Während die Krise die Jobs schmilzt wie die Frühlingssonne alten Schnee, beginnt perverserweise das große Zähneklappern. Die Produktivität unserer Arbeit reicht ja längst aus, um allen ein gutes Leben bei geringer Arbeitszeit zu gewähren, doch will der Kapitalismus davon nichts wissen. Er will nur eines: Profit. Nur leider gibt es davon gerade zuwenig, weshalb die Eliten und Massenmedien frech und simpel von „der Krise“ sprechen.
Der Punkt freilich ist: eine Krise müsste es gar nicht geben.
Alles, was Produktion braucht, existiert nach wie vor: unser Wissen, die Maschinen, die Rohstoffe, die Bedürfnisse.
Um es klar zu sagen: das Profitziel ist das einzige Hindernis.
Dieser geradezu erschreckend einfache Sachverhalt darf natürlich nicht darüber hinwegtäuschen: solange wir uns selbst an Lohnarbeit und Kapitalvermehrung ketten, solange wird uns die Krise des Kapitals und seines Staates ohne Erbarmen die Kehlen zuschnüren. Viele von uns stehen deshalb bereits auf der Straße, zusätzlich zu denen, die schon lange Jahre oder ihr ganzes Leben dort vegetieren mussten – und es werden noch viele mehr. Die Perspektiven sind äußerst düster, solange wir den entscheidenden Schritt nicht tun: Geldwirtschaft überwinden, Produktion für Bedürfnisbefriedigung statt für Profit, Gesellschaftliches Eigentum an Produktionsmitteln, Abschaffung der Lohnarbeit, den Staat durch freie Selbstverwaltung zurückdrängen. Es liegt an uns – niemand anders trägt dafür die Verantwortung.
Das bedingungslose Grundeinkommen erweist sich in dieser Debatte als ein Lichtblick. Gegenüber sinnlosen Kaltduscher-Konzepten wie einer „bedarfsorientierten Mindestsicherung“ ist das bedingungslose Grundeinkommen eine handfeste Lösung für das Problem der sich ausweitenden Armut und ein großer Schritt hin zu einer freien, warmherzigen Gesellschaft. Es verwandelt Produktivitätsgewinne in Zugewinne an frei verfügbarer Zeit – der einzige Reichtum, der letztlich existiert, wie nicht nur Karl Marx erkannte.
Damit ist freilich keineswegs gesagt, dass das bedingungslose Grundeinkommen der Königsweg zur Lösung unserer Probleme ist. Aber klar zu sagen ist, dass dieses Konzept 99% des politischen Mist weit hinter sich lässt, den die Eliten aller Couleur uns bis dato noch verkaufen wollen.
In Deutschland, der Schweiz und in Österreich veranstalten deshalb alle, die am Grundeinkommen und seiner kritischen Diskussion interessiert sind, eine „Woche des Grundeinkommens“. Das österreichische Program gibt’s hier zum Download.
In Klagenfurt beteiligen wir uns von Kärntner Seite an dieser Initiative, indem wir Euch einen Film mit viel Witz und Esprit („Grundeinkommen“, von Daniel Häni, Enno Schmidt, ca. 50 min.) vorführen. Im Anschluss diskutieren Michaela Schmoczer (Verein zur Verzögerung der Zeit, Grundeinkommens-Expertin) und Barbara Lesjak (Die Grünen, Landtagsabgeordnete, Sozial-Expertin), wozu alle Interessierten herzlich eingeladen sind.
Ort: Raj, 9020 Klagenfurt, Badgasse 7, oberer Stock
Zeit: ab 19.00 Uhr
VeranstalterInnen: Grüne und Unabhängige GewerkschafterInnen/AUGE Kärnten, Verein zur Verzögerung der Zeit, ÖIE Kärnten
Presserückfragen: andreas.exner~ÄT~chello.at, 0699 12 72 38 87
Infos zum bedingungslosen Grundeinkommen hier.
bis dann, folks! Andreas


[…] Restaurant an den ThermenUlm, 20. Sept. 11.00, Mephisto, Rosengasse 15Klagenfurt, 19. Sept. 19.00, RajKöln, 19. Sept. 15.00, FilmhausGöttingen, 18. Sept. 19.30, Nachbarschaftszentrum GroneHamburg, 18. […]
[…] Restaurant an den ThermenUlm, 20. Sept. 11.00, Mephisto, Rosengasse 15Klagenfurt, 19. Sept. 19.00, RajKöln, 19. Sept. 15.00, FilmhausGöttingen, 18. Sept. 19.30, Nachbarschaftszentrum GroneWien, 18. […]
Meine Grundeinstellung ist sehr grün. Eben grün und nicht gesellschaftspolitisch. Klar ist: Es gibt viele Schnittstellen zwischen Grün und Gesellschaftspolitik.Leider ist obiger Artikel nicht grün sondern durch die simple Vereinheitlichung werden aller Unternehmer als negativer Teil unserer Gesellschaft hingestellt. Die Mehrzahl aller Beschäftigten sind bei Klein und Mittelunternehmungen angestellt. Gerade diese Mehrheit sind mit Ihren Unternehmen so sehr ident, dass Gewinne nicht ausgeschüttet sondern für Innovationen verwendet werden. Diese Mehrzahl an Gewinnpolarisierungen dienen zur Sicherungen unseres Grundeinkommens und zur Möglichkeit umweltschonendere Techniken einzusetzen und nicht zur Kapitalisierung einzelner Individien. Obiger Artikel stimmt mit Sicherheit für einen gewissen Teil der Großkonzerne und Kapitalhändler, aber eben nur für negative Ausnahmen und sicher nicht für die Mehrheit der arbeitsplatzsichernden Unternehmer. Gerade diese Klein und Mittelunternehmer würden aber am meisten unter Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich leiden bzw. zugrunde gehen. Das erzeugt nur Streß ums Überleben und keine flächendeckende Verbesserung des Lebens. Es erfüllt mich mit großer Traurigkeit, dass unreale Betrachtungen der Wirtschaft, ob aus Unwissenheit oder aus öberflächiger Ignoranz, so einen Stellenwert in der grünen Bewegung hat und effektive grüne Angelegenheiten nicht den zustehenden Stellenwert bekommen.
Schade, dass Sie einen ganzen Teil der Bevölkerung, nämlich die Unternehmer und damit auch mich, nur als bedinungslose Geldanhäufer sehen und nicht als dass, was der überwiegende Teil dieser Bevölkerungsschicht ist, nämlich Unternehmer aus Freude am Produkt, an der Arbeit, an Innovationen und an der Kommunikation mit den Mitarbeiteren. Eine Bitte: Vernichtet uns nicht durch Unwissenheit und Ignoranz.
Bitte um Weiterleitung nach Wolfsberg, vor allem zu Handen Habsburg und Weishaupt, zur Info, warum ich mich nicht bei den Grünen engagieren kann. Mein herz blutet.
Hallo, dies ist kein Blog der Partei „Die Grünen“, sondern ein Blog eines Aktivisten und Arbeiterkammer-Rates der Liste „Grüne und Unabhängige GewerkschafterInnen“, der AUGE-Gruppe in Kärnten.
Zum Inhaltlichen: Unser gegenwärtiges Wirtschaftssystem zerstört die Umwelt durch den Wachstumszwang und es vernichtet Lebensperspektiven durch seine Krisen. Das geht keineswegs auf das Konto der Unternehmer! Kapitalismus-Kritik ist KEINE Kapitalisten-Kritik! Das sollte klar sein. Wer die Unternehmer kritisiert, muss auch die Angestellten kritisieren – und das tut eben ein an der Befreiung der Menschen aus den Zwängen des KapitalisMUS interessierter Aktivist wie ich.
Das Profitmotiv existiert ja nicht durch die Gier oder Böswilligkeit der Unternehmer, sondern ist ganz schlicht und einfach ein Zwang, den die Konkurrenz allen auferlegt – auch den Lohnabhängigen.
Der Ausweg aus der Ausbeutung und den Krisen des KapitalisMUS – die alle im System wurzeln, nicht in der angeblichen Schlechtigkeit von Unternehmern – besteht in einer neuen Wirtschaftsweise, in einer solidarischen Ökonomie.
Dort können sich alle selbst verwirklichen, nicht nur jene, die über Geld oder Grundbesitz verfügen, dort geht es nicht um Geldgewinn, sondern darum, gute Produkte herzustellen und schädliche Branchen stillzulegen, und, vor allem, die freie Zeit zu vermehren und eine echte Wirtschaftsdemokratie zu entwickeln, wo nicht wenige über das entscheiden, was alle betrifft und wofür alle arbeiten, sondern wo alle gleichermaßen die Entscheidungen treffen – weil wir als Menschen gleich geboren sind und wir die halbe Demokratie jetzt zu einer ganzen Demokratie machen müssen.
Das ist im KapitalisMUS unmöglich, weshalb sich GewerkschafterInnen wie ich – zusammen mit intelligenten und kritischen UnternehmerInnen – dagegen engagieren und für eine Alternative einsetzen, die solidarische Ökonomie.
Sie erkennen also ganz richtig, dass diese Zielrichtung im gegenwärtigen Wirtschaftssystem „unrealistisch“ ist. Deshalb muss man eben eine Alternative aufbauen. Dass das jetzige Leben nicht von Stress gekennzeichnet ist, wie Sie meinen, überrascht mich. Warum es in einer solidarischen Ökonomie mehr Stress geben soll, verstehe ich nicht. Warum es eine „flächendeckende Verbesserung“ des Lebens im KapitalisMUS gegeben hat, verstehe ich nicht. Seit den 1970er Jahren verbessern sich Wohlstandsindikatoren trotz (oder wegen) wachsendem Bruttoinlandsprodukt in OECD-Ländern nicht mehr. Global gesehen hat der KapitalisMUS das Elend vergrößert und Millionen von Toten hinterlassen und vernichtet tagtäglich 1000 Menschenleben. Übrigens war der „Realsozialismus“ – falls das nötig sein soll zu sagen – keine Alternative zum KapitalisMUS, sondern nur ein Staats-Kapitalismus.
Zum Thema Solidarische Ökonomie finden übrigens auch in Kärnten einige Veranstaltungen in nächster Zeit statt, die ich seitens der Grüne/UG mit-organisiere, zum Beispiel ein Forum zur Regionalen Wirtschaft Winter 2010 in St. Georgen oder die Tagung am 3.10. an der Uni Klagenfurt, wo auch einige Unternehmer anwesend sein werden.
Vielleicht dürfen wir auch Sie dort begrüßen – für nähere Infos siehe diesen Weblog.
Korrektur: „1000e Menschenleben“ muss es natürlich richtig heißen.