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Nun ist es fix: Schuhhersteller Gabor entlässt 240 Menschen in Spittal/Drau. Nur 150 verbleiben im Betrieb. Wer gehen wird, ist unklar. Das Management hält erst 2011 eine Erholung für möglich. Dann könne man eventuell wieder Leute aufnehmen, so verlautet es aus der Kommandozentrale des Betriebs.

Das ist schön. Vielleicht. Wäre es denn wahr.

Bis dahin jedenfalls bleibt das Management im Sattel. Gehen müssen vielmehr die Menschen, die Gabor’s Gewinne produzierten. In der Krise kommen sie nun zum Handkuss.

Gabor ist ein Beispiel für viele andere. Die Gesamtlage ist schlicht desaströs.

In Deutschland schrumpft die Wirtschaft 2009 voraussichtlich um 6%, so der jüngste Tenor. Österreichische Ökonomen üben sich noch in lächerlichem Optimismus. Dieses Spiel ist schon 2007 und 2008 nicht aufgegangen. Warum man den Mainstream-Ökonomen überhaupt noch Glauben schenkt ist rätselhaft.

Eines jedenfalls ist sicher: Es wird schlimmer kommen.

Eine Welle der Massenarbeitslosigkeit baut sich auf. Zugleich hat der Staat enorme Schulden angehäuft. Noch dazu werden die Ausgaben für Sozialleistungen steigen, seine Einnahmen aber drastisch reduziert. Dies umso mehr, als er Vermögen und Profite praktisch nicht mehr besteuert. Bei rückläufigen Masseneinkommen sieht es für seine Kassen demnach äußerst düster aus.

Angesichts dieser Entwicklungen ist die herrschende Klasse in Politik und Wirtschaft zynisch bis naiv. Magna verordnet bereits Lohnverzicht und erfrecht sich, dabei von „Solidarität“ zu faseln. Einer seiner Oberbefehlshaber ist sogar so dreist und meint, Magna hätte ja auch die Profite „geteilt“ – nun müsse also auch die Belegschaft „Solidarität“ beweisen.

Die Lohnabhängigen haben Angst. Das treibt sie teilweise dazu, den Lohnverzicht zu akzeptieren. Dieser Weg ist mit Sicherheit fatal.

Denn diese Krise ist keine, die 2010, 2011 oder 2012 überwunden ist.

Der ganze unvorstellbar ausgedehnte Finanzüberbau der „Realwirtschaft“, der sich seit mehr als 20 Jahren auf dem Rücken der Lohnabhängigen aufgetürmt hat, bricht ein. Bis jetzt auf Raten, bald vielleicht in Gestalt eines Erdrutschs im Finanzsystem. Danach wird nichts mehr sein wie früher.

Staatsbankrotte drohen am Horizont. Unmengen fauler Kredite, derzeit notdürftig durch staatliche Monstergarantien und illusionsgedeckte Finanzspritzen in einer prekären Agonie gehalten, verwesen vor sich hin. Wenn irgendwo ein zentrales Glied der kreditären Ketten reisst, dann ist der Sog in die Tiefe kaum mehr zu stoppen. Das beste Szenario, das der Kapitalisms uns noch zu bieten hat, sind Massenarmut, Apathie und Stagnation.

Es gibt keine Möglichkeit mehr, dieses System so zu reparieren, dass etwas Annehmbares dabei herauskommt.

Doch manch einer wirkt, als würde er gleich Humpty Dumpty aus „Alice im Wunderland“ mit geschlossenen Augen auf der dünnen Mauer seiner Träumereien von „ökosozialer Marktwirtschaft“ und „grünen Regierungen“ balancieren. Die Krise wird in diesen Kreisen wie schlechtes Wetter in den Bergen wahrgenommen. Oder aber wie eine Nachricht aus einem fernen Land, das man nur vom Hörensagen kennt. Kurz: Die Naivität der „besseren Hälfte“ der politischen Klasse ist erschreckend.

Während die Zyniker längst die Entsorgung der für den Kapitalismus „Überflüssigen“ vorbereiten, bilden sich die Naiven ein, sie könnten – so dezidiert die parteigrüne Variante – mit einem „Green New Deal“ das Ruder noch herumbekommen.

Tatsache aber ist: Soll es überhaupt noch einen Aufschwung geben, so ist vorher die Vernichtung einer riesigen Masse von Kapital vonnöten, das nicht mehr verwertet werden kann. Dabei werden in derselben Dimension die Lebensperspektiven von Lohn- und damit Kapitalabhängigen zerstört.

Wer wird, halbwegs bei Trost, auf marktwirtschaftlich verbrannter Erde mit einem Haufen von Wohlstandsruinen dann noch Kapitalismus wollen? Davon abgesehen startet auch nach massiver Kapitalvernichtung ein Aufschwung nicht von selbst. Ja, selbst wenn ein solcher möglich wäre, so würde er rasch wieder durch die fortschreitende Verknappung der fossilen Ressourcen in die Knie gezwungen.

Die Lösung liegt folglich nicht in „grüner Politik“, auch nicht in „Konjunkturpaketen“ oder Lohnverzicht.

Was ansteht, ist die Überwindung des Kapitalismus:

  1. Kein Zugeständnis an das Kapital: kein Lohnverzicht, stattdessen höhere Löhne, nicht zuletzt um die Inflation der letzten Jahre auszugleichen.
  2. Kein Zugeständnis an den Staat: keine Kontrollen von Erwerbslosen durch das AMS, stattdessen ein bedingungsloses Grundeinkommen für Alle; keine „Budgetsanierung“, stattdessen ist jede Verantwortung für das staatliche Selbstmordunternehmen von uns zu weisen.
  3. Keine Sozialisierung der Verluste: Reiche enteignen.

Wer jetzt noch etwas anderes will als die Demokratisierung der Betriebe und den Aufbau einer Solidarischen Ökonomie ohne Verwertungszwang und Management, ist nicht mehr ernst zu nehmen.

Das System und seine Büttel sind bar jeder Verantwortung. Mehr als 20 Jahre Neoliberalismus und nun die Krise sind Beweis genug.

Jetzt muss es darum gehen, den Lebensstandard der Erwerbstätigen mit allen Mitteln zu sichern und den der Erwerbslosen kompromisslos zu erhöhen. Dazu ist eine harte Abwehr der Angriffe des Kapitals vonnöten.

Das Überleben der Mehrheit und der Kapitalismus sind unvereinbar geworden. Die Mehrheit muss überleben, es ist der Kapitalismus, der sterben muss. Jede Verantwortung für Kapital und Staat ist abzulehnen.

Mit einer Abwehr von Angriffen des Kapitals ist es jedoch keinesfalls getan. Die vom Kapital geprägte Grundlage des bisherigen Lebensstandards und seiner Verteidigungslinien lässt sich nur für einen historisch kurze Zeitraum noch aufrecht erhalten.

Es ist daher unumgänglich, eine Alternative aufzubauen. Während der Kapitalismus absäuft, müssen wir die Betriebe aus seinem kalten Todesgriff befreien. Das Management muss entmachtet werden, die Entscheidungen im Betrieb gehören in die Hände der Belegschaft. Die Arbeit ist demokratisch zu verteilen, eine Basisversorgung für Alle bedingungslos zu gewährleisten.

Ebenso wichtig ist, die Beziehungen zwischen den Betrieben vom Zwang des Marktes und seiner Konkurrenz zu befreien. Kooperation und bewusste Absprachen, was von wem für wen und wie produziert wird, sind die einzige Möglichkeit für eine Zukunft.

Anknüpfungspunkte für  eine solche Alternative gibt es genug. Aber nur, wenn man der Realität ins Auge sieht.

Grüne/UG – eine andere Welt ist möglich, eine andere Wirtschaft ist nötig!

keine Kommentare am 25. April 2009

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Daniela Deutsch und Andreas Exner waren diese Woche wieder auf Job-Besuch. Deutsch sah sich in der Zveza-Bank um und inspizierte eine Solarfabrik. Exner erinnerte sich seiner Bekanntschaft mit dem AMS und sprach mit Erwerbslosen ebendort.

Den Job-Report Teil 3 gibt’s hier.

keine Kommentare am 24. April 2009

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Solidarische Ökonomie

keine Kommentare am 24. April 2009

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Gestern fand in den Minoriten in Graz die Eröffnungsveranstaltung der Diskussionsreihe „Schubumkehr. Rückbau als Vision. Und niemand stürzt ab“ statt.

Ich durfte die Reihe mit einem Referat „Vom Wert sich zu verkleinern“ eröffnen. Caritas-Präsident Franz Küberl kommentierte. Danach ging die Diskussion ins Publikum.

Meine Botschaft war:

  1. Der Kapitalismus ist ökonomisch gescheitert
  2. Er stößt an ökologische Grenzen
  3. Er ist eine soziale Katastrophe

Marktwirtschaft und Kapitalismus sind ein- und dasselbe. Der Markt erzwingt die Profitproduktion und das ständige Wachstum der Wirtschaft. Ständiges Wachstum ist unmöglich und wenn wir es dennoch versuchen, so provozieren wir damit die Krise, die wir gerade erleben.

Die Diskussion im Anschluss war kontrovers und interessant.

Franz Küberl meinte, es könne sehr wohl einen Markt ohne Kapitalismus geben. Dieser Ansicht waren auch andere im Publikum. Ich widersprach: entweder Konkurrenz oder Kooperation; entweder eine ökologische verträgliche Wirtschaft oder Marktwirtschaft.

Die Krise des Kapitalismus ist keineswegs durch „Gier“ verursacht. Ihre Ursache ist der Wachstumszwang und -drang der Marktwirtschaft.

Schade war, dass kaum jemand auf die Frage der Wachstumsgrenzen einging. Es schien, als würde das Publikum sich dieser Realität nicht stellen wollen.

Aus Gewerkschaftssicht muss die Realität der Wachstumsgrenzen jedoch offensiv benannt werden. Alles andere ist der Weg in die Hölle.

Grüne/UG in die AK!

Für eine Zukunft.

keine Kommentare am 22. April 2009

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Kapitalismus heißt: es wird nur für den Profit der Unternehmer produziert.

Der Kapitalismus ist nun in der Krise.

Sinken die Profite, lassen die Unternehmer weniger produzieren. Sie kaufen weniger Arbeitskraft, Erwerbstätige werden massenhaft gekündigt, die Arbeitslosigkeit steigt. Folglich nimmt die Armut zu und der Staat gerät in finanzielle Schwierigkeiten.

Krisen treten im Kapitalismus immer wieder auf. Sie haben ihre Ursache nicht in der „Gier“ von Managern oder Bankern. Vielmehr zwingt die Konkurrenz dazu, dass jedes Unternehmen auf Teufel-komm-raus investiert. Das geht eine Zeitlang gut. Doch früher oder später stellt sich heraus, dass zuviel investiert worden ist. Das überschüssige Kapital muss dann vernichtet werden.

Mit dem Kapital werden freilich auch die Lohnabhängigen „vernichtet“. Existenzen werden zerstört, Perspektiven ausgelöscht.

Das ist das Problem, vor dem wir stehen. Die Lösung dafür ist eine Solidarische Ökonomie.

Die Solidarische Ökonomie produziert bedarfsorientiert, nicht für Profit. Es gibt in ihr kein Management, das Leute kommandiert. Vielmehr wird gleichberechtigt von den Werktätigen selbst entschieden, was sie auf welche Art herstellen. Aus Lohnabhängigen werden MitgestalterInnen.

Die Solidarische Ökonomie ist keine Utopie, sondern in vielen Teilen der Welt bereits Realität. Besonders beeindruckend ist das Beispiel von Mondragon. Mondragon ist eine „Mega-Kooperative“ in Spanien. Sie produziert High-Tech-Güter, betreibt eine riesige Handelskette und hat Tausende von Mitgliedern.

Mondragon ist die größte Unternehmensgruppe im Baskenland und hat weltweit Produktionsbetriebe. Mondragon beschäftigt mehr als 100.000 Menschen, davon sind ein Drittel Genossenschafts-Mitglied. Mondragon plant, dass bis 2010 zwei Drittel aller MitarbeiterInnen auch Genossenschafts-Mitglieder sind.

Mondragon sichert Wohlstand und Arbeitsplätze. Die Mitglieder bestimmen gleichberechtigt darüber, wie sich Mondragon entwickeln soll.

Übrigens: In Klagenfurt gibt es Mondragon-Produkte z.B. bei GEA zu kaufen.

Nehmen wir uns ein Beispiel. Fördern wir Solidarische Ökonomie.

Damit das Leben besser wird.

Grüne/UG in die AK!

keine Kommentare am 20. April 2009

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Am Montag, 20. April, spricht Andreas Exner über Solidarische Ökonomie anlässlich der „Innovation Days“ der Handelskammer Slowenien in Ljubljana.

Der listenzweite, parteiunabhängige Kandidat der Grüne/UG für die AK-Wahl in Kärnten stellt den Ansatz der Kartierung und Vernetzung Solidarischer Ökonomie als eine Alternative zum neoliberalen Kapitalismus vor.

Nähere Informationen hier. Anfragen an: andreas.exner*ÄT*chello.at

Die Zusammenfassung des englisch-sprachigen Vortrags:

Regional Cohesive Economies. Mapping and Linking Value-Driven Firms with Internal and External Stakeholderships

The current crisis puts not only the financial system under stress, but questions the system of production on the whole. Far from being a mere financial or economic crisis, the current developments point towards a global societal crisis. The problems emerging are: 1. profit expectations reach economic limits, 2. economic growth starts being ecologically restrained, 3. neoliberalism failed to secure and improve living standards of the majority. A key actor in this terrain of economic, ecological and social dynamics is the firm, being a condensation of organizational and ideological structures with significant ecological impacts.

The challenge to reorganize distribution and production thus has not only to include the firm, but must start from firm-related activities. It has to mobilize management potentials of actors related to the firm and actors constituting the firm. Experiences with real socialism as well as the current crisis-prone interventions of state authorities make sceptical about government. Much more emphasis should be laid on self-organization, democratic participation and self-management of stakeholders in civil society.

The challenge such an approach to change faces is threefold: 1. how to build an economy oriented towards concrete needs instead of abstract profits, 2. how to organize production and consumption in order to stay within ecological limits, 3. how to distribute goods and services in a way that secures and improves the living standards of all individuals.

A possible framework for a trial-and-error-process to change are regional cohesive economies. Cohesion builds confidence and is a crucial ingredient not only for expanding relations of democratic cooperation, but also to sustain social integration which is severly put under pressure due to rising unemployment and poverty.

Regional cohesive economies start from a special type of actor. This is the value-driven firm with internal and external stakeholderships. Such firms activate self-management potentials by enabling democratic decision making and they orient themselves toward concrete needs of their social environment.

keine Kommentare am 19. April 2009

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Das Kärntner Gesundheitssystem ruht auf den Schultern der KABEG – der Landeskrankenanstalten-Betriebsgesellschaft. 1993 gegründet, führt sie die 5 Landeskrankenhäuser. 7000 Beschäftigte arbeiten dort.

Man möchte meinen, dass die KABEG

  1. die Gesundheits-Interessen der Bevölkerung
  2. die Interessen der Belegschaft an guten Arbeitsbedingungen

zum Ziel hat.

Weit gefehlt.

Die KABEG schreibt über sich selbst:

Als am Gesundheitsmarkt agierendes Unternehmen ist die KABEG verpflichtet, mit einem gut funktionierenden Risikomanagement die Kernkompetenz Medizin und Pflege zu schützen.

So so. „Ein am Gesundheitsmarkt agierendes Unternehmen“ ist die KABEG. Sie will ihre „Kernkompetenz“ schützen. Diese liegt offensichtlich nicht im Wohlergehen der Menschen, sondern in „Medizin und Pflege“. Dem dient etwas, das die KABEG geheimnisvoll als „Risikomanagement“ bezeichnet.

Die Patientinnen und Patienten sind also Kundinnen und Kunden, an denen die KABEG etwas verdienen will. Die KABEG will folglich auf unsere Kosten Profite machen:

  1. auf Kosten der Kranken – denn wer Profite machen will, muss an der Leistung für uns sparen
  2. auf Kosten der Gesunden – denn je mehr Leute krank werden, desto mehr kann „das Unternehmen KABEG am Gesundheitsmarkt agieren“
  3. auf Kosten der Beschäftigten – denn wer an der Leistung sparen will, muss Beschäftigte einsparen und den Rest unter Druck setzen

Wollen wir das?

Natürlich nicht. Die KABEG ist seit Langem auf der völlig falschen Spur. Ihre Zielsetzungen weisen klar in Richtung Privatisierung. Schon jetzt gelten Menschen und ihre Gesundheit nur als eine Möglichkeit, daran „zu verdienen“. Und schon jetzt wirtschaftet die KABEG auf einem „Gesundheitsmarkt“. Sie versteht sich als „Unternehmen“, und nicht als eine öffentliche Einrichtung der Erwerbstätigen.

Das ist der falsche Weg. Die KABEG muss demokratisiert werden. Und sie muss den Erhalt und die Wiederherstellung von Gesundheit zum einzigen Ziel haben.

Dem stehen Wirtschaftsinteressen in Kärnten entgegen. Für die Reichen gibt es genug Geld, sie werden von der Steuer geschont und die Landesregierung kümmert sich rührend um deren Interessen. Wenn Reiche krank sind, gehen sie in eine Privatklinik.

So kann’s nicht weitergehen.

Als Grüne/UG fordern wir in der AK:

LKH erhalten statt verkaufen – für ein starkes öffentliches Gesundheitssystem

keine Kommentare am 19. April 2009

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Im Jobreport Teil 2 – einer Serie des Klagenfurter Senders KT1 – besucht Grüne/UG-Listenerste Daniela Deutsch ein Radgeschäft. Listenzweiter Andreas Exner entdeckt sein Buch „Die Grenzen des Kapitalismus“ in der Buchhandlung. Beide freuen sich an der Eröffnung einer alternativen Arztpraxis in Klagenfurt.

Film zum Ansehen hier.

keine Kommentare am 18. April 2009

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Der Reichtum der Gesellschaft beruht auf drei Sorten Arbeit:

  1. bezahlte Arbeit im Betrieb = Lohn
  2. unbezahlte Arbeit im Betrieb = Profit
  3. unbezahlte Arbeit zu Hause, im Ehrenamt usw. = diskriminiert

Die unbezahlte Arbeit zu Hause wird immer noch den Frauen zugeschoben. Als wertvoll, ja, unerlässlich anerkannt wird sie nicht. Die unbezahlte Arbeit in den Betrieben wiederum hat in den letzten 20 Jahren deutlich zugenommen. Davon zeugen die Profite, die seither enorm gestiegen sind.

Bezahlt wird also nur der geringste Teil aller Arbeit.

Geschaffen aber wird aller Reichtum von uns Lohnabhängigen. Dies gilt indirekt auch für die Hausarbeit, sofern jene, die sie erledigen, erwerbstätig sind. (Was für die meisten Frauen, die mit Haus- und Erwerbsarbeit nun doppelt belastet sind, heute zutrifft.)

In den letzten 20 Jahren hat eine gigantische Umverteilung zugunsten des Kapitals stattgefunden. Vermögens- und Gewinnsteuern wurden reduziert. Arbeit wurde intensiviert, Arbeitszeit verlängert. Die Produktivität stieg, aber der Reallohn blieb zurück.

Ein immer größerer Teil des Reichtums wird von den Reichen angeeignet. Ein immer kleinerer Teil bleibt für uns Lohnabhängige.

Die Ausmaße der Umverteilung sind gewaltig.

Laut Sozialbericht der österreichischen Bundesregierung 2003/2004 besitzen 10% der Bevölkerung zwei Drittel des Gesamtvermögens. Das reichste 1% der Bevölkerung hat mehr Vermögen als die untersten 90%.

Kein Wunder, denn Österreich ist unter den reichen Ländern  (OECD) beinahe Schlusslicht bei der Besteuerung von Vermögen und Erbschaften. 2007 wurden nur 0,6% des Bruttoinlandsprodukts (= des gesamten Geldreichtums) durch solche Steuern vom Staat abgeschöpft. Im OECD-Durchschnitt aber waren es knapp 2% (Quelle: APA/OECD, siehe Steuerini).

Die Lohnquote drückt aus, wie viel die Lohnabhängigen vom Ertrag ihrer Arbeit erhalten. Je geringer die Lohnquote, desto höher die Profitquote.

In Österreich ist die Lohnquote seit den 1970er Jahren gesunken. Die Lohnquote fällt von 72,8% 1978 auf 60% 2005 (Quelle: OECD; vgl. auch „Zur Metamorphose des Sozialstaats„, Peter Fleissner).

Nicht nur zwischen Kapital und Arbeit, auch innerhalb der Lohnabhängigen verschärft sich die Ungleichheit. Die Bestverdiener verdienen immer besser, die Niedrigeinkommen dagegen sinken seit den 1970er Jahren (Quelle: „Zur Metamorphose des Sozialstaats„, Peter Fleissner)

Diese Situation ist unhaltbar.

Die Grüne/UG fordert deshalb: mehr Löhne, weniger Profite.

Damit wir behalten, was wir schaffen.

keine Kommentare am 17. April 2009

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Die Arbeitslosenversicherung ist eine Errungenschaft der Lohnabhängigen. Mit einer kollektiven Sicherung, in guten Zeiten eingezahlt, helfen wir einander in der schlechten Zeit. Das ist gelebte Solidarität.

Das AMS wird hauptsächlich durch die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung bezahlt. Die Arbeitslosenversicherung wird formell gesehen zur Hälfte von den Lohnabhängigen, zur anderen Hälfte von den Unternehmern aufgebracht. Tatsächlich ist sie jedoch ein Abzug vom Lohn – etwas, was wir als Lohnabhängige quasi „sparen“ um einander zu unterstützen.

Die Arbeiterkammer vertritt die Lohnabhängigen. Und die Arbeiterkammer gestaltet das AMS. Die AK sitzt in den Bundes-, Landes- und den Regionalgremien des AMS (mit den Namen Verwaltungsrat, Landesdirektorium und Regionalbeirat). Allerdings nicht alleine.

Getreu der verblichenen „Sozialpartnerschaft“ sind im AMS nicht nur die AK und der ÖGB präsent, sondern leider auch Wirtschaftskammer, Wirtschaftsministerium und Industriellenvereinigung.

Vielleicht erklärt das, warum das AMS statt einer Einrichtung von Lohnabhängigen für Lohnabhängige eine Knute des Kapitals gegen uns geworden ist.

Die Unternehmer haben ein klares Interesse: das Arbeitslosengeld soll möglichst niedrig sein, Erwerbslose sollen möglichst kuschen, und das AMS soll sie nach Kräften schikanieren.

Die Kalkulation ist einfach.

Je mehr Schwierigkeiten man in der Erwerbslosigkeit hat, desto eher nimmt man einen Job an – und sei er noch so mies. Und desto eher wird man im Job den Mund halten, keinen Beitriebsrat gründen und nicht für die eigenen Bedürfnisse und Wünsche einstehen wollen. Davon abgesehen müssen die Unternehmer weniger in die Arbeitslosenversicherung einzahlen, wenn das Arbeitslosengeld niedriger ist.

Für uns Lohnabhängige ergibt die Rechnung genau andersrum einen Sinn.

Je besser wir in der Erwerbslosigkeit gestellt sind, desto besser geht es uns im Job. Denn nur wer Nein sagen kann, wird Nein sagen. Und nur wer Nein sagt, kann auch Verbesserungen durchsetzen. Für ein Nein zu miesen Arbeitsbedingungen und schlechten Löhnen brauchen wir ein Ja zum bedingunglosen Grundeinkommen.

Je schlechter es den Erwerbslosen geht, desto mieser sind die Jobs! Je besser es den Erwerbslosen geht, desto besser sind auch die Jobs!

Die Erwerbslosigkeit ist das Druckmittel des Kapitals, mit dem es glaubt, alles durchsetzenzu könne. „Besser irgendein Job als gar keiner“, ist dann die Devise – und solche Jobs sehen entsprechend miserabel aus. Dieses Druckmittel müssen wir zunichte machen.

Deshalb  ist die Grüne/UG für ein Grundeinkommen von 900 Euro pro Monat. Als individueller Rechtsanspruch für Alle. Und zwar ohne so genannte „Bedarfsprüfung“ und ohne „Arbeitsbereitschaft“.

Ein Grundeinkommen unterstützt alle: die KlientInnen des AMS, weil sie nicht mehr diskriminiert werden – und die MitarbeiterInnen des AMS, weil sie nicht mehr unter Druck gesetzt werden können, Erwerbslose ihrerseits unter Druck zu setzen.

Als wichtige erste Schritte kämpfen wir dafür:

  1. dass das Arbeitslosengeld ohne sinnlose Kontrollen, ohne sinnlosen Bewerbungszwang und ohne sinnlose AMS-Termine ausbezahlt wird
  2. dass alle Sanktionsmöglichkeiten (Sperre des Arbeitslosengeldes) des AMS abgeschafft werden
  3. dass die AMS-MitarbeiterInnen die KlientInnen wirklich unterstützen können – ohne Stress, ohne Druck von oben und ohne sinnlose „Integrationsvorgaben“
  4. dass das Arbeitslosengeld mindestens 900 Euro pro Monat beträgt und der Inflation angepasst wird um vor Armut sicher zu schützen
  5. dass Kursbesuche nur freiwillig erfolgen
  6. dass das Kursangebot auf die Bedürfnisse einer Solidarischen Ökonomie sowie die Wünsche der KlientInnen abgestimmt ist und nicht auf Konkurrenz und Sinnlosproduktion

Mittelfristig muss das AMS in die Hand der Lohnabhängigen übergehen. Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung und Wirtschaftsministerium haben darin wirklich nichts verloren.

Wir können uns sehr gut selbst verwalten.

Damit soziale Sicherheit auch wirklich sicher wird: Grüne/UG in die AK!

keine Kommentare am 16. April 2009

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