinkommen – ist seit dem Jahr 1978 von 77,7 % (Höchststand) auf 71,9 % im Jahr 2000 zurückgegangen um bist 2006 auf nur noch 66,6 % zu fallen.

Die um die Veränderung des Anteils der unselbständig Beschäftigten an den Erwerbstätigen insgesamt „bereinigte“ Lohnquote verringerte sich von 71,7 % (1978) auf 63,9 % (2000) und schließlich 59,2 % (2006).

Geschlechtsspezifisch Einkommensunterschiede

Die geschlechtsspezifischen Einkommensunterschiede sind im untersten Einkommenviertel (1. Quartil) mit 39,5 % um fast 10 % höher als im dritten Quartil (31,1 %).

Das Einkommen von Frauen in % des Einkommens der Männer betrug …

  • … an der Obergrenze des schwächsten Einkommensviertel (alle Erwerbstätige) im Jahr 1980 61,8 %, im Jahr 1990 64,6 % um bis zum Jahr 2000 wieder auf 60,5 % zu fallen. Arbeiterinnen verdienten 1980 im 1. Quartil 57,7 % ihrer männlichen Kollegen, 1990 60,6 % 2008 dagegen mit nur noch 56,6 % im Vergleich zu Arbeitern prozentuell weniger als 1980! Ähnlich stellt es sich bei weiblichen Angestellten im 1. Quartil dar: 1980 verdienten sie 62,3 % der männlichen Angestellten. Die Situation verschlechterte sich kontinuierlich (1998: 61,1 %) bis 2008 (56,5 %).
  • … im Einkommensmedian (50 % verdienen mehr, 50 % verdienen weniger, alle Erwerbstätige) 1980 64,9 %, 1995 68,8 % um bis 2008 auf 66,7 % zu fallen (Arbeiterinnen: 1980 61,5 %, 1995: 64,5 %, 2008 61,2 %. Weibliche Angestellte: 1980 59,8 %, 1995 61,1 %, 2008 58,4 %). Arbeitszeitstandardisiert (bereinigt um die duchschnittlich geleistete Arbeitszeit) verdienten Frauen im Median 1980 71,2 % der Männer, 1995 68,8 %, bis 2008 allerdings schon nur mehr 66,7 %.
  • … an der Obergrenze des 3. Quartils (alle Erwerbstätige) verdienten Frauen 1980 65,2 %, 1995 70,2 %, 2008 allerdings schon nur mehr 68,9 % der Männer in diesem oberen Einkommensbereich. Arbeiterinnen konnten im 3. Quartil ihre Position im Vergleich zu 1980 verbessern, allerdings nicht im Vergleich zu 1998: verdienten sie 1980 noch 62,3 % der Männer, waren es 1995 64,7 % um bis 2008 wieder auf 64,6 % zu fallen. Nicht verbessern konnten sich weibliche Angestellte: sie verdienen 2008 mit 61,3 % gegenüber den männlichen Angestellten in dieser Einkommenskategorie weniger als 1995 (64,7 %) und sogar 1980 (62,1 %).
Entwicklung de Verteilung der lohnsteuerpflichtigen Einkommen

Die einkommensschwächsten 20 % der ArbeitnehmerInnen erhielten 2008 gerade einmal 2,1 % des gesamten Lohneinkommens. Das oberste Einkommensfünftel erhielgt dagegen 47,1 %. Lohneinkommen sind damit sehr ungleich verteilt, die Verteilung hat sich über die letzten 30 Jahre hinweg signifikant verschlechtert.

Unselbständig Beschäftigte inkl. pragmatisierte Beamte hielten in folgenden Einkommensfünfteln („Quintilen“) jeweils folgenden Anteil am Gesamteinkommen aller unselbständig Beschäftigten:

  • 1. Quintil (unterstes Einkommenfünftel): die einkommensschwächsten 20 % aller unselbständig Beschäftigten hielten 1976 4,8 % des gesamten lohnsteuerpflichtigen Einkommens, 1995 2,9 %, im Jahr 2008 schon nur noch 2,1 %
  • 2. Quintil: jenes zweitärmste Fünftel aller unselbständig Beschäftigten in dieser Einkommenskategorie verdienten 1976 noch 12,7 % des gesamten Lohneinkommens, 1995 schon nur noch 10,9 %, bis 2008 nur mehr 9,4 %.
  • 3. Quintil: im mittleren Einkommensfünftel verdienten ArbeitnehmerInnen und Beamte 1980 18,3 % des Lohneinkommens, 1995 17,7 % und 2008 mit 17 % ebenfalls etwas weniger als noch 1980.
  • 4. Quintil: das zweitreichste Fünftel aller unselbständig Beschäftigten hielt 1980 einen Anteil von 24 % des Lohneinkommens, welcher mit 24,1 % 1995 und 24,4 % 2008 annähernd stabil geblieben ist.
  • 5. Quintil: das reichste Fünftel bezog 1980 40,2 % des gesamten Lohneinkommens in Österreich, 1995 schon 44,4 % und mit 47,1 % im Jahr 2008 um fast 20 % mehr als noch 1980.
  • Die obersten 5 % – also das reichste Einkommenszwanzigstel aller unselbständig Beschäftigten – mit Bruttobezügen über 8.791 Euro/Monat, konnten ihren Einkommensanteil am gesamten östereichischen Lohneinkommen von 17,7 % im Jahr 1995 auf 19,2 % im Jahr 2008 steigern.
  • Das oberste 1 % aller unselbständig Beschäftigten (Bruttobezug über 15.541 Euro/Monat) seigerte seinen Anteil von 5,9 % 1995 auf 6,8 % 2008.
Verteilung/Entwicklung der Brutto-/Nettobezüge von 1995 bis 2008

Die Verteilung der Nettobezüge (Bruttobezüge abzüglich Lohnsteuern und SV-Beiträgen) stellt sich etwas gleichmäßiger dar, als jene der Bruttobezüge (siehe oben), allerdings kommt auch bei den Nettoeinkommen die steigende Ungleichheit in der Einkommensverteilung zum Ausdruck.

Verteilung Nettobezüge (Bruttobezüge zum Vergleich in Klammer), Anteil am gesamten Nettolohneinkommen in Österreich:

  • Das ärmste 1. Quintil bezog 1995 3,4 % (2,9 %), 2008 2,7 % (2,1 %) aller Nettolohneinkommen in Österreich.
  • Das 2. Quintil bezog 1998 12,1 % (10,9 %), 2008 10,9 % (9,4 %) der Nettolohneinkommen.
  • Das mittlere 3. Quintil kam 1998 auf 18,2 % (17,7 %), 2008 auf 18,4 % (17,0 %) der Nettolohneinkommen.
  • Das 4. Quintil bezog 1998 24,2 % (24,1 %), 2008 24,4 % (24,4 %) aller Lohneinkommen nach Sozialabgaben und Steuern.
  • Das reichste Einkommensfünftel, das 5. Quintil kam 1995 auf 42,1 % (44,4 %), 2008 auf 43,6 % (47,1 %) aller Nettoeinkommen aus unselbständiger Beschäftigung.
  • Die reichsten 5 % aller unselbständig Beschäftigten erzielten 1995 einen Anteil am gesamten Nettolohneinkommen von 16,7 % (17,7 %), 2008 von 17,3 % (19,2 %).
  • Das reichste Prozent an ArbeitnehmerInnen und Beamten bezog 1995 4 % (5,9 %) aller Nettoeinkommen aus unselbständiger Arbeit, 2008 6 % (6,8 %).

Hinsichtlich der Entwicklung der Realeinkommen müssen insbesondere die unteren Einkommensschichten seit 1995 massive Kaufkraftverluste hinnehmen, die sich bis in die mittleren und oberen Einkommensbereiche ziehen.

Entwicklung der Verteilung der verfügbaren Haushaltseinkommen unselbständig Beschäftigter 2008 (in Klammer Vergleichszahl 2000)
  • Die ärmsten 20 % der Haushalte unselbständig Beschäftigter (1. Quintil) bezogen 2008 10,5 % (10,6 %) …
  • Das 2. Quintil erzielte 2008 14,9 % (15,1 %) …
  • Das mittlere, 3. Haushalts-Quintil bezog 18,3 % (18,4 %) …
  • Das 4., Quintil der Unselbständigen-Haushalte kam auf 22,6 % (22,3 %) …
  • Das 5. Quintil auf 33,7 % (33,7 %) …

… der verfügbaren Haushaltseinkommen (ohne Selbständige).

Höhe der durchschnittlichen Selbständigen-Bruttojahreseinkommen nach schwerpunktmäßigen Einkünften

Selbständige insgesamt: Bruttojahreseinkommen 2000 Euro 50.559 (Männer: 55.528, Frauen: 37.258), Bruttojahreseinkommen 2007 51.906 (Männer: 56.161, Frauen 40.268)

  • Land- und Forstwirtschaft: Bruttojahreseinkommen 2000 Euro 22.292 (Männer: 24.636, Frauen: 18.723), Bruttojahreseinkommen 2007 Euro 37.135 (!) davon Männer: 42.591, Frauen: 28.030
  • Selbständige Arbeit: Bruttoeinkommen im Jahr 2000: 70.732 (Männer: 79.738, Frauen: 43.988), Bruttojahresbezug 2007: 65.759 (Männer: 73.287, Frauen: 65.759)
  • Gewerbebetrieb: Bruttojahreseinkommen 2000 Euro 41.657 (Männer: 44.051, Frauen: 35.388), Bruttojahreseinkommen 2007 Euro 44.001 (Männer: 46.232, Frauen: 37.631)
Einkommensverteilung/-entwicklung der Bruttojahreseinkommen Selbständiger 2007

Verteilung/Entwicklung der Einkommen aus Land- und Forstwirtschaft 2007 (in Klammer Vergleichszahlen 2000)

  • Das unterste Einkommensfünftel (1. Quintil) erzielte 7,4 % (8,5 %) …
  • Das 2. Quintil erzielte 11,6 % (12,5 % ) …
  • Das mittlere 3. Quintil kam auf 8,7 % (8,7 %) …
  • Das 4. Quintil bezog 28,3 % (20,9 %) …
  • Das reichste Einkommensfünftel (5. Quintil) kam auf 51,3 % (!) (49,4 %)

…. des gesamten Einkommens aus Land- und Forstwirtschaft.

Verteilung/Entwicklung der Einkommen aus selbständiger Arbeit 2007 (in Klammer Vergleichszahlen 2000)

  • Das ärmste 1. Quintil erzielte 4,4 % (4,4 %) …
  • Das 2. Quintil bezog 6,3 % (4,7 %) …
  • Das mittlere 3. Quintil kam auf 9,9 % (7,4 %) …
  • Das 4. Quintil erzielte 16,7 % (28,3 %) …
  • Das 5. Quintil bezog 62,7 % (55,3 %) …

… des gesamten Einkommens aus selbständiger Tätigkeit.

Verteilung/Entwicklung der Einkommen aus Gewerbebetrieb 2007 (in Klammer Vergleichszahlen 2000)

  • Das unterste Einkommensfünftel (1. Quintil) verdiente 3,8 % (6,2 %) …
  • Das 2. Quintil erzielte 7 % (6,4 %) …
  • Das mittlere 3. Quintil bezog 12,1 % (11,2 %) …
  • Das 4. Quintil kam auf 24,6 % (14,2 %) …
  • Auf das 5. Quintil verteilten sich 52,5 % (62 %) …

… des gesamten Einkommens aus Gewerbebetrieben.

Verteilung der Pensionseinkommen in der gesetzlichen Pensionsversicherung 2008 (ohne Beamte)
  • Das einkommensschwächste PensionistInnenfünftel (1. Quintil) bezog 2,8 % (Männer: 2,8 %, Frauen: 3,1 %) …
  • Das 2. Quintil bezog 11,2 % (Männer: 12,3 %, Frauen 11,7 %) …
  • Das mittlere, 3. Quintil kam auf 16,9 % (Männer: 18,7 %, Frauen: 17,3 %) …
  • Das 4. Quintil erzielte 25,2 % (Männer: 25,2 %, Frauen: 24 %) …
  • Das einkommenstärkste 5. Quintil bezog 43,9 % (Männer: 41,1 %, Frauen: 43,8 %) …

… aller Pensionen (ohne Beamte).

Verteilung der Pensionen bei BeamtInnen 2008
  • Das 1. Quintil bezog 9 % (Männer: 9,9 %, Frauen: 8,6 %) …
  • Das 2. Quintil kam auf 14,2 % (Männer :14,3 %, Frauen: 14,0 %) …
  • Das 3. Quintil erzielte 18,1 % (Männer: 17,6 %, Frauen: 18,5 %) …
  • Auf das 4. Quintil verteilten sich 22,9 % (Männer: 22,6 %, Fauen 23,6 %) …
  • Das 5. Quintil erreichte 35,8 % (Männer: 35 %, Frauen: 35,2 %) …

… aller BeamtInnenpensionen.

Linktipp: Sozialbericht 2009 – 2010 des BMASK.

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Kommentare deaktiviert für Sozialbericht 2009 – 2010 (Teil 2), Einkommensverteilung in Österreich: Einige Zahlen, Daten, Fakten am 20. Dezember 2010

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