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Die Power Point Präsentationen des Workshops zur Solidarischen Ökonomie in Graz, 2./3. Juli, gibt es zum Download hier.

Der Workshop wurde von der Arbeiterkammer Steiermark und dem Institut für Internationales Management der Universität Graz finanziell großzügig unterstützt.

Inhaltsangabe des Workshops (Titel der Präsentationen leicht modifiziert/gekürzt):

Ana Dubeux (Departamento de Educação – UFRPE): Incubation, concrete examples of Solidarity Economy in Brazil

Jonas Bertucci (Universität Nantes, Paris): Mapping of Solidarity Economy in Brazil in view of the RIPESS-process

Kristina Bayer, Barbara Schweitzer (Verein zur Förderung der Solidarischen Ökonomie): Mapping and incubating Solidarity Economy in a Middle European context

Markus Auinger (Mattersburger Kreis): Solidarity Economy – emancipatory social change or self- help? The relation between state and civil society

Reinhard Paulesich, Angelika Peckary (WU Wien): A rating system for sustainable enterprises. A way towards solidarity economy networks?

Andreas Exner (Grüne/UG Kärnten): Solidarity Economy – pathway towards a commons-based mode of production

Armin Pircher-Verdofer (Universität Innsbruck): Solidarity Economy and democracy. Results from empirical studies

Anna Schreuer (IFZ Graz): Energy cooperatives and local co-ownership in the area of renewable energy technologies

Florian Ledermann (TU Wien): On the possibilities of mapping and visualizing Solidarity Economy projects

Bei Interesse am Thema bitte um Kontaktnahme zu andreas.exner*ÄT*chello.at

keine Kommentare am 19. Juli 2009

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Beim diesjährigen grünalternativen Sommercamp in Salzburg vom 1.-5.8. mit dem Titel „Wer bin ich, was bist Du? Identitäten – Einbildungen – Ausgrenzungen“ werde ich einen Workshop zum Thema „Klimawandel und soziale Gerechtigkeit“ machen.

Untertitel:

„Peak Oil und Kimawandel – Die Grenzen des fossilistischen Systems“

Abstract:

Der Kapitalismus entfaltete seine Logik des Wachstums und der
Konkurrenz auf Grundlage fossiler Stoffe. Inzwischen nähert sich die
Nutzung der fossilen Ressourcen einer zweifachen Grenze. Der Input wird durch die absehbare Verknappung von Erdöl, Erdgas und Kohle eingeschränkt, während der Output in Form von Treibhausgasen zu einer bedrohlichen Klimaveränderung führt. Dies wird die ökonomischen und sozialen Krisentendenzen der kapitalistischen Produktionsweise vorderhand verschärfen. Vor diesem Hintergrund gilt es, den Kapitalismus durch eine auf Gemeingütern basierende Solidarische Ökonomie zu überwinden. Der Workshop gibt dazu einen Diskussionsanstoß.“

Das genaue Programm des Sommercamps findet ihr hier.

Anmeldung bis 22. Juli erbeten.

keine Kommentare am 19. Juli 2009

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Wie berichtet fand kürzlich ein bemerkenswertes Retreat im Wasserschloss Crottorf, Deutschland, statt. Thema: „The Future of the Commons“. Das Treffen brachte eine breite Palette an Freie Software-Aktivisten, Feministinnen, NGO-Aktive, MarxistInnen, Ökologen usw. zusammen und in eine außergewöhnlich spannende und produktive Debatte.

Audio files der spontanen Kick-Off Inputs – die Debatte erfolgte selbstorganisiert ohne vorgegebenes Programm über drei Tage hinweg -, gibt es nun hier zum Nachhören.

Die Inputs sind auf Englisch. Ich sprach über den Zusammenhang zwischen Gemeingütern und der Solidarischen Ökonomie (file Nr. 8).

In Bälde werden 5-Minuten-Video-Statements der TeilnehmerInnen des Retreats auf Englisch verfügbar sein. Die deutschsprachigen TeilnehmerInnen haben zusätzlich Video-Botschaften auf Deutsch aufgenommen. Info folgt.

Here you find 13 audio files recorded at the Crottorf retreat about the commons in June 2009. The files contain kick-off statements followed by discussions (organisational parts are cut-out):
1: David Bollier: What are we talking about? Massimo de Angelis: Struggles and Cooptation.
2: Collecting and sorting of topics of the retreat.
3: Peter Linebaugh: Rewriting history of commoning.
4: Continuing the history discussion, debate about gift economy.
5: Michel Bauwens: Peer production. Silvia Federici: Daily produced commons. Urban gardens.
6: Discussion of Michel’s and Silvia’s talks.
7: Pat Mooney: Threats to the commons. Geo engineering.
8: Discussion of Pat’s talk. Christian Siefkes: Peer economy. Andreas Exner: Solidarity economy.
9: Stefan Meretz: Societal change in five steps. Andoni Alonso: Commons ontology.
10: George Caffentzis: Commons within force fields.
11: Wolfgang Sachs: Climate Change.
12: Miguel Vieira: WSF thematic forums.
13: Final round saying thank you and good bye to Crottorf

keine Kommentare am 17. Juli 2009

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Ökologen thematisieren die Grenzen des Wachstums ebenso wie viele Linke. Doch während die einen bloß stofflich-energetische Grenzen sehen, wollen die anderen nur Grenzen des Werts und Mehrwerts erkennen. Tatsächlich sind beide Positionen integriert zu betrachten, um die Perspektiven des Kapitalismus und einer Alternative richtig einzuschätzen…

Artikel von Andreas Exner in den aktuellen Streifzügen (46, 2009).

Weiterlesen hier.

keine Kommentare am 17. Juli 2009

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Totgeschwiegen von den Medien, von den herrschenden Institutionen ignoriert, gibt es in Kärnten eine ganze Reihe von Leuten, die Wege in die Zukunft weisen – abseits der Polit-Sackgassen aller Couleur.

Eine besonders spannende Gruppe ist in diesem Zusammenhang die Autonome Antifa Koroska/Kärnten, die nicht nur „praktisch“ aktiv ist, sondern auch die Praxis der Theorie vertieft. Beides ist notwendig, um Auswege aus dem Kapitalismus und seiner Staatsgewalt mitsamt den repressiven Ideologien dieses Systems – Antisemitismus, Rassismus, Sexismus, Imperialismus – zu finden.

Eine grüne und unabhängige Gewerkschaft braucht solche Initiativen wie die Luft zum Atmen. Jetzt findet man den Kontakt zur Autonomen Antifa Koroska/Kärnten auch in Facebook.

In diesem Sinn: Check it out! …quickly.

keine Kommentare am 17. Juli 2009

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Ich sitze im Zug nach Klagenfurt, betrachte die Weingärten, die am Fenster vorüberziehen, links der Rhein, rechts kleine Orte und zerstreute Häuser. Muster menschlicher Kultur, die sich in die Landschaft eingeschrieben haben, als lebendige Synthese der natürlichen und der menschlichen Welt.

Ich bin auf dem Rückweg vom bemerkenswertesten Treffen, das ich in den letzten Jahren erleben durfte, in einem Wasserschloss in Crottorf bei Siegen, zusammen mit 21 Leuten aus den unterschiedlichsten intellektuellen und politischen Zusammenhängen: Historiker, NetzwerkerInnen, Projektmanager, MarxistInnen, Software-Leute, Feministinnen, politische ÖkologInnen und soziale AktivistInnen:

Andoni Alonso (Technologie-Philosoph), Michel Bauwens (P2P Foundation), Iain Boal (Retort), David Bollier (On the Commons-Blog), Nicola Bullard (Focus on the Global South), George Caffentzis (Midnight Notes Collective), Massimo de Angelis (The Commoner), Andreas Exner (der das hier schreibt), Silvia Frederici (International Feminist Collective), Hermann Hatzfeldt (der Schlossbesitzer, der uns großzügig den Ort für das Treffen zur Verfügung stellte, und eine Exkursion in die naturnah bewirtschafteten Wälder der Umgebung führte), Silke Helfrich (Publizistin), Prashant Iyengar (Alternative Law Forum), Peter Linebaugh (der Commons-Historiker par excellence), Stefan Meretz (Keimform-Blog), Pat Roy Mooney (ETC group, früher RAFI), Franz Nahrada (GIVE), Richard Pithouse (Rhodes University, politischer Aktivist), Christian Siefkes (Peer economy, Keimform-Blog), Wolfgang Sachs (Wuppertal Institute), Miguel Vieira (Epidemia).

Ausführliche biographische Informationen gibt es hier.

Unser Thema war “The Future of the Commons”, die Zukunft der Gemeingüter. Dabei drehten sich unsere Debatten um die Frage, wie die Gemeingüter eine Welt bilden können, in dem Wohl-Sein für alle möglich ist.

Wenn ich über das Treffen nachdenke, so erinnere ich mich an die Zeit als ich von Wien, wo ich 15 Jahre lange gelebt und studiert hatte, nach Klagenfurt gezogen bin, in den Süden Österreichs. Damals hatte ich immer wieder den enormen Reichtum von Natur wie Kultur erlebt. Ich war arbeitslos für ein halbes Jahr, fühlte mich jedoch sehr erfüllt. Im Verlauf der vielen Spaziergänge mit meiner Freundin durch die schönen Landschaften in Kärnten wurde ich der Vielfalt der Natur wirklich gewahr – als jemand, der in Vegetationsökologie ausgebildet worden ist, habe ich dafür das nötige intellektuelle Sensorium, aber in diesen Momenten begann ich die Vielfalt auch emotionell so richtig zu schätzen, als eine ästhetische Erfahrung. Um Reichtum zu erfahren ist Sensitivität erfordert ebenso wie die Fähigkeit zur Differenzierung.

Unser Treffen belebte in mir den Sinn für diesen Reichtum, indem wir die Gemeingüter, die Commons als einen neuen Ansatz der gesellschaftlichen Transformationen erkundeten – indem wir einander konfrontierten, widersprechende Positionen in eine Synthese brachten und Ideen und Emotionen miteinander verwoben. Im Verlauf dieses Prozesses entstand so etwas wie eine geteilte Sicht der Wirklichkeit, im Reden, aber auch im Singen, Spazierengehen, Lachen.

Silke Helfrich, David Bollier, Massimo de Angelis und Stefan Meretz lernten einander letztes Jahr beim Elevate Festival in Graz kennen. Sie gaben Inputs zum Thema “Commons” und entschieden nach dem Festival, ein Treffen mit Freundinnen und Freunden zu organisieren, um die Diskussion voranzubringen.

Schon diese vier Leute allein bilden einen wahren Blumenstrauß an Aktivitäten und Ideen. Silke Helfrich hat zusammen mit der Heinrich-Böll-Stiftung, dem „Think Tank“ der deutschen Grünpartei einen sehr interessanten Sammelband zur Commons-Debatte mit dem Titel “Wem gehört die Welt” herausgegeben, den man in der Vollversion im Netz downloaden kann. David Bollierhat mehrere Bücher zu Commons publiziert und verfolgt eine breite Palette an Aktivitäten in diesem Bereich, wie man schon sein Commons-blog illustriert. Massimo de Angelis hat 2000 das online-journal “The Commoner” zusammen mit ein paar anderen “verrückten Marxisten”, wie er mir lachend erzählt, mitbegründet. (Die aktuelle Ausgabe ist eine besondere Empfehlung.) Stefan Meretz ist ein Software-Programmierer und Theoretiker, der regelmäßig im Keimform-blog schreibt und das Konzept der Keimformen als Ausgangspunkte für eine post-kapitalistische Gesellschaft exploriert.

Unsere Diskussionen während dieser vier Tage, die wir “im Schloss gefangen” waren, wie es jemand ausdrückte, entfalteten sich ohne fixes Programm. Sie waren selbst ein Beispiel welche Freiheit das Commoning ermöglicht, wenn die Bedingungen stimmen. Nach einem gemeinsamen Brainstorming zu den Fragen, die uns im Zusammenhang mit den Commons interessieren – von der Kriminalisierung von Commonern über die politische Ökonomie der Commons bis hin zum Grundeinkommen – arrangierten Stefan und Silke die Schlagwörter unter ein paar Überschriften. Die folgenden Tage widmeten wir der Debatte dieser Themen, mit zumeist kurzen, ziemlich spontanen Inputs, die oft entgegengesetzte Blickwinkel auf einen spezifischen Aspekt der Commons darstellten.

Aufregend waren viele Momente, wenn die Gruppe die politische Ökonomie der Commons debattierte, ihren strategischen Wert in der entstehenden “Bewegung der Bewegungen”, die sich darum bemüht, das Alte gehen zu lassen, damit das Neue Raum bekommt. Es ist schwer, die Vielfalt an Argumenten und Weltsichten zusammenzufassen, die unsere Debatten sichtbar machten. Dennoch gibt es eine einfache Formel, die jemand in der Schlussrunde mit uns teilte, die für mich den Herz des Prozesses am besten ausdrückt: “Die Gemeingüter sind der Sozialismus des 21. Jahrhunderts”.

Ich möchte an dieser Stelle kein Protokoll unserer Diskussionen geben. Zum Einen deshalb, weil Massimo de Angelis Video-Interviews mit uns gemacht hat, die Stefan Meretz noch durch Interviews auf Deutsch ergänzte, die besser als eine Niederschrift illustrieren, welche Vielfalt und welche “hybridisierende” Qualität unsere Bemühung hatte. Jemand hat dafür den Vergleich des “Pflanzenzüchtens” gemacht, und ich denke, das ist als eine ironische Beschreibung treffend. Zweitens hat Stefan die gesamte Debatte aufgezeichnet, und es dürfte eine Auswahl von Gesprächen online verfügbar gemacht werden.

Fürs erste belasse ich es mal dabei und hoffe, dass ihr dieselbe Freude in der Erkundung der Commons erlebt wie wir in Crottorf, als einer neuen Weise unsere Welt zu sehen, zu empfinden und zu denken.

Zum Weiterlesen: p2p foundation

1 Kommentar am 4. Juli 2009

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Offenbar sind die Grünen als einzige politische Partei in Österreich auf der Höhe der Zeit: Die GBW Wien stellt sich dem oberflächlichen Dogma des neoliberalen Einheitsdenkens, wonach Karl Marx ein toter Hund ist, entgegen. Denn ein toter Hund kann Marx erst sein, wenn der Kapitalismus tot ist.

Je älter die herrschende Politik aussieht, desto frischer ist der Zugriff auf das aktuelle grün-marxistische Denken, das sich in den letzten Jahren – von vielen unbeachtet – entwickelt hat: die schonungslose Kritik von Ware, Geld, Kapital und Lohnarbeit. Nicht zuletzt eine Voraussetzung, um nicht in die Fallen des Sündenbock-Denkens, des Anti-Amerikanismus, des neoliberalen Totalitarismus und der heuchlerischen Moralisierung zu tappen, die derzeit grassieren.

Deshalb die wärmste Empfehlung, sich das „Kapital“ neben das Strandtuch zu legen und die Grüne Bildungswerkstatt zum Beispiel zu nehmen. Denn auch in Kärnten wird es im Herbst im grünen Umfeld Veranstaltungen zur Kritik des Kapitalismus und zu Marx geben. Wenn ihr Interesse habt, Euch einzuklinken, dann meldet Euch: andreas.exnerÄTchello.at – Ein Lesetipp: www.oekonomiekritik.de

PS: Am 3. August mache ich auf Einladung der GAJ Niederösterreich, Vorarlberg und Steiermark sowie der Jungen Grünen Schweiz und Deutschland einen Workshop zu den sozialen Folgen des Klimawandels in Salzburg. Nähere Infos ebenfalls bei andreas.exnerÄTchello.at

NEWSLETTER Nr. 8/2009 der GBW Wien

Liebe Leserin, lieber Leser!

„Ich krieg´ die Krise“. Dieser Ausspruch gilt ganz offensichtlich nicht nur für den globalen Kapitalismus, sondern zusehends für die meisten gesellschaftlichen Bereiche. Die Mainstream-ÖkonomInnen müssen beinahe schon im Monatsrhytmus ihre Prognosen revidieren, die politischen Institutionen agieren plan- und fantasielos, der Frust droht sich in gesteigerter Politikverdrossenheit oder in einem Rechtsruck auszudrücken.

Für Herbst wird befürchtet, dass die Krise verstärkt auf den Arbeits-märkten ankommt. Nach Gramsci besteht eine Krise darin, dass: „das Alte stirbt [während] das Neue  noch nicht zur Welt kommen kann.“ (Gramsci Gefängnishefte Bd.2, S. 354) Genau diesen Prozess können wir heute beobachten. In vielen Bereichen macht sich die Gewissheit breit, dass es so nicht mehr weitergeht. Finanzmarktkrise, ökologische Krise, Überproduktionskrise, Krise der Legitimation der Politik, usw. sind alles Kennzeichen für einen tief greifenden Wandel in unserer Gesellschaft, auf den es Antworten zu finden gilt. So werden viele Veranstaltungen in den kommenden Monaten im Zeichen der multiplen Krise stehen.

Doch gerade in Krisen lohnt es sich, nicht nur wie gebannt auf die aktuellen Entwicklungen zu blicken, um so schnell wie möglich reagieren zu können. Es ist gerade jetzt wichtig, Räume der Reflexion zu öffnen. Deshalb möchte ich noch auf eine im Herbst startende Veranstaltungsreihe hinweisen, die im Angesicht der Krise die Frage stellt, was denn heute noch von einem schon oft für tot erklärten Kritiker des Kapitalismus zu lernen ist.

Wir werden im Herbst beginnen uns mit Marx und seiner Kritik und Analyse der kapitalistischen Gesellschaft auseinanderzusetzen. Eine undogmatische Wiederaneignung der marxschen Analyse auf der Höhe der Zeit kann zeigen, dass vielleicht „tote Hunde“ mehr zur Krise zu sagen haben, als Heerscharen offensichtlich ratloser PolitikerInnen, ÖkonomInnen, „LeistungsträgerInnen“ u.a.

Einen schönen Sommer und ein Tipp für die Sommerlektüre: Karl Marx „Das Kapital“ Bd.1. Viele wollen es nicht glauben, mensch kann es auch unter Palmen, am Strand oder im Gänsehäufel lesen. Alle auftauchenden Fragen, können wir ja ab Herbst dann gemeinsam im „Kapitallesekreis“ diskutieren.

Linktipp: GBW Wien

keine Kommentare am 3. Juli 2009

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Einleitung zum Schwerpunkt „Ressource“, Streifzüge 46/2009

von Andreas Exner

Für den Kapitalismus ist die Welt nur ein lästiges Durchgangsstadium der Verwertung. Dummerweise vermehrt sich Geld nicht einfach so. Man muss dazu Rohstoffe und Energie gewinnen, Menschen kontrollieren, Waren produzieren. Eine Zeitlang mag es gelingen, Besitztitel auf Profite anzuhäufen, die künftighin der Warenproduktion entspringen sollen. Doch früher oder später ist damit Schluss.

Die Weltlosigkeit des Kapitals strafen seine Krisen immer wieder Lügen. Noch mehr aber strafen seine Krisen uns. Die Ahnung, dass der Kapitalismus an unsere Grenzen stoße, liegt in der Luft. Nur aussprechen will sie niemand. Dabei sind die Hinweise darauf sonder Zahl. Zwei stechen besonders ins Auge: vor 2008 die Verteuerung von Erdöl, Rohstoffen und Nahrungsmitteln. Und bis auf weiteres der durch den Kapitalismus verursachte Klimawandel.

Mit Händen ist es zu greifen: Der Kapitalismus ist ein totes Ende der Geschichte. Doch eine Konsequenz daraus sucht man noch vergebens. Autos fahren weiter, Staaten machen Schulden, Treibhausgase werden emittiert. Grüne wollen dealen. Vom Wachstum kommen die Abhängigen aller Couleur nach wie vor nicht los. Wie wir uns selbst das Joch der Geldvermehrung auferlegen, so auch der Natur. Uns zum Humankapital degradierend, degradieren wir die Welt, als wäre sie nur dazu da, dem Kapital zu dienen, als ein Rohstofflager und eine Deponie ohne Ende. Doch genau dies gibt die Welt nicht mehr allzu lange her: diese Ressource beginnt zu versiegen.

Nur wenige trauen sich erst zu sehen, was auf der Hand liegt: Die Geldwirtschaft verdammt uns zu wachsender Zerstörung; lösen wir uns davon nicht, so blüht uns keine Zukunft mehr. Eher wird von manchen, anstatt Kapital, Markt und Staat zu transzendieren, bereits der Mensch geistig ausradiert: es gäbe zu viele unserer Art. Und eher traut man den erneuerbaren Energien just das zu, woran das fossile System gerade scheitert: endloses Wachstum. Solcher Unsinn ist gefährlich. Wer bei uns nun komplizierte Lösungen sucht, wird freilich enttäuscht – Produktion für konkrete Bedarfe anstatt für Geld, that’s all.

Zuerst erschienen hier.

keine Kommentare am 30. Juni 2009

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Der Kapitalismus ist die einzige Wirtschaftsform, in der zuviel Reichtum in die Krise führt. Während Leute früher darbten, weil die Ernte schlecht war, soll man heute darben, weil das Kapital nicht mehr genug Profit lukrieren kann.

Wer diesen Wahnwitz verteidigt, diskreditiert sich eigentlich von selbst.

Allerdings beginnt hier die eigentliche Schwierigkeit: Die meisten von uns halten den Kapitalismus und seinen Irrsinn für so natürlich, dass sie gar nicht erst auf die Idee kommen, sich seinen Zwangsgesetzen nicht zu fügen. Sie nicken allen Unsinn ab anstatt zu rebellieren. Und so kommen viele auf die genau entgegengesetzte Idee: Wenn es dem Kapital schlecht geht, müssen die Leute dafür büßen… Warum? Damit es dem Kapital wieder besser geht und – so die fromme Hoffnung – dann später mal den Leuten.

Diese Denke nimmt tausend und mehr verschiedene Formen an. Eine davon ist die Ansicht, man dürfe keinesfalls das Los der Arbeitslosen bessern, ja, habe sie zu kanifeln, wo es geht.

Waren arbeitslos gemachte Menschen schon in den vergangenen zwei Jahrzehnten zusehends schlechter dran, weil das Kapital im Verein mit den systemkonformen Teilen der Gewerkschaft die Lebensbedingungen der Ausgeschlossenen mutwillig verschlechterte, soll nun nach dem Willen mancher trotz Teuerung und der im EU-Vergleich extrem niedrigen Nettoersatzrate beim Arbeitslosengeld der Status quo auf Biegen und Brechen beibehalten werden. Kalte Enteignung nennt man das.

So heißt es etwa in einem inoffiziellen, uns per Email zugegangenen Kommentar auf einen Antrag von Barbara Lesjak (Die Grünen Kärnten), der eine Erhöhung der Nettoersatzrate auf 70% fordert: „Die Forderung nach 70% Ersatzrate in der Arbeitslosenversicherung geht voll an jeder wirtschaftlichen Vernunft vorbei … irgendwie total sinnlos, dieser Vorschlag.“

Tja, irgendwie total sinnlos, dieser Einwand. Wer die famose „wirtschaftliche Vernunft“ des Kapitalismus für ein Naturgesetz hält, der sollte lieber gleich gratis arbeiten und unter die Brücke schlafen gehen. Im Ernst: Ganz davon abgesehen, dass eine Angleichung der Nettoersatzrate auf 70% des Letztbezugs in etwa soweit von einer Revolution entfernt ist wie der Mond von der Erde – es geht nur darum, den EU-Durchschnitt zu erreichen – gibt es im Kapitalismus grundsätzlich keine Perspektive mehr, das Leben der breiten Mehrheit noch zu verbessern. Die Illusion, mit einem Katzbuckeln vor dem Kapital wäre dieses Ziel zu erreichen, kann man sich abschminken, und zwar gleich.

Was vielmehr ansteht, ist ein harter Kampf und ein sanfter Übergang zugleich. Hart ist jeder Angriff auf den Lebensstandard abzuwehren und sind die berechtigten Ansprüche der Erwerbstätigen und der Erwerbslosen an ein gutes Leben gegen die Irrsinnslogik des Kapitals und seiner Agenten durchzusetzen. Sanft müssen wir im selben Zug den Übergang in eine erneuerbare Zukunft mit einer solidarischen Ökonomie gestalten.

Die Nettoersatzrate beim Arbeitslosengeld zu erhöhen ist vor diesem Hintergrund in der Tat kein großer Wurf. Umso selbstverständlicher sollte sein, dass diese Forderung von denkenden Menschen mitgetragen wird.

2 Kommentare am 22. Juni 2009

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Zeit: Mi, 24. Juni 2009, 18:00
Ort: Europahaus, Reitschulgasse 4, Klagenfurt

mit Film „Septemberweizen“

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Du bist in der Krise. Dein Problem heißt Marktwirtschaft!

Die Marktwirtschaft versagt. Immer mehr verlieren ihren Job. Die Armut wächst. Doch die Politik plant gegen uns den Angriff: Sozialabbau, Frauen an den Herd und Lohnverzicht.

Wir haben Angst. Wir können uns das Leben immer schwerer leisten. So kann’s nicht weitergehen!

Nur gemeinsam sind wir stark!

Was willst Du wirklich in Deinem Leben? Was brauchst Du zum Glück? Vielleicht mehr Entspannung, soziale Sicherheit und Anerkennung. Keinen Stress. Freude statt Angst.

Wir brauchen eine Solidarische Ökonomie. Hier und Jetzt!

Hol Dir Deine Gratis-Suppe, lass uns plaudern. Nahrhafte Gespräche, Ideen und Kontakte warten. Der Kapitalismus ist am Ende, das Leben fängt gerade an. Sei dabei!

Ort: AUSNAHMSWEISE diesmal im EUROPAHAUS Klagenfurt, Reitschulgasse 4 (nahe Stadttheater), im Rahmen der Ausstellung
„Stadt lebt vom Land: Über Essen – Macht – Geld“

keine Kommentare am 22. Juni 2009

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