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Nachdem der AK-Wahlkampf mit dem heutigen Tag seinen Abschluss für uns Grüne/UG findet, ist es an der Zeit, den zweiten Teil der Miniserie zu meinen Wahlkampferlebnissen zu schreiben.

Wir betreten ein Lokal in Klagenfurt. Sieht geschlossen aus. Nein, die Türe ist offen. Also rein mit uns. Guten Tag, hallo, wir kandidieren für die Grüne/UG zur AK-Wahl, haben sie schon gewählt?

Die Frau hält einen Besen in der Hand, schwitzt. Am Boden Müll aller Art, Glasscherben, Staub. Haben sie schon gewählt? Ungläubig blickt sie von ihrer Arbeit auf. Wählen, ha. Was soll das bringen. „Aber geh, heats doch auf damit…“, meint sie. „Aber es ist sehr wichtig, dass sie ihre Vertretung in der Arbeiterkammer wählen“, sage ich.

Die Frau holt Atem, lehnt den Besen gegen die Theke. Sie blickt mich an. Man spürt, dass sie Wut im Bauch hat. „Wissen sie, wieviel ich hier verdiene?“. Nein, weiß ich nicht. „5 Euro die Stunde“, sagt sie. Ich darauf: „Das ist ein Witz“.

Wir kommen ins Gespräch. Die Frau erklärt mir, dass sie drei Putzjobs hat. Einer davon ist ganz okay, weil der Chef sie korrekt behandelt. Die beiden anderen sind schwierig. Immer streiten müssen um das, was einem zusteht. „Und der Kollektivvertrag hier in Kärnten ist auch schlechter als der in Wien“, sagt sie.

„Seit 12 Jahren hab ich keinen Urlaub mehr genommen“ – schrecklich. „Aber gut, in 2 Jahren bin ich Pension“, sagt sie … kurze Pause … und sie lacht: „Wenn’s wahr ist.“

„Aber auch 2 Jahre sind noch eine lange Zeit“, erwidere ich. Die Wut der Frau ist einem Interesse daran gewichen, zu erfahren, was wir machen.

„Wissen sie“, erklärt sie mir, „es hat sich alles verschlechtert für uns. Zuerst haben die öffentlichen Verwaltungen damit angefangen, das Reinigungspersonal in Pension zu schicken. Das war ja an sich nicht schlecht. Aber die übrigen Beschäftigen haben sie dann gekündigt. Die sind zu Personal-Leasing-Firmen gekommen und die öffentlichen Einrichtungen haben dieselben Reinigungskräfte zu billigeren Löhnen wieder in Anspruch genommen. Und natürlich – bei den Leasing-Firmen arbeiten auch viele Ausländer, und die verlangen noch weniger für ihre Arbeit…“

Ich darauf: „Sehen sie, deshalb müssen wir uns dafür einsetzen, dass es allen Erwerbstätigen besser geht! Auch Migrantinnen und Migranten müssen gut bezahlt werden!“

Am Ende des Gesprächs tauschen wir Telefonnummern aus. Wir werden in Kontakt bleiben. Und uns für die Menschen in der Reinigungsbranche in Kärnten engagieren!

Kein Kommentar am 30. April 2009

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