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Der Reichtum der Gesellschaft beruht auf drei Sorten Arbeit:

  1. bezahlte Arbeit im Betrieb = Lohn
  2. unbezahlte Arbeit im Betrieb = Profit
  3. unbezahlte Arbeit zu Hause, im Ehrenamt usw. = diskriminiert

Die unbezahlte Arbeit zu Hause wird immer noch den Frauen zugeschoben. Als wertvoll, ja, unerlässlich anerkannt wird sie nicht. Die unbezahlte Arbeit in den Betrieben wiederum hat in den letzten 20 Jahren deutlich zugenommen. Davon zeugen die Profite, die seither enorm gestiegen sind.

Bezahlt wird also nur der geringste Teil aller Arbeit.

Geschaffen aber wird aller Reichtum von uns Lohnabhängigen. Dies gilt indirekt auch für die Hausarbeit, sofern jene, die sie erledigen, erwerbstätig sind. (Was für die meisten Frauen, die mit Haus- und Erwerbsarbeit nun doppelt belastet sind, heute zutrifft.)

In den letzten 20 Jahren hat eine gigantische Umverteilung zugunsten des Kapitals stattgefunden. Vermögens- und Gewinnsteuern wurden reduziert. Arbeit wurde intensiviert, Arbeitszeit verlängert. Die Produktivität stieg, aber der Reallohn blieb zurück.

Ein immer größerer Teil des Reichtums wird von den Reichen angeeignet. Ein immer kleinerer Teil bleibt für uns Lohnabhängige.

Die Ausmaße der Umverteilung sind gewaltig.

Laut Sozialbericht der österreichischen Bundesregierung 2003/2004 besitzen 10% der Bevölkerung zwei Drittel des Gesamtvermögens. Das reichste 1% der Bevölkerung hat mehr Vermögen als die untersten 90%.

Kein Wunder, denn Österreich ist unter den reichen Ländern  (OECD) beinahe Schlusslicht bei der Besteuerung von Vermögen und Erbschaften. 2007 wurden nur 0,6% des Bruttoinlandsprodukts (= des gesamten Geldreichtums) durch solche Steuern vom Staat abgeschöpft. Im OECD-Durchschnitt aber waren es knapp 2% (Quelle: APA/OECD, siehe Steuerini).

Die Lohnquote drückt aus, wie viel die Lohnabhängigen vom Ertrag ihrer Arbeit erhalten. Je geringer die Lohnquote, desto höher die Profitquote.

In Österreich ist die Lohnquote seit den 1970er Jahren gesunken. Die Lohnquote fällt von 72,8% 1978 auf 60% 2005 (Quelle: OECD; vgl. auch „Zur Metamorphose des Sozialstaats„, Peter Fleissner).

Nicht nur zwischen Kapital und Arbeit, auch innerhalb der Lohnabhängigen verschärft sich die Ungleichheit. Die Bestverdiener verdienen immer besser, die Niedrigeinkommen dagegen sinken seit den 1970er Jahren (Quelle: „Zur Metamorphose des Sozialstaats„, Peter Fleissner)

Diese Situation ist unhaltbar.

Die Grüne/UG fordert deshalb: mehr Löhne, weniger Profite.

Damit wir behalten, was wir schaffen.

Kein Kommentar am 17. April 2009

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