Bernd Röttger hielt einen Vortrag zu „Konversion“ beim Dialogforum „Peak Oil und Wirtschaft“ in St.Georgen am Längsee, 8./9.März 2010, das im Rahmen des Klima- und Energiefonds-Projekts „Powerdown“ abgehalten worden ist.
Hier gibt es seine Präsentation auf Slide Share.
Nachdem ich bei „Powerdown“ als wissenschaftlicher Mitarbeiter für den Bereich Peak Oil & Wirtschaft engagiert bin, war es mir ein Anliegen, eine alternative gewerkschaftliche Sicht auf die ökologische und ökonomische Krise einzubringen. Dafür war Bernd Röttger, der in der gewerkschaftsnahen Forschung tätig ist, der geeignete Vortragende. Er ist einer der ganz wenigen, die sich systematisch mit Konversion auseinandersetzen. Von der Rosa Luxemburg-Stiftung dazu eingeladen, hat Bernd Röttger eine sehr interessante Analyse der historischen Erfahrungen von Konversion – also des selbstbestimmten Umbaus von Betrieben durch die Belegschaften – erarbeitet.
Sie ist ebenso nüchtern-ernüchternd wie interessant. Keine der Konversionserfahrungen war ein Erfolg. Zugleich zeigen sie damit einige wichtige Erkenntnisse für den anstehenden ökologischen Umbau, der ein Erfolg werden muss, soll die Krise nicht im Desaster enden (was ja leider alles andere als ausgeschlossen ist). Kurz aus meiner Sicht zusammengefasst sind dies die Punkte:
1) eine unabhängige soziale Bewegung ist essenziell um in den Betrieben Selbstorganisation anzuregen und inhaltlich voranzutreiben
2) die institutionalisierten Gewerkschaften dürfen Selbstorganisation nicht okkupieren oder durch „Parallelunternehmen“ unterminieren, sondern müssen sie unterstützen und gewähren lassen
3) das Problem der Etablierung von s0lidarischen (nicht-kapitalistischen) Produktionsketten und -netzen konvertierender Betriebe ist zentral; wenn Genossenschaften oder „Konversionsbetriebe“ lediglich weiter wie bisher für den Markt produzieren ist keine Perspektive damit verbunden
4) ohne „Klassenkampf“ (Konfrontation mit dem Management) ist Konversion nicht denkbar.
Die IG Metall, die „Linke“, die Rosa Luxemburg Stiftung sowie mehrere zivilgesellschaftliche Gruppen in Deutschland sind sehr stark dran an dem Thema, es sind mindestens zwei größere Veranstaltungen dazu noch in diesem Jahr geplant. Mögen auch die österreichischen Gewerkschaften aus ihrem Winterschlaf erwachen.

