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Töchterle: Chancen für Hochschul-Milliarde stehen gut!

derstandard, 11. September 2011 13:22

Hochschul-Milliarde laut Töchterle fast fix

Wissenschaftsminister will SPÖ überzeugen: Universitäten sollen Studiengebühr autonom einheben und einsetzen

Wien – Österreichs Universitäten sollen für die Jahre 2013 bis 2015 eine Hochschul-Milliarde bekommen. Die Chancen hierfür schätzt Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle nach Gesprächen mit Finanzministerin Maria Fekter (beide ÖVP) als sehr gut ein.

Die Finanzministerin müsse derzeit zwar einen „strengen Konsolidierungskurs“ fahren, auch hänge es von der künftigen Konjunkturentwicklung ab, aber: „Es wird die Hochschul-Milliarde aller Voraussicht nach geben“, sagte Töchterle. Mit dem Geld sollen die Universitäten ebenso wie die Fachhochschulen bedacht werden. Zufrieden müsste man sein, selbst wenn in den Verhandlungen nicht die ganze Milliarde erreicht wird. „Wenn es ein bisschen weniger wird, müssen alle hoch zufrieden sein, weil das ist unglaublich bemerkenswert in Zeiten der Budgetkonsolidierung“, meinte der Wissenschaftsminister.

In der ORF-„Pressestunde“ am Sonntag stellte Töchterle außerdem seine Vorstellungen für Studiengebühren vor. Diese sollten nicht vom Staat, sondern von den Universitäten selbst eingehoben werden. Autonom sollten diese die Höhe – wobei die Obergrenze bei 500 Euro pro Semester liegen soll – und die Verwendung bestimmen können. Ob die Gebühr dann 100, 500 oder gar null Euro beträgt, bestimmen die Institutionen selbst. Studienbeihilfebezieher wären ausgenommen. Der Minister kann sich auch vorstellen, dass zehn Prozent der Beiträge in einem Sozialfonds landen, mit dem sozial Bedürftige unterstützt werden sollen.

Teurere Plätze für Ausländer

Eine Ausnahme kann sich Töchterle bei der Obergrenze der Studiengebühr vorstellen: Für Studierende aus Ländern außerhalb der EU sollen begehrte Plätze etwa in einem Musikstudium teurer werden, denn es sei nicht einzusehen, dass der österreichische Steuerzahler für jene aufkommt. Die Unis könnten die Beiträge auch „stunden“ etwa für die Zeit nach dem Studienabschluss. Es soll sich dabei aber um keinen Kredit mit Zinsen handeln. Für unterschiedliche Studienfächer könnte auch eine unterschiedlich hohe Gebühr eingehoben werden. Mit seinen Vorschlägen hofft der Minister jedenfalls, die SPÖ ins Boot holen zu können.

Töchterle ist auch ein Befürworter von Zugangsbeschränkungen, hier agiere Österreich aber „weltfremd“, denn Hochschulen hätten schließlich Kapazitätsgrenzen. Kein Verständnis hat er jedoch für eine Studieneingangsphase, die zum „Rausprüfen“ verwendet wird: „Das ist Betrug an jungen Menschen, das will ich nicht.“ Die SPÖ beharrt aber auf den freien Hochschulzugang, sagte SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl am Sonntag in einer ersten Reaktion.

Selbstkritik bei Uni-Voranmeldung

Änderungen soll es bei der zuletzt heftig kritisierten elektronischen Voranmeldung für ein Studium geben, schließlich sei das Ziel – bessere Planbarkeit – verfehlt worden. „In der Form ist es Geschichte“, sagte Töchterle. In einem Gespräch am 11. Oktober mit der Universitätskonferenz (uniko) und der Hochschülerschaft (ÖH) soll die Neugestaltung der Voranmeldung diskutiert werden, kündigte der Minister an.

Die ÖH und die Oppositionsparteien FPÖ, Grüne und BZÖ erkennen in Töchterles Ansagen nur „hohle Phrasen“ statt konkreter Zusagen. Die Industriellenvereinigung und die Wirtschaftskammer begrüßen seine Ankündigungen hingegen und wollen ihn bei der besseren Steuerung des Studenten-Zustroms und der Einführung von dynamischen Studiengebühren unterstützen. (APA)

Mentoringplattform für Arbeiterkinder an der Uni

Auf Unis stehen Arbeiterkinder alleine da

derstandard: Interview | Katrin Burgstaller, 29. August 2011 10:52

Die Mentoringplattform Arbeiterkind.de wird in Österreich aktiv – Gründerin Urbatsch über Hindernisse, Hürden und Herausforderungen von Arbeiterkindern an den Unis

An Österreichischen Unis sind sie Mangelware: Die Arbeiterkinder. Die Wahrscheinlichkeit ein Studium an einer Uni aufzunehmen ist für Maturanten aus der bildungsnahen „Schicht“ dreimal höher als für jene aus der bildungsfernen „Schicht“. Katja Urbatsch, Doktorandin und selbst ein Arbeiterkind, ist 2008 in Deutschland angetreten um Nicht-Akademikerkinder zu einem Studium zu motivieren. Nun wird sie auch in Österreich aktiv.

derStandard.at: Sie bringen das Mentoringprogramm von Arbeiterkind.de nun auch nach Österreich. Was werden Sie anbieten?

Urbatsch: Wir haben bereits erste Informationsveranstaltungen an österreichischen Schulen durchgeführt. Wir ermutigen Nicht-Akademikerkinder zum Studium und informieren sie über Studien- und Finanzierungsmöglichkeiten. In Wien gibt es außerdem einen Stammtisch. Man kann die Gruppe aber auch per Email kontaktieren und sich beraten lassen.

derStandard.at: Bieten die Mentoren auch während des Studiums Unterstützung?

Urbatsch: Ja, wir möchten einerseits Schüler zum Studium motivieren und bieten dann während des Studiums Unterstützung an. Die Unterstützung reicht vom Einstieg bis zum Abschluss.

derStandard.at: In welchen Angelegenheiten wird Ihre Unterstützung gebraucht?

Urbatsch: Viele haben Probleme mit ihrer Familie. Weil sie nicht vermitteln können, was sie im Studium eigentlich machen. Viele wollen sich einfach über ihre Situation austauschen. Aber wir helfen auch in konkreten Fällen. Zum Beispiel wenn es darum geht, ein Referat zu halten oder wissenschaftliche Arbeiten zu verfassen. Viele brauchen auch Beratung was Finanzierungsfragen betrifft.

derStandard.at: Die Chance, dass man in Österreich ein Studium aufnimmt ist dreimal so hoch, wenn man aus einer Akademikerfamilie kommt statt aus einer Arbeiterfamilie. Müsste in der Schule nicht schon darauf hingearbeitet werden, dass mehr Arbeiterkinder an die Unis kommen?

Urbatsch: Die Lehrer laden uns in die Schulen ein und sind sehr begeistert von unserem Engagement. Aber sie selbst können nicht alles leisten. Lehrer haben einen großen Anspruch zu erfüllen, sie müssen für die optimale Bildung sorgen und sollen auch noch Studienberatung leisten und motivieren. Ich denke, es ist Unterstützung von außen notwendig. Aber das Österreichische Wissenschaftsministerium und die Hochschülerschaft betreiben große Anstrengungen in dieser Sache.

derStandard.at: Tatsächlich verzeichnen wir in den letzten zehn Jahren einen Rückgang von Studierenden aus der sogenannten „niedrigen Schicht“ an unseren Unis. Wie erklären Sie das?

Urbatsch: Vor drei Jahren, als wir mit Arbeiterkind.de begonnen haben, gab es noch nicht so große Anstrengungen, mehr Arbeiterkinder auf die Unis zu bekommen. Das hat sich erst in den letzten Jahren so entwickelt. Es wird seine Zeit dauern, bis sich das auch in der Statistik niederschlägt. In den 70er-Jahren gab es eine große Initiative mit dem Bundesausbildungsförderungsgesetz. Damals dachte man, nun gibt es für alle die gleichen Chancen zu studieren. Man hat das Problem über die Jahre hinweg dann aus den Augen verloren.

derStandard.at: In Österreich wurde ein neuer Hochschulplan vorgestellt. Es gibt die Empfehlung 500 Euro pro Semester an Studiengebühren einzuheben. Schrecken Studiengebühren Arbeiterkinder ab?

Urbatsch: Die Finanzierung ist generell ein großes Problem für Nicht-Akademikerkinder. Die Studiengebühren sind ein weiteres finanzielles Problem, aber das ist nicht die einzige Hürde. Oft scheitert es schon daran, die eigenen Lebenshaltungskosten zu finanzieren.

derStandard.at: Neben den Finanzen leiden Arbeiterkinder auch oft an mangelndem Selbstvertrauen. Sehen Sie das auch so?

Urbatsch: Ja, da weiß ich aus eigener Erfahrung. Die Universität ist ein andere Welt. Es wird eine andere Sprache gesprochen und es herrschen andere Spielregeln. Ich habe mich am Anfang sehr verloren gefühlt. Ich habe versucht zu verstehen, was ich tun muss, damit ich in diesem System erfolgreich sein kann.

derStandard.at: Was sind die Spielregeln um in diesem System erfolgreich zu sein?

Urbatsch: Es geht etwa um die Frage, wie halte ich ein Referat das gut bewertet wird. Wie muss ich mich ausdrücken oder wie mache ich eine Hausarbeit.

derStandard.at: Oft treten Akademikerkinder besser auf und nehmen sich auch in den Lehrveranstaltungen mehr Raum, sind aktiver bei Diskussionen. Wie kann man Arbeiterkindern dieses Selbstbewusstsein geben?

Urbatsch: Das ist ein langer Prozess. Aber was hilft, ist das Bewusstsein zu schaffen, dass es nicht an ihnen persönlich liegt, sondern dass Akademikerkinder von zu Hause eben ein besseres Rüstzeug für die Uni mitgebekommen. Dass sie eben nicht große Diskussionen am Mittags- oder Abendtisch geführt werden. Es geht darum sich gegenseitig zu helfen und sich dieses Rüstzeug zu erarbeiten.

derStandard.at: Sie haben gesagt, Arbeiterkinder fühlen sich von ihren Familien oft unverstanden. Oder die Familien haben die Angst, dass sich ihre Kinder entfremden, weil sie einen anderen Bildungsweg einschlagen. Kommt das oft vor?

Urbatsch: Das ist ein weit verbreitetes Problem. Man verlässt das Haus und geht in eine andere Welt. Zu Hause versucht man zu vermitteln, was man an der Hochschule eigentlich macht. Das ist sehr schwer, weil es jenseits der Erfahrungen liegt, die die eigenen Eltern gemacht haben. Da kann es schon zu großen Schweigen kommen, weil man das Gefühl hat, man findet keine Gesprächsthemen mehr. Oft haben Eltern Angst, dass die Kindern das abqualifizieren was die Eltern erreicht haben. Oder dass die Kinder gar nicht mehr nach Hause kommen.

derStandard.at: Wie sind Sie mit der Situation umgegangen?

Urbatsch: Ich habe versucht, meine Eltern ein Stück weit mitzunehmen. Ich habe sie an die Hochschule und in die Mensa eingeladen. Für meine Eltern war das ein riesen Erlebnis. Ich habe versucht in der gewohnten Sprache zu erklären, was ich da mache. Manchmal muss man aber auch akzeptieren, dass die Eltern diese Sache nicht verstehen und sein Ding trotzdem weiter machen.

derStandard.at: Aber viele sind auch stolz auf ihre Kinder.

Urbatsch: Ja, vor allem dann, wenn sie das Studium abgeschlossen haben und einen Job gefunden haben. Zuvor sind die Eltern oft besorgt, ob sie die Kinder finanziell unterstützen können, ob sie das Studium schaffen können und später auch Arbeit finden.

derStandard.at: Die Statistiken zeigen, dass die Abbruchquoten von Arbeiterkindern höher sind. Woran liegt das?

Urbatsch: Da liegt daran, dass sie von zu Hause nicht so eine große Unterstützung haben und sich Arbeiterkinder erst einmal Kompetenzen erarbeiten müssen, die andere schon von ihrem Elternhaus mitbringen. Wenn man einmal eine negative Erfahrung macht, zum Beispiel man fällt durch eine Prüfung oder hat finanzielle Probleme, stellt man schneller das Studium in Frage. Man denkt sich, man hätte doch eine Lehre machen sollen. Bei Akademikerkindern heißt es, ach ja, dann machst du die Prüfung halt noch einmal. Aber diese Selbstverständlichkeit ist bei dieser Klientel oft nicht verhanden. Sie steht unter einem großen Erfolgsdruck und wenn einmal etwas nicht klappt, löst das eine Krise aus. Freunde von mir haben die Abschlussarbeiten noch gemeinsam mit ihren Eltern geschrieben. Aber Arbeiterkinder stehen alleine da.

derStandard.at: Arbeiterkinder entscheiden sich nur halb Mal so oft für ein Doktoratsstudium wie Akademikerkinder. Unter anderem soll das auch daran liegen, weil Professoren eher Akademikerkinder diesbezüglich motivieren. Deckt sich dieses Studienergebnis mit ihren Erfahrungen?

Urbatsch: Ich bin selbst Promovendin. Es kommt ein großer Druck aus seiner eigenen Herkunft heraus, dass man endlich Geld verdienen soll. Eine Doktorarbeit würde das weiter verzögert und sie muss finanziert werden. Drittens hängt es auch mit der Unterstützung der Professoren zusammen. Wenn man als Akademikerkind selbstbewusster auftritt und sich in Seminaren zu Wort meldet, bekommt man eher ein Angebot.

derStandard.at: Bemerken Sie einen Unterschied bei der Studienwahl?

Urbatsch: Arbeiterkinder hinterfragen stärker, ob man mit dem Studium eine Perspektive Geld hat, zu verdienen. Unter Studiengängen wie BWL, Medizin oder Jura können sich auch Nicht-AkademikerInnen etwas vorstellen.

derStandard.at: Werden Sie von einer österreichischen Einrichtung finanziert?

Urbatsch: Wir werden vor Ashoka Österreich ideell unterstützt. Aber wir sind noch auf der Suche nach finanzieller Förderung. (derStandard.at, 29. August 2011)

KATJA URBATSCH, geboren 1979 in Erwütte/Nordrein-Westfalen, promoviert derzeit im Fach Nordamerikastudien und hat 2008 das Mentoringsprogramm Arbeiterkind.de gegründet.

Link Arbeiter-Kind.at

Uni ohne Studierende gibt es nicht

aus derstandard at 28. August 2011 18:22

Töchterles Weise haben die Rechnung ohne ÖH gemacht – Von Sara Scheiflinger

Der Weisenbericht von Minister Töchterle vergisst vor lauter wirtschaftlicher Verwertbarkeit von Hochschulen auf die größte Gruppe der Hochschulangehörigen, nämlich die Studierenden.

Zahlreiche Studien zeigen, welche Auswirkungen die im Bericht geforderten Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren haben: Studierende brechen ihr Studium am häufigsten aus finanziellen Gründen ab, Kinder aus einkommensschwächeren Familien trauen sich nicht mehr zu, überhaupt ein Studium zu beginnen, weil das finanzielle Risiko bei einem Scheitern zu groß wäre.

Im Expertenbericht kommt diese Realität nicht vor. Studierende sollen zahlen. Studiengebühren werden gefordert, Beihilfen werden zurückverlangt. Dass das für viele, auch nach einem Abschluss, nicht möglich ist, wird ignoriert. Damit disqualifiziert sich der Bericht selbst als ÖVP-Auftragswerk. Anstatt sich ernsthaft mit der Thematik der Hochschulen auseinanderzusetzen, kommt der Bericht über das Zitieren von Studien des Wissenschaftsministeriums nicht hinaus. Die Studierendensozialerhebung wird nur an passender Stelle in den Bericht einbezogen, aber deren Ergebnisse werden ignoriert.

Somit scheint klar: Die ÖVP will Studierende von den Hochschulen drängen, ungeachtet der ohnehin viel zu niedrigen AkademikerInnenquote in Österreich. Dieses Vorgehen ist unverantwortlich der Zukunft von jungen Menschen und der zukünftigen Gesellschaft gegenüber.

Die „Weisen“ haben die Rechnung ohne uns gemacht – denn ohne Studierende gibt es keine Hochschullandschaft und ohne diese keine Wissensgesellschaft, von der die gesamte Wirtschaft und Gesellschaft so stark abhängt. Es wurde einfach auf eine der wichtigsten Expertisen – die der Studierenden – und somit auf deren Erfahrungen und Ideen verzichtet.

An einer Ausfinanzierung der Hochschulen und an sozialer Absicherung der Studierenden führt kein Weg vorbei, ebenso wenig wie am Einbezug der Studierenden in die Diskussion. Dies sollte Minister Töchterle mittlerweile klar sein. ( Sara Scheiflinger, DER STANDARD, Printausgabe, 29.8.2011)

Autorin
Sara Scheiflinger ist Pressesprecherin der ÖH-Bundesvertretung.

Med-Uni Wien warnt vor Ärzte-Einsparungen im AKH

derstandard.at   16.8.2011

150 bis 180 Posten müssten gekürzt werden, sollte das Uni-Budget eingefroren werden

Wien – Mit weniger Ärzten und Journaldiensten muss das AKH Wien künftig auskommen, sollte sich die aktuelle Budgetsituation an den Universitäten nicht verbessern. Davor warnte die Medizinische Universität Wien, die das ärztliche Personal in Europas größtem Krankenhaus stellt, am Dienstag in einer Aussendung. Rektor Wolfgang Schütz kündigt an, von den derzeit 3.000 Posten 150 bis 180 kürzen zu müssen, sollte es zu einem auch nur eingefrorenen Budget für die Unis kommen.

Valorisierungen und Biennalsprünge führen laut Schütz zu ansteigenden Gehältern ab Jänner 2013, daher müsse beim Personal gespart werden. „Damit Kündigungen vermieden werden“, so Schütz, „erfolgt schon seit Beginn dieses Jahres die Nachbesetzung eines freiwerdenden Dienstpostens nur mehr in besonders berücksichtigungswürdigen Fällen“. Besonders betroffen sind dabei Ärzte, da der Personalwechsel im klinischen Bereich wesentlich höher sei als im nicht-klinischen. Zudem sollen ab Jänner 2012 Journaldienste reduziert werden, „um den Abgang an ärztlichem Personal in Grenzen zu halten“, heißt es in der Aussendung.

Ärztliche Versorgung im Raum Wien gefährdet

Die Stadt Wien, die in erster Linie das Pflegepersonal im AKH stellt, könne hier nicht helfend einspringen, habe sie doch „mit ähnlichen Budgetproblemen zu kämpfen“ und bereits vor zwei Wochen einen sofort wirksamen Aufnahmestopp verfügt. Die MedUni Wien fordert daher von Bund und Stadt Wien eine klare Budgetperspektive, um die Personaleinsparungen noch zu verhindern. Anderenfalls habe das „mittelfristig negative Auswirkungen auf die ärztliche Versorgung im Raum Wien zur Folge“. (APA)

AUGE-UG Antrag zur 155. AK-Vollversammlung: Gegen Kürzungen, Verunsicherungen und Personalabbau im Bildungs- und Forschungsbereich – für eine bessere Zukunft!

Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen.  Bericht über die Erledigung im Ausschuss (funktioniert nur wenn Sie vorher auf Read More klicken)

Aufgrund eines sogenannten Sparbudgets kommt es zu massiven Kürzungen im Bildungs- und Forschungsbereich. Der derzeitige Sparkurs gefährdet nicht nur Arbeitsplätze, sondern führt zu einer Verschärfung des Ellbogenkampfes um Ressourcen und zu Konkurrenzsituationen die den Weg zu gemeinsamen Innovationsleistungen verbauen. Das Austragen dieser Politik auf den Rücken der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Bildungs- und Forschungseinrichtungen (angefangen von Kindergärten über Schulen, Universitäten, Fachhochschulen bis hin zu außeruniversitäre Forschungsinstitute) ist katastrophal und gefährdet den Wissensstandort und somit die Zukunft Österreichs massiv.

Die Absurdität dieser Politik zeigt sich u.a. an der MINT-Initiative des bm:wf: Einerseits werden Studieninteressierte aufgefordert MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zu studieren, gleichzeitig fehlen jedoch die Mittel, um diese Studierende adäquat zu lehren. Ähnliche Beispiele lassen sich in allen Bildungs- und Forschungsbereiche finden (z.B. Streichung der Publikationsförderungen, Steichung des Förderunterrichtes in Schulen,…).

Die Arbeiterkammer, die ca. 11.000 Universitätsbedienstete vertritt, fordert daher die österreichische Bundesregierung auf wirklich mehr in die Zukunft, also in Bildung und Forschung zu investieren, anstatt nur davon zu sprechen und dafür zu sorgen, dass es nicht zu den schon angekündigten 3000 Kündigungen an Österreichs Universitäten kommt.

Redebeitrag von Ernst Eigenbauer zur 156. Vollversammlung zum Gender Budgeting

Mit 1.1.2009 ist Art 13 (3) B-VG in Kraft getreten: „Bund, Länder und Gemeinden haben bei der Haushaltsführung die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern anzustreben“

Mit 1.1.2013 tritt Art 51 Abs. 8 B-VG in Kraft: „Bei der Haushaltsführung des Bundes sind die Grundsätze der Wirkungsorientierung insbesondere auch unter Berücksichtung des Ziels der tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern, der Transparenz, der Effizienz und der möglichst getreuen Darstellung der finanziellen Lage des Bundes zu beachten“

Gender Budgeting gliedert sich in vier Ablaufschritte:

  1. Vorbereitung (Auswahl Bereiche, Darstellung Fachbereich, Darstellung Leistungen)
  2. Analyse (geschlechterdifferenzierte Analyse)
  3. Umsetzung (Entwicklung Gleichstellungsziele + Indikatoren, Entwicklung + Umsetzung Maßnahmen)
  4. Controlling (Controlling, Evaluierung, Dokumentation)

Es ist unbedingt erforderlich, dass auch die Schritte 3. und 4. durchgeführt werden. Werden geschlechtsspezifische Ungleichheiten festgestellt, sind (budget)politische Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung zu treffen.

Die Arbeiterkammer Wien erstellt seit 3 Jahren freiwillig – im Rahmen des Voranschlages – einen (Kurz-Bericht) zu Gender Budgeting für die Vollversammlung. Dieser Ansatz ist zwar sehr löblich, allerdings werden in dieser Kurzanalyse nur die ersten beiden Punkte bearbeitet.

Aber auch bei der Analyse ist Kritik anzumerken: so sind die Einkommensunterschiede weder alters-, arbeitszeit- oder qualifikationsbereinigt, es gab eine Zunahme des Unterschiedes von 2010 auf 2011, und der Anteil von Arbeitnehmerinnen in den einzelnen Geschäftsbereichen ist nur nach Vollzeitäquivalenten, nicht aber nach „Köpfen“ angegeben.

Im Redebeitrag wurde wiederholt darauf hingewiesen, das die Entwicklung von Gleichstellungszielen, die Erarbeitung von Indikatoren für diese Ziele sowie in Folge die Planung und – nicht zu vergessen – Umsetzung von Maßnahmen zur Gleichstellung von Männern und Frauen notwendig ist, da die Analyse zu Gender Budgeting andernfalls eine jährliche Fortschreibung von (nicht nachvollziehbaren und lückenhaften) Statistiken bleibt.

Direktor Muhm hat in einer ersten Replik darauf hingewiesen, dass nach Analyse des Einkommensberichts 2011 (der von der AK Wien schon heuer ebenfalls freiwillig durchgeführt wurde), sich erste Ansätze zur Reduktion des Einkommensunterschiede herauskristallisiert haben.

Wir werden auf jeden Fall auch im nächsten Jahr genau hinschauen …

Redebeitrag von Andrea Ofner zur 155. Vollversammlung

[Anmerkung: Da die Freiheitiche Fraktion in der ersten Sitzung dieser Funktionsperiode den Wunsch geäußert hat, die Anträge sollen nicht geschlechtergerecht formuliert werden, da sie sich sonst nicht auf den Inhalt konzentrieren können, entspreche ich diesem Anliegen gerne und formuliere grundsätzlich nur für ein Geschlecht. Die männlichen Kolleginnen dürfen sich aber natürlich mitgemeint fühlen.]

AUGE-UG Antrag 12: Gegen Kürzungen, Verunsicherungen und Personalabbau im Bildungs- und Forschungsbereich – für eine bessere Zukunft!
Ab 2013 soll es für Österreichs Universitäten im besten Fall eine Stagnation des Budgets geben, im schlechtesten Fall eine Kürzung.  Das bedeutet einen Real-Budgetverlust, da es keine Inflationsanpassung geben soll. Die Rektorinnen müssen Rücklagen bilden, die sich u.A. in Aufnahmestopp von Universitätspersonal niederschlagt. Aber dem nicht genug, werden die Basissubventionen außeruniversitärer Forschungseinrichtungen für 2011 gekürzt und ab 2012  gänzlich eingestellt. Weiters sind auch die Förderungen für Druckkostenzuschüsse, wissenschaftliche Veranstaltungen und für wissenschaftliche Bibliotheken für ein Jahr gekürzt und ab 2012 ganz gestrichen. Abgesehen von der katastrophalen Auswirkung die die Kürzungen auf Bildung, Forschung und Wissenschaft hat und noch viel stärker haben wird, bedeutet dies auch eine massive Verschlechterung der Arbeitsbedingungen der ca. 11.000 Universitätsbeschäftigen die seit 2002 auch Arbeiterkammermitglieder sind.  Von diesen 11.000 Unibeschäftigten sind 3000 von Kündigungen bedroht, wenn sich die finanzielle Lage nicht bessert.

300 Millionen Euro jährlich mehr wären notwendig um die Unis auf gleichem Niveau weiter zu führen. Die zuständigen Ministerien sagen aber, es sei kein Geld da.

Eine Ausrede, die ich angesichts der Tatsache, dass -nur zum Vergleich- die Bankenrettung uneinbringlich bis jetzt 1,4 Milliarden gekostet hat, und der Koralmbahn-Bau zur Zeit mit 5,1 Milliarden budetiert ist, nicht mehr hören kann. Das ist purer Hohn. Wie wir sehen ist sehr wohl Geld da, es ist nur die Frage wofür wir es ausgeben wollen. Wir meinen: wir sollten in Bildung investieren – für eine bessere Zukunft!

AUGE-UG Antrag 14: Kopiergebühren bei Gericht
Auch hier geht es wieder um  Geld. Das Justizministerium hat sich auf Kosten der beklagten und klagenden Bürgerinnen eine sehr lukrative Einnahmequelle erschlossen. Sie verlangt nämlich für jede Kopie eines Aktes – und der hat nicht selten 100 – 150 Seiten – einen Euro.

Das ist ein extrem unsozialer Tarif  und gefährdet massiv das Recht auf ein faires Verfahren – weil ohne die Beschaffung der Unterlagen die Vorbereitung auf ein Verfahren unmöglich ist. Jede Beteiligte in einem Straf- bzw. Zivilprozess hat das Recht auf Akteneinsicht – ein Verstoß dagegen widerspricht dem in der Europäischen Menschenrechtskonvention festgeschriebenen Grundsatz des fairen Verfahrens. Und ein faires Verfahren ist schließlich ein Grundpfeiler des modernen Rechtsstaates.

In einem Wiener Geschäft kostet eine Schwarz/Weiß A4 Kopie 0,25 Cent, ab 100 Kopien 0,09 Cent. Die Justiz verlangt also das 4-fache, bzw bei 100 Kopien sogar mehr als das 10-fache. Das ist schlicht und einfach nur Wucher. Hier wird eindeutig und skrupellos die Schwächesituation der Gerechtigkeitssuchenden ausgenutzt.

Daher die Forderung der AUGE-UG: Kopien müssen zum Selbstkostenpreis gemacht werden – die Justiz darf sich nicht weiter auf Kosten der Verfahrensbeteiligten bereichern.

FSG Antrag 6: DIE ANHEBUNG DES FAKTISCHEN PENSIONSALTERS STEHT IM ZENTRUM
An und für sich könnte ich dem Antrag ja zustimmen, weil es tatsächlich oft vorkommt, dass in die Jahre gekommene Kolleginnen, die vielleicht ein bisschen öfter krank sind als Junge, frühzeitig in Pension gedrängt werden und dann natürlich mit finanziellen Abschlägen leben müssen. Die würden eigentlich gern weiterarbeiten, werden aber dann mehr oder weniger dezent und „im eigenen Interesse“ zwangsfrühpensioniert. Insofern find ich den Antrag gut – es ist wichtig, dass jede gesund und noch aufrecht gehend in die Pension kommt.

Allerdings fehlen uns noch weiterreichende Maßnahmen um das Erwerbsleben auch gesund bewältigen zu können – da  ist vor allem ein gesetzlich verankertes Sabbatical, das frau dann nehmen kann wann sie es braucht. Eine längere Unterbrechung vom Arbeitsleben steigert die Kreativität und Motivation und kann für weiter- oder Umschulung, Reisen oder Neuorientierung oder einfach zur Regeneration genutzt werden. Auch die gesetzlich verankerte Bildungskarenz fehlt – Weiterbildung wird immer wichtiger, wo sich die Technik jeden Tag zwei mal erneuert. Auch die besagten Instrumente, die man bei Arbeitssuchenden einsetzen will, gehören noch genauer definiert – Zwangsmaßnahmen wollen wir da natürlich nicht. Daher wird die AUGE-UG für Zuweisung dieses Antrags abstimmen.

 Antrag 16 der FA: Maßnahmen zur Bildungspolitik
Den ganzen Antrag kann ich leider nicht kommentieren – das würd die Redezeit bei weitem sprengen. Ich möcht nur 2 Punkte herausgreifen. Auf der 3. Seite äußern die Kolleginnen die Befürchtung, dass den Schülerinnen der Leistungsgedanke genommen wird, wenn es kein Sitzenbleiben und keine Noten  mehr geben würde. Sie meinen weiter: „Ein Ende des Leistungsgedanken hätte unberechenbare Auswirkungen für die Allgemeinheit.“ Ihr habt also angst, dass der Leistungsgedanke in der Gesellschaft verschwindet. Dieses Malheur ist ja offenbar eurem Kollegen Meischberger passiert – ihm ist auch die Leistung abhanden gekommen, was ihm wohl zu dem berühmten Ausruf: „wo woar mei Leistung“ veranlasst hat. Aber im ernst, ich kann mir wahrlich schlimmeres vorstellen, als in einer Zeit von ständig wachsenden Burn-out Fällen, in einer Gesellschaft ohne Leistungsdruck zu leben.

Der 2. Punkt ist gegen Ende des Antrages. Es heißt hier allen Ernstes, weil beide Elternteile arbeiten gehen bzw nein sogar gezwungen werden arbeiten zu gehen, werden Kinder in der Schule so gewalttätig. Übersetzt heißt das, weil sich Frauen nicht mehr ausschließlich der Kindererziehung, dem Haushalt und dem Ehemann widmen, von dem sie dann 100% abhängig sind, werden die armen Kinder in der Schule gewalttätig. Dass das absoluter Unsinn ist wissen wir zwar auch ohne einen Blick  in den hohen Norden, wo es den größten Anteil von Frauen an Erwerbsarbeit, und NATÜRLICH keine höhere Gewalttätigkeit von Kindern gibt – aber spätestens da müsste euch auffallen, dass mit eurem Frauenbild was nicht stimmt. Das ist tiefstes Mittelalter, das den Frauen alles Schlechte in der Gesellschaft angehängt wird – wider bessern Wissens.

Im Übrigen habt ihr bis heute kein Modell vorgelegt, dass es Frauen erlaubt zu Hause zu bleiben ohne in existenzieller Abhängigkeit vom Mann zu leben. Ich biete euch noch einmal das bedingungslose Grundeinkommen an – vielleicht zumindest so lang, bis ihr ein eigenes Konzept habt.

Antrag 20 der FA:   Männer und Frauen   Qualität statt Quoten
Hier machen sich die Kolleginnen zuerst einmal Sorgen um die freie Marktwirtschaft. Ihr meint, wenn es zu der von der EU geforderten 40% Quote von Frauen in Aufsichtsräten und börsennotierten Firmen kommt, würde das dem freien Wettbewerb und marktwirtschaftlichen Regeln stark widersprechen. Die EU würde damit einen Schritt weg von der freien Marktwirtschaft hin zur Planwirtschaft tätigen.

Ihr  wollt also die freie Marktwirtschaft schützen – der freie Markt  soll nicht mit irgendwelchen unnötigen Regelungen eingeschränkt werden. Da würd ich vorschlagen, schauen wir uns einmal ein paar von euren anderen Anträgen an: Antrag 4: „Absage an A1-Lösungen zu 05er-Nummern.“…Nach was klingt das für euch? Mir kommt vor, ihr wollt da die gute freie Marktwirtschaft einschränken. Antrag 6: „Banken zahlen nicht die Kunden“. Da wollt ihr sogar ein Kontrollorgan einrichten. Antrag 12: Beschränkung von Leiharbeitskräften: schon wieder ein Beschränkung . Antrag 14: Nein zu Klonfleisch, Kennzeichnung zu Importfleisch, Maßnahmen gegen Telefonkeiler, Kundeninformationspflicht bei billigeren Angeboten.
In all diesen Anträgen wollt ihr Regelungen, Beschränkungen, Gleichstellung –allesamt dazu da um die freie Marktwirtschaft zu regulieren.

Nur wenn es darum geht, dass Frauen auch in Aufsichtsräten und Firmen die Abbildung erhalten sollen, die sie sonst ja im Leben auch haben – schließlich gibt’s in Österreich sogar mehr Frauen als Männer (2006: 51%) stellt es euch alle Haar auf und es muss sogar der von euch von anderer Seite sehr wohl in die schrankengewiesene freie Markt als Argument herhalten.

Die andere Sorge die ihr in diesem Antrag habt, nämlich dass mit dem Einzug der Frauen ganz selbstverständlich die Qualität der Arbeit sinkt  – mag ich gar nicht weiter kommentieren – das spricht für sich.

Ich möchte am Schluss nur den männliche Kolleginnen der Freiheitlichen Fraktion einen Tipp geben: Ihr müsst Frauen weder hinter dem Herd halten noch aus den Aufsichtsräten aussperren – so furchtbar und gefährlich wir ihr vielleicht glaubt sind wir gar nicht.  Nehmt eineml euren ganzen Mut zusammen und VERSUCHT  euer Frauenbild zu überdenken –  ihr werdet sehen – das befreit und erleichtert.
Und liebe weibliche Kolleginnen der Freiheitlichen Fraktion, euch bitte ich, helft ihnen dabei.

AUGE-UG Antrag zur 154. Vollversammlung am 27. Oktober 2010 Österreichische Dekade „Konjunkturpaket tertiäre Bildung und Forschung“

Dieser Antrag wurde angenommen (FSG, FA, GA, Persp., BM, GLB, Türkis, Kom., BDFA: JA; ÖAAB: für Zuweisung).
Bericht über die Erledigung im Ausschuss (funktioniert nur wenn Sie vorher auf Read More klicken)

Auch und gerade in Zeiten von Budgetkonsolidierungen ist der Bereich der Bildung von Sparmaßnahmen auszunehmen. Zahlreiche ExpertInnen bestätigen immer wieder, dass Investitionen in Bildung gerade in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise eine sinnvolle Maßnahme mit hohen Renditen für den Staat darstellen. Deshalb ist der Bereich der Bildung mit höheren Budgetmitteln auszustatten. Andere EU-Staaten (z.B. Deutschland) haben dies bereits umgesetzt und diese Notwendigkeit erkannt.

Investitionen im Bereich der tertiären Bildung schaffen Arbeitsplätze, nachhaltige Arbeitsplätze, die langfristig Beschäftigung sichern. Weiters stellt ein ausfinanzierter tertiärer Bildungsbereich eine gute Ausbildung der zukünftigen ArbeitnehmerInnen sicher; ArbeitnehmerInnen, die die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit Österreichs erhalten und sicherstellen.

Alle Aussagen und „Nicht-Aussagen“, die die Bundesregierung bis jetzt getroffen hat, lassen darauf schließen, dass eine ausreichende Finanzierung dieses Sektors nicht im geringsten geplant ist. Im Gegenteil wird bereits vom Einfrieren der Budgets der Universitäten ab dem Jahr 2013* gesprochen und einzelnen Rektoren wird empfohlen bereits jetzt für diese Zeit anzusparen: Sparen mit Budgets, die schon jetzt nicht ausreichen!. Auch der angekündigten Expansion der Fachhochschulen wurde wieder eine Absage erteilt.

Als Konsequenzen werden bestehende Probleme wie schlechte Betreuungsrelationen, Raumnot und die grundsätzliche Mittelknappheit weiter zugespitzt. Und mit einem weiteren Plus an Studierenden in diesem Studienjahr verschärfen sich diese Probleme bereits jetzt.

Die 154. Vollversammlung der AK Wien möge daher beschließen:

Die Arbeiterkammer Wien fordert die österreichische Bundesregierung auf, ein Konjunkturpaket tertiäre Bildung und Forschung zu schnüren und im Zuge dessen einen konkreten und verbindlichen Fahrplan zur jährlichen und stetigen Anhebung der Finanzierung des tertiären Bildungssektors auf zumindest 2% des BIP bis zum Jahr 2020 vorzulegen.

* Bis zum Jahr 2012 sind die Leistungsvereinbarungen bereits abgeschlossen. 2013 beginnt die nächste Periode der zwischen Universitäten und Wissenschaftsministerium auszuverhandelnden Leistungsvereinbarungen.

Rektorenchef fordert Marshallplan für die Unis

Sünkel pocht auf Bekenntnis zur Bildung
(Peter Illetschko, DER STANDARD, Printausgabe, 27.8.2010)

Alpbach – Die anspringende Konjunktur macht Hans Sünkel Mut. Der Präsident der Universitätenkonferenz (Uniko) fordert, die so zu erwartenden Mehreinnahmen nicht nur zum Stopfen von Budgetlöchern, sondern auch für Bildung und Forschung zu verwenden. Sünkel spricht von einem „Marshallplan anderer Art“.

Die Gründe seiner Forderung sind bekannt: Die im Bundes-Finanzrahmen vorgesehene Kürzung des Budgets des Wissenschaftsministeriums um 1,3 Prozent sowie die Ankündigung, dass die Universitäten ab 2013 im günstigsten Fall mit einer Stagnation der Budgetmittel des Bundes rechnen könnten, sieht Sünkel als reale Verluste von bis zu zehn Prozent für die Unis.

Der Uniko-Präsident zieht einen Vergleich mit Deutschland, wo man trotz Sparmaßnahmen gerade das Budget für Bildung und Forschung mit zwölf Milliarden Euro zusätzlich aufgestockt hat. Von der heimischen Regierung würde sich Sünkel wenigstens ein „Commitment“ wünschen, dass Bildung und Forschung Primäraufgaben seien. Was die Zugänge zu den Universitäten betrifft, verlangt der Rektorenchef eindeutige und vor allem einheitliche Regeln. Derzeit herrsche ein „Wildwuchs“ an Österreichs Unis. Er forderte außerdem eine Studienplatzfinanzierung, die nicht grenzenlos finanzierbar sei. Man müsse dabei von Kontingenten reden.

Am Mittwoch sagte das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo), die Stärkung der Hochschulen bis 2020 müsse Priorität haben. Dabei wurde auf die Bedeutung von Lehre und Grundlagenforschung für die Wirtschaft hingewiesen.

40 Prozent Frauenquote noch nicht überall umgesetzt

Senat der Medizin Uni Wien nun zur Hälfte weiblich – Senat der Uni Graz bleibt unverändert bei Frauenanteil von 25 Prozent

Wien – Die neue Frauenquote im Universitätsgesetz (UG) hat bei den ersten Senatswahlen nach den neuen Regeln unterschiedliche Auswirkungen gezeigt. Laut der 2009 beschlossenen UG-Novelle gilt bei Senatswahlen eine 40-Prozent-Quote für alle Listen der wahlwerbenden Gruppen. Bisher haben zwei Unis neue Senate gewählt: An der Medizin-Uni Wien kam es zu einer deutlichen Steigerung des Frauenanteils von 37 auf 50 Prozent. An der Uni Graz blieb dagegen der Frauenanteil mit 25 Prozent konstant, noch fehlen allerdings die Studenten-Vertreter im Grazer Senat.

Ganzer Artikel in derstandard.at