Wissenschaftsfonds FWF setzt neue Projektförderungen bis Juni aus

Halbes Jahr Pause für Förderentscheidungen aufgrund Budgetnöten.

Wien (APA) – Die Budgetunsicherheit macht den Wissenschaftsfonds FWF auch weiterhin handlungsunfähig: Bis Juni wird er „keine verbindlichen Förderentscheidungen“ treffen, wie es nun in einem Brief des Präsidenten Christoph Kratky an die österreichischen Wissenschafter heißt. Die letzte Kuratoriumssitzung mit der Genehmigung neuer Forschungsprojekte fand im Dezember statt. Die für Jänner geplante Sitzung wurde bereits mit dem Verweis auf die unklare Budgetierung abgesagt. Vor wenigen Tagen hieß es noch, die für 16./17. März geplante Kuratoriumssitzung werde stattfinden, nun wurde auch diese abgesagt.

In Absprache mit dem Wissenschaftsministerium habe man die Entscheidungen über anstehende Projektanträge auf die Sitzung im Mai verschoben. Allerdings sollen auch im Mai offensichtlich nur bedingte Förderentscheidungen getroffen werden, denn „das Bundesbudget wird erst in der Budgetrede des Finanzministers im kommenden April bekanntgegeben und Ende Mai vom Parlament beschlossen, sodass verbindliche Förderentscheidungen nicht vor Juni fallen können“, so Kratky. Die bisher verfügbaren Budgetzahlen seien „noch nicht ausreichend belastbar, um Förderentscheidungen zu rechtfertigen“.

Hintergrund des Förderstopps des FWF dürfte ein Verteilungskampf im Wissenschaftsministerium sein. Darauf deutet eine Aussage Kratkys in dem Schreiben hin: „In der derzeitigen Phase der ressort-internen Mittelverteilung gilt es nun, dem Finanzbedarf des FWF ausreichend hohe Priorität zu verleihen“, so Kratky.

Nachdem die Budgetverhandlungen der einzelnen Ressorts mit dem Finanzminister abgeschlossen sind, geht es nun also darum den „Kuchen“ ressortintern aufzuteilen, Kratky spricht davon, dass „über die Verteilung der Budgetmittel innerhalb des Wissenschaftsministeriums nach wie vor intensiv verhandelt wird“. Kratky wirbt in dem Brief für die kompetitive Mittelvergabe „als Garant dafür, dass das Geld qualitätsgesichert direkt bei den forschungsaktiven Wissenschafterinnen und Wissenschaftern landet“.

 

 

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