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Stell dir vor …
… mit $ 10.000,- und allgemein verfügbarem Wissen eine Grundlage für einen nachhaltigen Lebensraum schaffen.

Stell dir vor …
… mit allgemein verfügbarem Wissen Traktoren selbst zu bauen.

Stell dir vor …
… mit allgemein verfügbarem Wissen selbst Solar-Energie für Selbstversorgung und Elektro-Autos zu gewinnen.

Wie das funktioniert, verrät

MARCIN JAKUBOWSKI

– einer der Pioniere der Open Source Ecology-Bewegung

in dem Vortrag:

OPEN SOURCE ECOLOGY & MOBILITÄT

Zeit: 19.5.2009 um 19:00 Uhr
Ort: Universität Klagenfurt im Hörsaal z-109

Eine Veranstaltung von:
Katholische Hochschulgemeinde Klagenfurt . Klimabündnis Kärnten . ÖIE Kärnten . Open Source Ecology . Plattform Nachhaltigkeit Feldkirchen . Permaland Weitensfeld . Euro Solar Kärnten . GIVE Labor für globale Dörfer . Inga – The English Trainer . Die Grünen & Unabhängige GewerkschafterInnen . Earthship AustriaOpen Source Ecology

Franz Nahrada, der die Rundreise von Marcin Jakubowski durch Ostösterreich initiiert hat, schreibt dazu:

Ich halte Marcin für einen der gegenwärtig wichtigsten sozialen
Innovatoren weltweit. Er ist studierter Daktor der Atomphysik, hat sich aber entschlossen einen ganz anderen Weg zu gehen und ist weltweiter Pionier eines Lebens für und Entwickelns von Globalen Dörfern geworden. Mit Einsatz aller persönlichen Mittel hat er sich auf einem Stück Land in Missouri niedergelassen und begonnen, ein bereits seit Jahren entwickeltes theoretisches Konzept (das wir auch in Österreich 2004 auf der 3. Oekonux Konferenz und zusätzlich gemeinsam mit der Gruppe Angepasste Technologien in einer eigenen Veranstaltung vorgestellt haben) in die Praxis umzusetzen.

Das Konzept besteht darin, eine Serie von Basistechnologien zu
entwerfen, zu bauen, zu testen und zu dokumentieren, die in ihrer Gesamtheit das autarke gemeinschaftliche Leben im ländlichen Raum revolutionieren werden. Marcin vereinigt tiefes ökologisches und technologisches Wissen mit dem Open Source-Prinzip, um nicht das Rad zehntausendmal neu erfinden zu müssen.

Vom Wohnen über die Bodenbearbeitung bis hin zur Energiegewinnung soll ein System erprobter, benutzerorientierter, optimierter Werkzeuge entstehen, die auch gut modular kombiniert und  für alle möglichen Aufgaben eingesetzt werden können. Und: von lokalen Werkstätten gebaut und repariert werden können!

Mit geringem finanziellen Einsatz und durch die Kraft des geteilten Wissens sollen Menschen in die Lage versetzt werden, auf gutem zivilisatorsichen Niveau und ohne viel Mühe und Plackerei sich von den zunehmend prekärer werdenden industriellen Strukturen zumindest soweit abzukoppeln, dass die Wucht der Krise sie nicht mehr trifft und sie zugleich die Grundlagen einer weltweiten Kultur der Kooperation schaffen können.

Diesen Weg gehen auch Ökodörfer, Permakultur und andere, und
jemand wie Marcin fügt ihrer Arbeit die Kraft der Technologie und der Vernetzung hinzu. Kein Wunder, dass sich die Botschaft von Marcins Open Source Ecology rapide und weltweit verbreitet.

Wir von GIVE freuen uns, dass Marcin seinen Baukasten „Global Village Construction Set“ genannt hat und dass er das Modell der Globalen Dörfer, die sowohl mit der eigenen landschaftlichen und natürlichen Grundlage in intensivester und vielfältigster Synergie stehen als auch voll integriert in das globale Feld des Informationaustausches sind, als wegweisendes Lebensmodell für das 21. Jahrhundert sieht.

Wir danken der SUBVERSIVMESSE in Linz und insbesondere Barbara Pitschmann dafür, diese Tour möglich gemacht zu haben. Vom 14. bis 17. Mai wird es einen Stand von Open Source Ecology auf der Subversivmesse in Linz geben.

Die darauffolgende Tour hat Fixpunkte in Neugengbach 16.5. , in
Klagenfurt 19.5  und in Böheimkirchen 21.5. (letzteres ist eine
geschlossene Veranstaltung zum Thema Solarkonzentratoren im BÖZAT, Anmeldung bei der GRAT). Am 23.5. ist ein Besuch auf Wolfgang Lösers energieautarkem Bauernhof geplant und dazwischen liegen zahllose Gespräche mit österreichischen Praktikern.

Weitere Infos unter:

Open Source Ecology Tour-Blog

1 Kommentar am 14. Mai 2009

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…unter diesem Titel – “Das Ende von Etwas” – hat die auflagenstarke Tageszeitung “Die Presse” einen Text von André Gorz veröffentlicht.

Da eine Quellenangabe in der “Presse” fehlt, kann man nur vermuten, dass der Artikel Gorz’ Nachlass entstammt oder erst jetzt ins Deutsche übersetzt worden ist. Er dürfte jedenfalls recht jungen Datums sein. Der Homepage unserer Zeitschrift “Streifzüge” entnehme ich, dass der Artikel als Teil eines Sammelbands im Rotpunkt-Verlag erscheint.

Andrè Gorz verstarb am 23. September 2007. Er und seine Frau Dorine hatten den Zeitpunkt ihres Todes selbst gewählt. Doch nicht dieses Ereignis oder besser: diesen Entscheid, behandelt Gorz. Es geht vielmehr um das Ende des Kapitalismus.

Zentrale Aussage seines bemerkenswerten Textes ist für mich die Folgende:

Der Wachstumsrückgang ist also ein Überlebensgebot. Es setzt jedoch eine andere Ökonomie, einen anderen Lebensstil, eine andere Zivilisation, andere gesellschaftliche Verhältnisse voraus. Solange sie fehlen, könnte der Zusammenbruch nur mittels Restriktionen, Rationierungen, autoritärer Zuteilungen von Ressourcen verhindert werden, wie sie für eine Kriegswirtschaft charakteristisch sind. Der Weg aus dem Kapitalismus wird also auf jeden Fall stattfinden, ob auf zivilisierte oder auf barbarische Weise. Die Frage betrifft allein die Form, die das Ende nehmen, und den Rhythmus, in dem es erfolgen wird.

André Gorz sieht die Voraussetzungen für eine solche positive Überwindung an sich gegeben. Die Wissensproduktion entfalte immer mehr die so genannten Commons – Gemeingüter, die allen frei zugänglich sind. Die für den Kapitalismus charakteristische Trennung von Produktion und Konsum durch den Markt werde zusehends angegriffen. Trotz steigenden Werbeaufwands nehmen die Autonomie der Bedürfnisse zu.

Die Tendenz zur Selbstproduktion für den Selbstverbrauch gewinnt an Boden aufgrund des wachsenden Gewichts, das die immateriellen Inhalte in der Natur der Waren haben. Das Monopol des Angebots entgleitet nach und nach dem Kapital.

Als Kernwiderspruch des neoliberalen Kapitalismus analysiert Gorz die Wissensproduktion, die sich nur unter Verlust der ihr eigenen Qualität und Dynamik noch in das Korsett des Privateigentums – also von Lohnarbeit, Geld und Ware – pressen lässt. “Die Informatik und das Internet untergraben die Herrschaft der Ware an ihrer Basis”, schreibt Gorz.

Das ist nachvollziehbar. Ganz offensichtlich gehen Privateigentum und Kreativität nicht zusammen. Wissen muss frei kommuniziert werden, um sich zu entfalten. Nach wie vor funktioniert die Wissenschaft – lange Zeit schon eine wesentliche und vor allem weitgehend auch eine Gratis-Produktivkraft für das Kapital – wie eine riesige Allmende. Selbstverständlich beherrscht diese Allmende wie alles im Kapitalismus nicht allein die Kooperation, sondern auch die Konkurrenz. Dennoch zeigt gerade die Logik der Forschung und Erkenntnis, dass das Kapital nicht aus sich heraus existieren kann, sondern selbst in seinen innersten Mechanismen, mächtigsten Apparaten, grundstürzendsten Innovationen auf die selbstbestimmte und vor allem auch die kollektive Eigentätigkeit des Menschen zurückzugreifen gezwungen ist.

Dieser Widerspruch ist Teil des Kapitals. Ebenso wie der Sowjetstaat die Eigentätigkeit erstickte, indem er, was seiner Elite Meinung nach zu tun war, staatlich verordnete und kontrollierte, droht das Kapital die Produktion von Wissen und von wirklich Neuem zu ersticken. Da die Produktion von Wissen und von wirklich Neuem aber zu einem wesentlichen Ingrediens seines Modus der Reproduktion geworden ist, ist diese Drohung durchaus ernst. Allerdings bearbeitet das Kapitalverhältnis seine Widersprüche ungleich flexibler als dies der Sowjetstaat je hätte vollbringen können.

Dass dieser Widerspruch allein das Kapital bereits in Frage stellt, würde ich deshalb verneinen. Dennoch besteht er, und zwar als ein Prozess zwischen der Eigentätigkeit der unmittelbar Produzierenden auf der einen Seite und dem Management als Agent des Kapitals, dem der Staat den Rücken deckt, auf der anderen; und erfordert als solcher einen fortlaufenden Balanceakt zwischen zuviel Kontrolle und zuviel Freiheit, die das Kapital der Arbeit einmal aufzwingt, das andere Mal gewährt.

Entscheidender scheint mir aber eine andere Frage, die Gorz aufwirft: Wie kann die Logik der Commons auf die Produktionsmittel selbst ausgedehnt werden? “Die nächste Etappe”, so nimmt Gorz optimistisch seine Antwort vorweg, “wird logischerweise die Selbstproduktion der Produktionsmittel sein.” Seinen Optimismus schöpft er daraus, dass “die High-Tech-Mittel zur Selbstproduktion die industrielle Megamaschine virtuell obsolet [machen].”

Als Beispiel dienen ihm die brasilianischen Favelas. Dort würden pro Woche mehr CDs von den BewohnerInnen gebrannt, als die CD-Industrie pro Jahr auf den Markt bringt. “Drei Viertel der 2004 produzierten Computer sind in den Favelas aus Teilen von Altmaterial selbst hergestellt worden. Die Regierung unterstützt die informellen Kooperativen und Gruppierungen der Selbstproduktion und Selbstversorgung”, schreibt Gorz.

Die selbstbestimmte Produktion der Produktionsmittel ist die große, noch kaum in Angriff genommene, da nicht einmal noch formulierte Aufgabe des “Commonismus” (Stefan Meretz), der einzig einen Weg aus der Krise bieten kann. Diese Hürde muss genommen werden, wollen wir die Potenziale der Befreiung realisieren und Schlimmes verhindern.

Der Commonismus, das sieht man, realisiert seine Potenziale erst voll, indem er mit den Bestrebungen zum Aufbau einer Solidarischen Ökonomie zusammenfließt. Das wichtigste Produkt der Solidarischen Ökonomie sind Commons; und je mehr Commons existieren, desto rascher entwickelt sich die Solidarische Ökonomie. Der freie Zugang zu allem Lebensnotwendigen muss freien Zugang zu den Mitteln der Produktion beinhalten. Diese Freiheit kann nicht im Atomismus der Geld- und Warensubjekte bestehen, deren Freiheiten als ebensoviele Begrenzungen ihrer Freiheit existieren, sondern verwirklicht sich darin, dass die Entfaltung aller Anderen Voraussetzung meiner eigenen Entfaltung ist und umgekehrt.

In dieser Sicht relativiert sich nicht zuletzt auch eine kapitalabhängige Forderung wie das Grundeinkommen, denn, wie Gorz in seinem letzten zu Lebzeiten veröffentlichten theoretischen Text in unserem Sammelband “Grundeinkommen. Soziale Sicherheit ohne Arbeit” (Exner/Rätz/Zenker, Deuticke 2007) festgehalten hat:

Vernetzte kommunale Produktionsstätten können eine fortlaufende Verständigung erlauben, was, wo, wozu herzustellen ist. Geld- und Warenbeziehungen erübrigen sich, ebenso wie ein allgemeines Grundeinkommen. Seine Funktion könnte allein darin bestehen, während des Zusammenbruchs der Warengesellschaft oder vor ihm den Übergang zu neuen Produktionsverhältnissen einzuleiten. (A. Gorz: “Seid realistisch – verlangt das Unmögliche“)

Was André Gorz theoretisch abgesehen hat und in seine Überlegungen, wie im Zitat oben, einbezog, erlebte er nicht mehr in der nun zunehmend offenkundigen Dimension und Härte: die weltweite Krise des Kapitals. Diese Krise ist eine Bedrohung und eine historische Gelegenheit zugleich. Die strukturelle Schwächung von Kapital und Staat ist ihr Kern.

Commonismus und Solidarische Ökonomie stellen im Kontext der Krise nicht nur eine organisatorische Aufgabe dar, die – weit davon entfernt eine Organisationsaufgabe bloß technischer Art zu sein – darin besteht, das Beziehungsinnere des Menschen umzugestalten im Prozess ihrer Entfaltung; sie sind zugleich ein Projekt, das sich in expliziter Gegnerschaft befindet zu den gefährlichen Interessen von Kapital und Arbeit am Erhalt ihrer selbst. Auch das freilich hat André Gorz, schon kurz vor seinem Tod, abgesehen:

Für krisis 19 muss ich mich noch einmal bedanken. Dass die Überwindung des Kapital-/Warenverhältnisses damit beginnen kann, Gebiete dem Kapitalismus zu entziehen und in ihnen selbstorganisierte Selbstversorgung jenseits von Markt und Geld zu betreiben und von den entzogenen Gebieten stromaufwärts andere, komplementäre zu besetzen, erinnert mich an den schwedischen Meidner Plan. Die Frage ist: Wie lange werden sich das die herrschenden Mächte ansehen? Bergmann hat die Frage aufgeworfen. Norbert Trenkle auch (in krisis 15). Machbar dürfte dieser “lange Marsch” nur in Situationen des Zusammenbruchs sein, wenn bereits Kristallisationskerne einer Antiökonomie bestehen. Immerhin – der Kurz-Essay in krisis 19 bekräftigt mich in der Meinung, dass die Trennung zwischen Produktion und Konsumtion – Produzenten und Konsumenten – das größte Hindernis auf dem Weg aus dem Kapitalismus hinaus ist. (A. Gorz: “Über den Horizont unserer Handlungen. Aus den nachgelassenen Briefen des André Gorz“)

Das Ende von Etwas ist der Beginn von etwas Neuem. Jedes wirkliche Ende aber ist der Beginn wirklich Neuen.

4 Kommentare am 13. Mai 2009

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Deutsch & Exner in AK

Die Wahl ist geschlagen. 2 Mandate sind gesichert. Allen, die mitgeholfen haben, sei herzlich gedankt. Die Grüne/UG konnte einen Stimmenzugewinn verzeichnen. Der Negativtrend der Grünpartei schlug auf die parteiunabhängige Liste nicht durch. Bedauerlich ist der Zugewinn der orangen Liste.

Für die Zukunft ist viel zu tun. Der Einzug in die AK ist nur ein allererster Anfang. Jetzt muss es darum gehen, die parteiunabhängige Strömung zu stärken und offensiv gegen die Krise anzugehen.

Dabei ist viererlei vonnöten:

1. Rasche und konkrete Verbesserungen (Arbeitslosengeld ohne Kontrolle, keine Delogierungen, Gratisausgabe von Lebensmitteln für Finanzschwache, Mieten senken, Öffentlichen Verkehr ausbauen und gratis anbieten, AMS-Kurse nur freiwillig, AMS-Kurse mit solidarökonomischen Inhalten)

2. Abwehr von Verschlechterungen (Sozialabbau, Frauen zurück an den Herd, Lohnverzicht)

3. Kritik von Illusionen („Wir tauchen die Krise schon irgendwie durch“, „Die Krise wird 2010 bereits ersten Lichtblicken weichen“, „Wir brauchen einen Green New Deal“)

4. Aufbau einer lokalen/regionalen Solidarischen Ökonomie als Alternative zu Markt, Staat und Kapital. Nur das wird die Krise überwinden können.

keine Kommentare am 1. Mai 2009

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Die Krise frisst sich immer weiter. Nun beginnt auch der Mittelstand etwas davon zu spüren. Viele denken dabei vorrangig an sich selbst. Und da vor allem an Erspartes. Das ist verständlich. Doch sollte es den Verstand nicht lähmen.

Das Stadttheater Klagenfurt hat zum Thema Krise Günter Hannich eingeladen. Die „Woche“ hat ihn interviewt. Hannich gehört zur Sekte der so genannten Freiwirtschafter. Sie führen die Krise auf den Zins zurück. Hannich wird als Querdenker bezeichnet. Das wäre nicht weiter schlimm. Doch ist er in der Tat ein Falschdenker. Und das ist gefährlich.

Kredite dienen den Unternehmern dazu, ihren Profit zu mehren. Auf den Finanzmärkten wurde vielfach ganz ohne Eigenkapital spekuliert. Ein Teil des so gewonnenen Profits fließt logischerweise an die Gläubiger zurück. Der Zins ist nichts anderes als der Preis des Gelds.

Hannich glaubt, der Zins verteilt Geld von unten nach oben um. Das ist offenkundig falsch. Umverteilung ist der Marktwirtschaft schon durch die Konkurrenz schlicht eingebaut. Wer am Markt den Kürzeren zieht, verarmt. Wer reich ist, wird noch reicher.

Hannich glaubt weiters, der Zins sei schuld an der Krise. Auch das ist falsch. Krisen gehören zur Marktwirtschaft. Die Unternehmen investieren, durch die Konkurrenz gezwungen, nun mal auf Teufel-komm-raus. „Wir wissen, dass es zuviele Autos gibt am Markt. Aber es gibt zuwenig BMWs“, brachte das ein Manager einmal auf den Punkt.

Die Investitionen laufen den Löhnen immer wieder weit voraus. Früher oder später gehen die Profite zurück, die Produktion bricht ein, die Arbeitslosenzahlen nehmen zu. Auch Wellen der Spekulation führen immer wieder zu solchen Ungleichgewichten, die sich in der Krise dann entladen.

Hannich versteht von all dem nichts.

Dafür schlägt er eine gefährliche Kurpfuscher-Lösung vor: zinsfreies Geld. Nicht nur, dass wir ein solches beinahe haben – die Zinsen tendieren in der Krise gegen Null – ohne dass das etwas ändert. Sollte jemals wieder ein Aufschwung kommen, so würde man damit sogar eine Hyperinflation provozieren. Jeder bekäme ja soviel Geld wie er will.

Die Probleme der Marktwirtschaft – Wachstumszwang, Krisen und Verarmung – kann man damit keinesfalls beheben. Denn die wurzeln darin, dass wir gegeneinander arbeiten statt miteinander; für Geld und Profit statt für den konkreten Bedarf.

Die Lösung ist vielmehr eine Solidarische Ökonomie, Kooperation statt Konkurrenz. Hannich führt in die Sackgasse, nicht zu einer Alternative.

Andreas Exner ist Co-Autor von „Die Grenzen des Kapitalismus. Wie wir am Wachstum scheitern“, Ueberreuter, 2008, und unabhängiger Gewerkschafter der Grüne/UG

1 Kommentar am 30. April 2009

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Du bist in der Krise. Dein Problem heißt Marktwirtschaft

SUPPE STATT PROFIT!

Wir kochen den Kapitalismus ein

GARANTIERT GRATIS!

Die Marktwirtschaft versagt. Immer mehr verlieren ihren Job. Die Armut wächst. Doch die Politik plant gegen uns den Angriff: Sozialabbau, Frauen an den Herd und Lohnverzicht.

Wir haben Angst. Wir können uns das Leben immer schwerer leisten. So kann’s nicht weitergehen!

Nur gemeinsam sind wir stark

Was willst Du wirklich in Deinem Leben? Was brauchst Du zum Glück? Vielleicht mehr Entspannung, soziale Sicherheit und Anerkennung. Keinen Stress. Freude statt Angst.

Wir brauchen eine Solidarische Ökonomie. Hier und Jetzt!

Hol Dir Deine Gratis-Suppe, lass uns plaudern. Nahrhafte Gespräche, Ideen und Kontakte warten. Der Kapitalismus ist am Ende, das Leben fängt gerade an. Sei dabei!

Ort: Neptunweg 12, Klagenfurt, KHG
Zeit: Erstes Treffen, Montag, 25. Mai, 18.00 Uhr

Kontakt: Eva Aichholzer (0699 10 39 33 93), Andreas Exner (andreas.exner*ÄT*chello.at)

keine Kommentare am 30. April 2009

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Nachdem der AK-Wahlkampf mit dem heutigen Tag seinen Abschluss für uns Grüne/UG findet, ist es an der Zeit, den zweiten Teil der Miniserie zu meinen Wahlkampferlebnissen zu schreiben.

Wir betreten ein Lokal in Klagenfurt. Sieht geschlossen aus. Nein, die Türe ist offen. Also rein mit uns. Guten Tag, hallo, wir kandidieren für die Grüne/UG zur AK-Wahl, haben sie schon gewählt?

Die Frau hält einen Besen in der Hand, schwitzt. Am Boden Müll aller Art, Glasscherben, Staub. Haben sie schon gewählt? Ungläubig blickt sie von ihrer Arbeit auf. Wählen, ha. Was soll das bringen. „Aber geh, heats doch auf damit…“, meint sie. „Aber es ist sehr wichtig, dass sie ihre Vertretung in der Arbeiterkammer wählen“, sage ich.

Die Frau holt Atem, lehnt den Besen gegen die Theke. Sie blickt mich an. Man spürt, dass sie Wut im Bauch hat. „Wissen sie, wieviel ich hier verdiene?“. Nein, weiß ich nicht. „5 Euro die Stunde“, sagt sie. Ich darauf: „Das ist ein Witz“.

Wir kommen ins Gespräch. Die Frau erklärt mir, dass sie drei Putzjobs hat. Einer davon ist ganz okay, weil der Chef sie korrekt behandelt. Die beiden anderen sind schwierig. Immer streiten müssen um das, was einem zusteht. „Und der Kollektivvertrag hier in Kärnten ist auch schlechter als der in Wien“, sagt sie.

„Seit 12 Jahren hab ich keinen Urlaub mehr genommen“ – schrecklich. „Aber gut, in 2 Jahren bin ich Pension“, sagt sie … kurze Pause … und sie lacht: „Wenn’s wahr ist.“

„Aber auch 2 Jahre sind noch eine lange Zeit“, erwidere ich. Die Wut der Frau ist einem Interesse daran gewichen, zu erfahren, was wir machen.

„Wissen sie“, erklärt sie mir, „es hat sich alles verschlechtert für uns. Zuerst haben die öffentlichen Verwaltungen damit angefangen, das Reinigungspersonal in Pension zu schicken. Das war ja an sich nicht schlecht. Aber die übrigen Beschäftigen haben sie dann gekündigt. Die sind zu Personal-Leasing-Firmen gekommen und die öffentlichen Einrichtungen haben dieselben Reinigungskräfte zu billigeren Löhnen wieder in Anspruch genommen. Und natürlich – bei den Leasing-Firmen arbeiten auch viele Ausländer, und die verlangen noch weniger für ihre Arbeit…“

Ich darauf: „Sehen sie, deshalb müssen wir uns dafür einsetzen, dass es allen Erwerbstätigen besser geht! Auch Migrantinnen und Migranten müssen gut bezahlt werden!“

Am Ende des Gesprächs tauschen wir Telefonnummern aus. Wir werden in Kontakt bleiben. Und uns für die Menschen in der Reinigungsbranche in Kärnten engagieren!

keine Kommentare am 30. April 2009

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Was für eine Frage. Am Tag der Arbeitslosen sollten wir sie stellen.

Wenn man unter Arbeit jede Art von zielgerichteter Bemühung versteht, dann arbeitet man als normaler Mensch, um ein gutes Leben zu haben. Im Kapitalismus dagegen arbeitet man um zu arbeiten. Diese Bemühung hat kein anderes Ziel als sich selbst.

Arbeit ist genau genommen aber nicht „jede Art von zielgerichteter Bemühung“. Denn dann wäre Wandern, Schwimmen, ein Gespräch mit Freunden führen, Ideen spinnen oder vielleicht sogar in der Sonne liegen Arbeit. Wenn (fast) alles Arbeit ist, macht „Arbeit“ als Name für bestimmte Tätigkeiten keinen Sinn.

Die Verwirrung klärt sich, wenn wir bedenken: als Arbeit gilt im Kapitalismus in erster Linie die Tätigkeit für Geld. Arbeit = Lohnarbeit.

Der Unternehmer kauft unsere Arbeitskraft, um Profit zu machen, das heißt arbeitsloses Einkommen zu erwirtschaften. Den Profit verprasst der Unternehmer allerdings nicht, sondern investiert ihn zum größten Teil wieder in das Unternehmen (oder den Finanzmarkt).

Weder Arbeit noch Profit machen so gesehen Sinn.

Arbeit, Profit und Warenkonsum bilden eine riesige Tretmühle. Es wird gearbeitet, damit gearbeitet werden kann. Es wird konsumiert, damit weiter konsumiert werden kann, es wird Profit gemacht, damit noch mehr Profit produziert werden kann.

Macht Arbeit Sinn? Ganz klar: nein.

Arbeit ist eine selbstzweckhafte Betätigung unter dem Kommando des Managements. Das Management achtet darauf, dass Profit produziert wird. Das gelingt nur, wenn Menschen länger unbezahlt arbeiten als sie für Deckung ihrer eigenen Bedürfnisse arbeiten würden. Das Management ist Stellvertreter der Marktkräfte im Betrieb. Es sichert die Konkurrenzfähigkeit. Zu diesem Zweck setzt es die Belegschaft unter Stress, kontrolliert sie und bestraft oder lockt mit Zuckerbrot. Und trifft über die Köpfe der Belegschaft hinweg alle wesentlichen Entscheidungen, die das Unternehmen betreffen.

Arbeit ist aber nur die halbe Wahrheit des Kapitalismus. Arbeitslosigkeit ist der andere Teil. Wenn Unternehmer weniger Profite machen, kaufen sie auch weniger Arbeitskräfte ein. Es rentiert sich dann nicht für sie.

Genauso wie die Arbeit ist Arbeitslosigkeit ein sinnloses Hamsterrad. Darauf achtet das AMS, in dem leider nicht nur Gewerkschaft und AK, sondern auch Industriellenvereinigung, Wirtschaftskammer und das Wirtschaftsministerium sitzen. Dort wird darüber bestimmt, wie sehr Arbeitslose unter Druck gesetzt werden.

Sind Arbeitslose stark unter Druck, kann man auch die Löhne der Arbeiterinnen und Arbeiter bzw. Angestellten drücken. Das ist der hauptsächliche „Sinn“ von Arbeitsmarktpolitik.

Auch Arbeitslosigkeit macht also keinen Sinn.

Sinn entsteht erst dann, wenn wir gemeinschaftlich und gleichberechtigt selbst darüber bestimmen können, was wir tun oder nicht tun, auf welche Art, wann, zu welchem Zweck und für wen.

Das geht nur dann, wenn wir den Kapitalismus überwinden. Erstens in kleinen solidarökonomischen Projekten. Im zweiten Schritt in Betrieben, die die Belegschaft übernimmt und genossenschaftlich führt. Im dritten Schritt in übergreifenden Verbänden, die das brutale Chaos des Marktes durch bewusste Kooperation ersetzen.

keine Kommentare am 30. April 2009

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Grüne/Unabhängige: Grundeinkommen statt Schikanen – AK-Fraktion zum Tag der Arbeitslosen, 30. April

Utl.: Listenzweiter Andreas Exner fordert bedarfsorientierte soziale Garantien in der Krise

Klagenfurt (30.04.09) – Die Grüne & Unabhängige Arbeiterkammerfraktion fordert eine bedarfsorientierte soziale Garantie für Erwerbstätige, Erwerbslose und kleine UnternehmerInnen. „Eine Wirtschaftskrise ohne soziales Krisenmanagement ist verantwortungslos“, kritisiert Andreas Exner. „900 Euro pro Monat, 12 Mal im Jahr, müssen deshalb ein individueller Rechtsanspruch für Alle sein“, fordert Exner.

Die Produktivität der Arbeit wuchs seit den 1970er Jahren auf rund das Doppelte. Ein gutes Leben für alle ist also problemlos möglich. Wer das Geld nicht braucht, dem wird es wieder weggesteuert. Vor allem die Reichen würden dieses bedingungslose Grundeinkommen finanzieren. „Arbeit im Haushalt und Kindererziehung müssen endlich entlohnt werden. Frauen dürfen nicht länger draufzahlen“, so Exner. „Gerade in der Krise sind starke soziale Garantien nötig“, meint der AK-Kandidat der GRÜNE/UG-Fraktion.

„Sperren des Arbeitslosengelds sind unverantwortlich und unverhältnismäßig, sie müssen fallen. Kursbesuche dürfen nur freiwillig erfolgen. Für die Krise müssen die Reichen zahlen, nicht die Lohnabhängigen“, hält Exner abschließend fest. (Schluss)

Unten Foto zur honorarfreien Verwendung: AK-Spitzenkandidatin Daniela Deutsch und Listenzweiter Andreas Exner

Rückfragen:

Andreas Exner, Tel. 0699 12 72 38 87

Pressebild_Deutsch_Exner_AK

keine Kommentare am 29. April 2009

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Tja, liebe Leute, jetzt haben wir den Salat.

Sitzt man zu viert zusammen um den Wahlkampf der Grüne/UG auszuhecken, und schon tritt man tief in einen Napf voll Fett. Das ist in Kärnten leicht, muss man sagen. Ist aber nicht so schlimm, weil hier so viel in fette Näpfe getreten wird, dass es kaum auffällt.

Vor allem einem Ausländer, der ich bin.

Der Fettnapf trägt den Namen unserer Spitzenkandidatin. Deutsch, that’s how we call her. Oder Daniela.

Was man schnell lernt in der so genannten Politik: lustig sein ist nicht.

Ob ich das allerdings wirklich lernen will, würde ich stark bezweifeln.

Sagen wir es so, wie es ist: das Plakat mit dem nun per www.standard.at inkriminierten „Daniela Deutsch wählen!“ ist dreierlei:

  1. kurz und knackig
  2. eine sarkastische Persiflage auf den grassierenden Provinznationalismus des südlichen Fortsatzes österreichischen Staatsgebiets bzw. des nördlichen Balkans
  3. ein Schlag ins Gesicht jener, die meinen, es drehe sich alles um „Ausländer-“ und „Inländerfragen“ oder um „Deutsch“ und „Slowenisch“. Nope, liebe Leute.

(Im zweisprachigen Gebiet wurde der Spruch auf Slowenisch überklebt.)

So seh ich das jedenfalls. Meine Verehrung: Listenzweiter.

Dass BZÖ-Wähler und -innen ernsthaft so dumm sind, uns zu wählen, nur weil „Deutsch“ drauf steht, glaubt ja nicht mal einer, der so viel von ihnen hält wie ich.

Doch während der Kapitalismus gerade dabei ist, in seine Endkrise einzutreten, während die ebenso falsche wie gefährliche und allgemein verbreitete Schelte der „Kapitalisten“ und der „Gier“ frohe Urständ feiert, und die Rechtsextremen aller Intelligenzniveaus in ihren Startlöchern scharren, um die anschwellenden Massen Erwerbsloser in ihre gesunde Volksgemeinschaft heimzuholen und die „Überflüssigen“ der Kapitalverwertung zu „entsorgen“ oder wenigstens ruhigzustellen, interessiert man sich hier in Kärnten wie dort in Wien für die wirklich wichtigen Dinge im Leben.

Das ist das Schöne an diesem kleinen Land – K wie Ö.

Erstens: hatte Haider tatsächlich einen Führerschein? Zweitens: warum grinst Dörfler immer so schmerzverzerrt? Drittens: wer hat schon mal was von Uwe Scheuch gehört?

Wenn das nicht abendfüllend ist, unterhält man sich über Ortstafeln.

Im Ernst, Leute, ich wohne hier.

Und nochwas: die Grünen sind mir in dem Zusammenhang egal. Mitglied einer Partei bin ich nicht und habe nicht vor eines zu werden. Die Grüne/UG ist Teil der AUGE, und die ist parteiunabhängig, historisch aus der Gewerkschaftlichen Einheit hervorgegangen. Also gut kommunistisch, dort, wo wir uns so richtig wohl fühlen.

Sauwohl sogar.

Es mag der Grünpartei ein Einzug der Grüne/UG in die AK wohl nützen. Und ich mag nicht verhehlen, dass mir diese Partei als die vernünftigste zur Zeit in diesem kleinen Land hinter den sieben Bergen erscheint. (Anm. Nr. 1: Sofern man eine wie immer hoffnungs- und illusionsbeladene Parteiendiskussion angesichts der offenkundig äußerst eingeschränkten emanzipativen Potenziale staatlichen Handelns für vernünftig hält.)

Gern tät ich das von der KPÖ sagen können, die glücklicherweise auch bei den sieben Zwergen existiert, aber die laboriert leider noch immer an den Folgen unzureichender Marxlektüre und dem inzwischen neu aufgetretenen Syndrom, das Erbe Kreiskys antreten zu wollen. (Anm. Nr. 2: siehe Anm. Nr. 1)

Im übrigen: Lohnarbeit, Kapital und Staat gehören abgeschafft. (Und, wer’s noch hören will: zweisprachige  Ortstafeln für alles zwischen Wolfsberg und der Glocknergruppe. Oder halt so wie’s im Staatsvertrag steht.)

1 Kommentar am 27. April 2009

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Unlängst in einer Trafik in Klagenfurt. Trafiken sind für wahlwerbende Gewerkschaftsleute tückisch. Viele sind von ihren Besitzern besessen. Manche aber enthalten Lohnabhängige.

Weil die Leute vielfach ebenso gierig sind, wie sie es gerne in Politiker oder Banker projizieren, hat man nun ein Problem. Man läuft als wahlwerbende Gruppe – Partei sind wir Grüne/UG keine, und mit den Grünen hab ich nichts zu tun außer dass ich ihnen eine antikapitalistische Politik (insoweit es so etwas überhaupt geben kann) ans Herz legen würde, die sie nicht verfolgen – ja mit einem Körberl so genannter Wahlgeschenke durch die Gegend.

Inhalte sind im allgemeinen nichts, wofür das gesunde Volksempfinden sich begeistert. Nicht ganz zu Unrecht, muss man sagen. Hat man im Kapitalismus doch grundsätzlich ziemlich wenig mitzureden. Und auch eine AK-Wahl besteht bis dato vor allem im Kreuzerlmachen. Inhalt ist deshalb unsexy zum Quadrat. Weil wozu.

Bei Kugelschreibern, Häferln, Post its und derlei Zeugs leuchtet des Wählers Auge jedoch zumeist auf.  Das kennt man aus dem Geschäft, und eine wahlwerbende Gruppe wird auch so wahrgenommen (und verhält sich in 99% der Fälle leider auch genau so): als jemand, der etwas zu verkaufen hat.

Also her damit. Mit dem Geschenk.

Hier aber liegt für den wahlkämpfenden Gewerkschaftstypen ein fundamentales Problem begraben, das er gezwungen ist, so oft auszugraben wie er eine Trafik betritt: ist sie oder ist sie nicht? Die Frau nämlich (oder der Mann), die (oder der) da hinter dem Ladentisch steht. Besitzend oder nicht? Lohnabhängig oder doch – wie das so schön heißt – selbstständig und ergo kein Werbungsziel?

Warum haben wir da ein Problem? Ganz einfach: ob besitzend oder nicht, getreu der allgemeinen Verkäuflichkeit schielt so manches Auge in unseren

mitpostitsundsoweiterbefülltengewerkschaftswahlkampfkorb.

Und erklärt sich flugs für wahlberechtigt. So schlimm geht’s zu. Glaubt mir, Leute.

Einen Vorteil hat das aber. Man kommt in’s Gespräch.

Unlängst also in einer Trafik.

Sie: No, oba bessa wiads net für uns. [blinzelt uns freundlich zu]

[nett sind die Leut, nicht wahr?]

Sie: Und die Auslända, die kriagn jo eh soviel von uns. Und tuan tans owa nix. [Sinngemäß]

[oje]

Ich: Das stimmt nicht. Jeder Migrant, der erwerbstätig ist, zahlt viel mehr in das Sozialversicherungssystem ein, als er herausbekommt.

[Diskussion zwecklos]

Wir verlassen die Trafik, um ein Grüne/UG-Häferl leichter und eine ausländerfeindliche Bemerkung reicher.

Das Schöne als wahlwerbende Gruppe ist, dass man mit den Leuten ins Gespräch kommt. Draußen lacht uns ein Leichnam namens H. ins Gesicht. Die Frau Trafikantin hat sein Konterfei ins Schaufenster gestellt.

keine Kommentare am 27. April 2009

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