Die Arbeiterkammer Wien hat wieder einmal die im Börsenindex ATX vertretenen österreichischen Unternehmen analysiert. Die Kurzfassung: österreichs Topmanager dürfen jubeln – selbstverständlich auch jene, die in den Vorstandsetagen von Banken sitzen, also jenen Finanzinstituten, die den öffentlichen Schuldenstand um rund 1,4 Mrd. Euro erhöht haben. Freuen dürfen sich auch die AktionärInnen – die ausgeschütteten Gewinne erreichen bereits heuer wieder Vorkrisenniveau.

Durchschnittliches Top-Managergehalt: 1,15 Millionen Euro

1,15 Millionen Euro verdient ein durchschnittlicher ATX-Vorstand 2010. Damit liegen auch die Spitzenmanagereinkommen bei Vorkrisenniveau, und um frund 20 % über den traurigen Managerbezügen des Jahres 2009. Ein Top-Vorstand verdient heute das 41- fache des Einkommens eines „normalen“, durchschnittlichen Beschäftigten. Vor zehn Jahren war es noch das „nur“ 20-fache.

Grundgehalt bei Managern: + 20 %

Um Realeinkommensverluste aufgrund steigender Inflation müssen sich Top-Manager nur geringe Sorgen machen. Stiegen die Bonizahlungen auch nur um „bescheidene“ 5 % – Gehaltszuwächse von denen ArbeitnehmerInnen schon nur träumen könnnen – wurden die Grundgehälter in den Vorstandsetagen gleich um saftige 20 % erhöht! Am meisten verdienen dabei

  • Vorstände der OMV, nämlich 2,2 Millionen Euro/Kopf und Jahr
  • Vorstände der Semperit, (2,1 Mio, vor allem aufgrund von Abfertigungen und Abfindungen)
  • Topmanager von Andritz (1,9 Millionen)
  • Vorstandsmitglieder von Raiffeisen Bank International (1,5 Millionen) und
  • der Erste Group (1,4 Mio.)

Unter den Top-15-Managern (hinsichtlich Einkommenshöhe) liegen alleine 5 Erste-Group Manager (Top ist hier Andreas Treichl, der im Jahr 2010 2,795 Mio. Euro abcashte, 2009 1,484 Mio.) sowie 6 OMV-Manager. Frauen finden sich unter den Top-47 doch immerhin zwei, also ganze 4,26 %. Wenig verwunderlich daher die Angst der Vorstandsmänner vor Frauenquoten – bei dem Einkommen!

Dividenden auf Vorkrisenniveau

Auch die AktionärInnen profitieren ordentlich von der wirtschaftlichen Erholung: 2,1 Mrd. Euro – also rund 20 % der gesamten Lohn- und Gehaltssumme – gehen an die EigentümerInnen, also die AktienbesitzerInnen. Bei den Dividendenausschüttungen führen

  • die Telekom Austria mit 332 Mio. Euro
  • die OMV mit 299 Mio. Euro
  • die Erste Group mit 265 Mio. Euro

Steigende Divendenden, sinkende Beschäftigungszahlen

Während die Ausschüttungen steigen, sinken die Beschäftigtenzahlen: 2009 verloren 20.000 Beschäftigte in ATX-Konzernen ihren Job, 2010 noch einmal 4.000 „freigesetzt“. Übrigens: würden Gewinnausschüttungen um nur 25 % gekürzt, könnten damit rund 13.000 Arbeitsplätze finanziert werden, schätzt die AK.

Die AK Studie als Download: Markus Oberrauter/Christina Wieser, Vorstandsvergütung und Ausschüttungspolitik der ATX Konzerne

Kurzfassung der Ergebnisse und Forderungen der AK auf der AK-Homepage

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Kommentare deaktiviert für Neue AK-Studie: Topmanager im Gagenhimmel – Dividenden wieder auf Vorkrisenniveau am 9. Mai 2011

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