Zum Zustand unserer Universitäten ("Die Presse")

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Aussitzen hieß bisher die Devise der Regierung, man hat ja schon so viele Studentenproteste ausgesessen. Aber diesmal sind nicht nur die Studenten, diesmal sind alle unzufrieden, von den Rektoren bis zu den Portieren.

Es gibt kaum noch das Gespräch zwischen Lehrendem und Lernendem. Überhaupt wird wenig geredet an Universitäten, die Institute sind riesig, die Studenten kennen einander nicht, die externen Lehrenden kennen einander nicht und sind außerdem Konkurrenten, die internen, Assistenten, Dozenten, Professoren, o. oder ao., verkehren per E-Mail oder sind ohnedies verfeindet.

Apropos Professoren: Es gibt ja kaum noch welche. An vielen Instituten ist nichts mehr so, wie es war, nur an der Anzahl der Lehrstühle hat sich wenig geändert. Gemessen an der Fülle der Studenten verschwinden die Professoren. Es kamen (laut Rechnungshofbericht vom 25. Jänner 2010) im Wintersemester 2008/2009 an der Universität Wien 190,7 Studenten auf einen Professor, an der Wirtschaftsuniversität Wien, sie führt österreichweit im Negativrekord, gar 330,9. Dafür sind an der Universität Wien 43 Prozent des wissenschaftlichen Personals nebenberuflich tätig (an der Wirtschaftsuniversität 42 Prozent), was heißt, dass schlecht bezahlte Arbeitskräfte in prekären Beschäftigungsverhältnissen einen universitären Notbetrieb aufrechterhalten.

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